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Seltsame Nase: Das Comeback des Schlitzrüsslers

Es ist eine kleine Sensation, denn eigentlich hielt die Wissenschaft ihn für ausgestorben. Doch nun hat sich der kubanische Schlitzrüssler wieder gezeigt. In Kuba reckte der Insektenfresser erstmals seit Jahren wieder seine lange Nase ans Tageslicht.

Woher der Name kommt, zeigt dieses Präparat: Der große Rüssel ist nicht zu übersehen
AP

Woher der Name kommt, zeigt dieses Präparat: Der große Rüssel ist nicht zu übersehen

Er sieht aus wie eine Mischung aus Dachs, Igel und Ameisenbär: Der Kuba-Schlitzrüssler oder Solenodon cubanus hat alles, was ein Tier skurril macht. Nach vier langen Jahren ist der schon ausgestorben Geglaubte zum ersten Mal wieder gesichtet worden, schreibt die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina. Ein männliches Exemplar des Insektenfressers soll im Alexander-von-Humboldt- Nationalpark im Nordosten Kubas aufgetaucht sein. In den vergangenen 30 Jahren hatte sich der Rüssler nur zweimal gezeigt, 1972 und 1999.

Besonders die Biologen dürften sich über den erneuten Fund freuen, da das ungewöhnliche Tier eine Art lebendes Fossil ist. Seine anatomischen Merkmale lassen darauf schließen, dass sich der Schlitzrüssler vor langer Zeit von anderen Insekten fressenden Kleinsäugern, wie Igel oder Spitzmaus, abgespalten und sich dann allerdings kaum weiter entwickelt hat. Die Wissenschaftler versprechen sich deshalb neue Erkenntnisse über die Entstehungsgeschichte verwandter Säugetiere.

Ursprünglich war der Schlitzrüssler im gesamten Karibikraum weit verbreitet, lebt heute allerdings wohl nur noch auf Kuba. Ganz sicher können sich die Forscher jedoch nicht sein, denn das karottennasige Tierchen ist sehr schwierig zu finden. Aus Angst vor Greifvögeln rüsselt es sich tagsüber in der Erde ein und kommt nur nachts an die Oberfläche, um nach Insekten zu jagen.

Entdeckt wurde der zählebige Rüssler übrigens von einem Farmer, der gleich als Namensgeber herhalten musste. Bevor das Tier wieder freigelassen wurde, legten die Wissenschaftler noch das Maßband an: Der kleine "Alejandrito" wiegt 700 Gramm und ist 30 Zentimeter lang. Ob seine markante Rüsselform auch Vorbild für die kubanischen Zigarren gewesen ist, haben Wissenschaftler allerdings noch nicht überprüft.

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