Nordsee Vogelgrippe-Variante für Seehundsterben verantwortlich

Seit Anfang Oktober starben zahlreiche Seehunde auf deutschen Nordseeinseln. Nun steht die genaue Todesursache des Massensterbens fest: Eine Variante des Vogelgrippevirus.

Trauriges Strandgut: Ein toter Seehund liegt am 16.10.2014 am Strand von Hörnum (Schleswig-Holstein) auf Sylt
DPA

Trauriges Strandgut: Ein toter Seehund liegt am 16.10.2014 am Strand von Hörnum (Schleswig-Holstein) auf Sylt


Tönning - Auffallend viele tote und schwerstkranke Seehunde wurden seit Anfang Oktober auf Nordseeinseln gefunden. Nun ist die genaue Todesursache geklärt: Die Tiere starben an einer Variante der Vogelgrippe. Schon Anfang der Woche wurde bekannt, dass es sich um einen Grippeerreger handelt. Am Freitag teilte die Nationalparkverwaltung im nordfriesischen Tönning nun mit, dass Wissenschaftler in den Kadavern Influenza-Viren vom Typ H10N7 gefunden haben.

Aus Dänemark sei kurz zuvor die Bestätigung vom Veterinärinstitut der Technischen Universität in Frederiksberg gekommen, dass auch dort H10N7 die Ursache für die erhöhte Seehundsterblichkeit der vergangenen Monate rund um die Insel Anholt im Kattegat und im dänischen Wattenmeer sei, sagte Nationalpark-Sprecherin Heike Wells.

Seit Anfang Oktober wurden rund 500 tote und schwerstkranke Tiere von den Stränden auf Sylt, Helgoland, Amrum und Föhr geborgen. Experten hoffen jetzt, dass die Erkrankungswelle ihren Höhepunkt überschritten hat. Trotz der starken Westwinde der vergangenen Tage sei die Zahl der tot an der schleswig-holsteinischen Westküste angespülten Seehunde nur leicht gestiegen. "Das gibt Anlass zu der Hoffnung, dass sich die Erkrankungswelle nicht verstärkt hat", sagte Nationalpark-Chef Detlef Hansen.

Seehunde und Kegelrobben

khü/dpa

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