Zuchtprogramm Seltene Przewalski-Pferde in Mongolei geflogen

Der Prager Zoo züchtet Przewalski-Pferde, die einzigen erhaltenen Wildpferde. Vier der Tiere wurden nun in ihre ursprüngliche Heimat, die Mongolei, geflogen.

Przewalskifohlen folgt Muttertier
DPA

Przewalskifohlen folgt Muttertier


Vier seltene Przewalski-Pferde sind in klimatisierten Boxen mit einem tschechischen Militärflugzeug zur Auswilderung in die Mongolei geflogen worden. Zwei von ihnen waren in deutschen Tierparks zur Welt gekommen: Naya vor vier Jahren in München, Romy vor acht Jahren in Leipzig.

Beide Stuten seien von ruhiger Natur, sagte eine Sprecherin des Prager Zoos am Dienstag.

Das Przewalski-Pferd ist das einzige Wildpferd, das bis heute in seiner ursprünglichen Form überlebt hat. Die gedrungen gebauten Tiere wurden in freier Wildbahn bis 1969 ausgerottet, konnten aber durch Zuchtprogramme wieder in der Natur angesiedelt werden.

Ein betäubtes Przewalski-Pferd wird am Militärflugplatz Prag-Kbely bei Prag für den Transport in die Mongolei vorbereitet.
Petr Hamerník/ Zoo Prag/ DPA

Ein betäubtes Przewalski-Pferd wird am Militärflugplatz Prag-Kbely bei Prag für den Transport in die Mongolei vorbereitet.

Die beiden anderen Pferde des ausgewilderten Quartetts stammten aus Dänemark und Tschechien. Es war bereits der siebte Lufttransport von Prag aus in den Westen der Mongolei. "Für uns ist das Przewalski-Pferd ein ikonisches Tier", sagte Prags Zoodirektor Miroslav Bobek.

In einem Freigehege werden die Neuankömmlinge zunächst ein Jahr lang an das Leben in der asiatischen Steppenlandschaft gewöhnt. Die Gesamtzahl der Przewalski-Pferde im Gobi-Schutzgebiet steigt damit auf 170.

Eine Kiste mit Przewalski-Pferden wird in ein Militärflugzeug geschoben.
Petr Hamerník/ Zoo Prag/ DPA

Eine Kiste mit Przewalski-Pferden wird in ein Militärflugzeug geschoben.

Bis zum Beginn des Wiederansiedlungsprojekts vor 25 Jahren galten die Tiere als in freier Wildbahn ausgestorben.

Für die tschechische Armee war der Flug über 6000 Kilometer mit zwei Zwischenstopps eine gute Übung: "Wir hatten die einzigartige Möglichkeit, eine Landung auf unbefestigtem Untergrund zu üben", teilte Luftwaffen-Generalmajor Jaromir Sebesta mit.

Die sandfarbenen Przewalski-Pferd haben häufig einen dunklen Strich auf dem Rücken, auch Mähne und Schweif sind dunkel; sie werden auch Falben genannt. Mitunter hat zudem das Fell an den Beinen dunklere Querstreifen.

Einst waren alle Pferde Falben: Mutationen in einem einzelnen Gen hätten Pferde für immer verändert. Eine Mutation war demnach schon vor mehr als 40.000 Jahren im Erbgut von Pferden präsent. Im Zuge der Domestikation seien vom Menschen wohl verstärkt Tiere mit dieser Anlage für die Zucht gewählt worden. Dem Menschen waren braune und schwarze Tiere also offenbar lieber - er vollzog die Auslese.

boj/dpa



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