See unter Eispanzer Russen bestätigen Erfolg von Antarktis-Bohrung

Bestätigung für den Jahrhundertvorstoß: Russische Forscher sind mit ihrer Bohrung endgültig zum Wostoksee in der Antarktis vorgedrungen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten konnten sie das verborgene Wasser unter einer Schicht von fast vier Kilometern dickem Eis anbohren.

Corbis

Moskau - Russland hat am Mittwoch das Anzapfen eines gigantischen Sees unter der Eisdecke des Südpols bestätigt. Wie das Institut für Arktische und Antarktische Forschung in Moskau mitteilte, wurde das Wasserreservoir in 3769,30 Meter Tiefe nach mehr als zwei Jahrzehnten Bohrung am Sonntag erreicht. Damit bestätigten sich die ersten Meldungen der Wissenschaftler.

Experten erhoffen sich weitreichende Erkenntnisse aus der Erforschung des Wostoksees, der etwa 15 Millionen Jahre von der Außenwelt isoliert war und einzigartige Lebensformen enthalten könnte.

Jetzt steigt die Spannung: Möglicherweise leben in dem See unbekannte Bakterien. Erste Proben von dem Gletscher über dem See seien in sterilen Behältern verschlossen worden, teilte das zuständige Naturwissenschaftliche Institut für Arktis- und Antarktis-Forschung in St. Petersburg mit.

Die Mission ist dennoch umstritten. Wegen des Einsatzes von Schmierstoffen und Frostschutzmittel bei den Bohrungen befürchten Kritiker eine Bedrohung der einzigartigen Lebenswelten. Expeditionsleiter Waleri Lukin räumte den Einsatz des Gemisches zwar ein, wies die Vorwürfe aber zurück. Die Technologie sei bei ähnlichen Missionen in Grönland erprobt worden, sagte er.

Die Sowjetunion hatte mit ersten Bohrungen unter der Polarstation Wostok in den siebziger Jahren begonnen. Die Arbeiten wurden 1998 für acht Jahre unterbrochen, um eine umweltschonende Methode zu entwickeln. Erst 1996 hatte ein russisch-britisches Team die Existenz des Sees bestätigt, den ein russischer Wissenschaftler bereits seit den fünfziger Jahren dort vermutet hatte. Unter dem ewigen Eis werden noch weitere Frischwasser-Seen vermutet.

boj/dapd/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
minhen 08.02.2012
1. Für's Übersetzen beim nächsten Mal
Zitat von sysopCorbisBestätigung für den Jahrhundertvorstoß: Russische Forscher sind mit ihrer Bohrung endgültig zum Wostoksee in der Antarktis vorgedrungen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten konnten sie das verborgene Wasser unter einer Schicht von fast vier Kilometern dickem Eis anbohren. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,814132,00.html
Das englische "fresh water" meint eigentlich nicht "Frischwasser", sondern "Süßwasser". Darum geht es auch. Denn es handelt sich um ein Süßwasser-See. Und die Frischheit des Wassers dürfte sich nach 15 Millionen ohnehin wohl in Grenzen halten ;)
Stelzi 09.02.2012
2.
Zitat von minhenDas englische "fresh water" meint eigentlich nicht "Frischwasser", sondern "Süßwasser". Darum geht es auch. Denn es handelt sich um ein Süßwasser-See. Und die Frischheit des Wassers dürfte sich nach 15 Millionen ohnehin wohl in Grenzen halten ;)
Abgesehen von den Stolperfallen der Übersetzung ist Frischwasser ein Begriff aus der Nautik und bezeichnet das gebunkerte Trinkwasser. Mit dem Alter hat diese Frische nichts zu tun.
taggert 09.02.2012
3. ...
"15 Millionen Jahre von der Außenwelt isoliert war und einzigartige Lebensformen enthalten könnte." ---------------- Lieber Spiegel, Ihr verliert an Glaubwürdigkeit, wenn ihr bei jedem Artikel ohne Hinweis, die Zeitskalen ständig neu "erfindet". Als vor einigen Tagen der erste Artikel über die Wostok-Bohrung geschrieben wurde, hieß es es zuerst Der See sei "tausende von Jahren" isoliert gewesen. Nachmittags hieß es dann bis zu "100.000 Jahre oder mehr" isoliert gewesen. Und heute sind es auf einmal - ohne ersichtlichen Grund - 15 Millionen Jahre... ... Morgen dann 1,3 Milliarden Jahre? ... Und übermorgen stellt sich dann raus, das der See schon vor dem Universum existiert hat? Grüße
tobiash 10.05.2012
4. Nun mal nicht....
so kleinlich, bitte! 15 Millionen Jahre sind ja schließlich tausende von Jahren (15.000 tausend Jahre), insofern ist das völlig korrekt. Und 15 Mio Jahre sind schließlich mehr als 100.000 Jahre (deutlich mehr sogar)! Mehr steht in dem Artikel auch nicht drin, insofern ist die Kritik albern!
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