Wattenmeer Rekord bei Zahl der Seehundgeburten

Im Wattenmeer der Nordsee werden immer mehr Seehunde geboren. Der Rekordwert aus dem Vorjahr wurde erneut übertroffen. Dennoch bleiben die Gesamtbestände seit Jahren unverändert.

Seehunde auf Norderney
DPA

Seehunde auf Norderney


In der Nordsee werden immer mehr Seehunde geboren. Bei Zählflügen im Wattenmeer von Deutschland, Dänemark und den Niederlanden wurden in diesem Jahr 9285 Jungtiere erfasst, teilte das Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven mit.

Schon 2017 hatte es mit 9167 Welpen einen Rekordwert gegeben - seit Beginn der Zählungen 1974 wurden noch nie so viele Tiere erfasst.

Regional waren die Veränderungsraten aber unterschiedlich. In Schleswig-Holstein gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 15 Prozent auf 4576 Welpen, in Niedersachsen und Hamburg blieb die Zahl mit 2158 mit einem leichten Minus von zwei Prozent annähernd stabil. In Dänemark ging sie zurück.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Gesamtpopulation aller registrierten Tiere bleibt mit jährlich 25.000 bis 27.000 Seehunden seit 2012 dagegen weitgehend konstant. Dem Wattenmeersekretariat zufolge könnte dies darauf hindeuten, dass der Bestand unter den gegebenen Umweltbedingungen die maximale Größe erreicht haben könnte. Allerdings können die erwachsenen Tiere gar nicht alle gezählt werden, weil sie im Gegensatz zu Welpen oft im Wasser tauchen.

"Wir beobachten einen stabilen und vitalen Seehundbestand", sagte Sascha Klöpper vom Gemeinsamen Wattenmeersekretariat (CWSS) in Wilhelmshaven. Diese länderübergreifende Stelle koordiniert die Zählflüge in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden.

In den vergangenen Jahrzehnten seien die Seehunde durch Eingriffe des Menschen in die Umwelt und den Ausbruch verheerender Seuchen wie der Seehundstaupe 1988 und 2002 stark dezimiert worden. Inzwischen seien aber Schutzmechanismen entwickelt worden.

Zählflüge mussten ausfallen

Regionale Unterschiede bei der Entwicklung der Seehundzahlen sind den Fachleuten zufolge auf unterschiedliche Faktoren zurückzuführen, etwa die Bewegungen der Tiere. Eine Rolle spielt auch, dass Zählflüge aufgrund örtlicher Witterungsbedingungen oder anderer Gründe nicht immer zu den geplanten Zeiten stattfinden können. So waren etwa Teile des niederländischen Wattenmeers wegen Militärmanövern nicht zugänglich, in Schleswig-Holstein war das Wetter an den Tagen zu schlecht.

Deutschland, Dänemark und die Niederlande koordinieren ihre Schutzmaßnahmen im Wattenmeer. Sie haben dafür die sogenannte Trilaterale Wattenmeer-Zusammenarbeit ins Leben gerufen. Die Arbeit der Gruppe wird vom Gemeinsame Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven organisiert.

joe/dpa/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.