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Sensation in New Mexico: Forscher finden Raubsaurier-Urahn

Sensation in der Dinosaurierforschung: Hobby-Ausgräber haben 214 Millionen Jahre alte Knochen entdeckt - jetzt steht fest, dass sie von einer bisher unbekannten Dinosaurier-Art stammen. Der Fund bringt endlich Licht in die Entstehungsgeschichte der Riesenechsen.

Tawa hallae: Paläontologen feiern neue Dinosaurier-Art als Sensation Fotos
DDP

Tawa hallae ist für einen Dinosaurier ziemlich klein - nur 70 Zentimeter hoch und zwischen zwei und vier Metern lang. Doch als die Paläontologen die fossilen Knochen dieses Urzeitwesens zu Gesicht bekamen, waren sie baff. "Als wir die sahen, blieb uns die Spucke weg", sagt Sterling Nesbitt von der University of Texas. Was die Forscher da vor sich hatten, sollte sich als Sensation entpuppen.

Vor fünf Jahren waren Hobby-Ausgräber im Süden der USA im Bundesstaat New Mexico nahe der Stadt Abiquiu auf einen Saurierfriedhof mit einem halben Dutzend versteinerter Skelette gestoßen. "Sie waren in fast perfektem Zustand", sagt Nesbitt. Die Aufregung der Paläontologen steigerte sich, als sie herausfanden, dass sie es mit mehreren Exemplaren einer bisher unbekannten Art zu tun hatten. Bei einem Skelett handelte es sich sogar um ein Jungtier.

Schon die Tatsache, dass in diesem Gebiet überhaupt noch fossile Skelette gefunden werden konnten, überraschte die Wissenschaftler. Seit einem Jahrhundert wird auf der sogenannten Ghost Ranch, einer Art Dinosaurierfriedhof, nach Knochen gegraben. Jetzt berichtet die Forschergruppe um Nesbitt im Fachmagazin "Science" von den Erkenntnissen, die sie aus den Funden gewonnen hat. Besonders erstaunt waren die Forscher über das hohe Alter der Gebeine: Vor etwa 214 Millionen Jahren sind die Dinosaurier gestorben. Damit bringen Tawa hallae und die übrigen Fossilien endlich Licht in die rätselhafte Entstehungsgeschichte der Dinosaurier.

Die Urzeitreptilien tauchten erstmals vor etwa 230 Millionen Jahren auf und verschwanden vor rund 65 Millionen Jahren wieder von der Erde. Aus der Frühphase, dem Trias vor 250 bis 200 Millionen Jahren - als sich auch Eidechsen, Schildkröten, Frösche und Säugetiere entwickelten -, gibt es bisher nur spärliche Funde. Entsprechend unklar ist, wie die Evolution der Dinosaurier erfolgt sein könnte.

Ursprung in Südamerika

Diese Lücke schließen jetzt die neuen Knochenfunde. Ein besonders glücklicher Umstand war für die Forscher, dass sie neben Tawa hallae auf zwei weitere Theropoden-Arten aus der gleichen Epoche stießen. "Als wir die evolutionären Beziehungen dieser Dinosaurier analysierten, entdeckten wir, dass sie nur entfernt miteinander verwandt waren, und dass jede Art nahe Verwandte in Südamerika hatte", sagt Randall Irmis von der University of Utah.

Das brachte die Forscher dazu, eine neue Hypothese über die Evolution der Dinosaurier aufzustellen: Demnach sind die Tiere ursprünglich im Gebiet des heutigen Südamerika entstanden. Dort spalteten sie sich rasch in verschiedenen Gruppen auf und besiedelten dann in mehreren Wellen weite Teile der Erde. Deren Landmasse beschränkte sich damals noch auf den Urkontinent Pangäa. Auf diese Weise gelangten die Dinos lange vor der Aufspaltung der Kontinente auch auf das Gebiet des heutigen New Mexico.

Während die Theropoden diese damals am Äquator gelegene Gegend offenbar bevorzugten, scheinen die großen Pflanzenfresser die Region eher gemieden zu haben. Bisher sei in Nordamerika noch kein einziger Sauropode aus der Zeit des Trias entdeckt worden, sagt Irmis. "Aus irgendeinem Grund fanden damals nur die fleischfressenden Dinosaurier das nordamerikanische Klima günstig."

Das Jungtier von Tawa hallae, das die Paläontologen gefunden hatten, misst von der Schnauze bis zur Schwanzspitze zwei Meter und weist ohne den langen Schwanz etwa die Maße eines großen Hundes auf. Ebenso wie die erst später entstandenen Tyrannosaurus rex und Velociraptor zählt Tawa zu den fleischfressenden Sauriern, den Theropoden. Er lief auf zwei Beinen und hatte einen Luftsack um Hals und Hirnschale - ähnlich wie heutige Vögel.

cib/AP/ddp

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
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1. Dino
marypastor 10.12.2009
Zitat von sysopSensation in der Dinosaurierforschung: Hobby-Ausgräber haben 214 Millionen Jahre alte Knochen entdeckt - jetzt steht fest, dass sie von einer bisher unbekannten Dinosaurier-Art stammen. Der Fund bringt endlich Licht in die Entstehungsgeschichte der Riesenechsen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,666409,00.html
Na, gottseidank, ich dachte schon, sie wuerden es nicht mehr rauskriegen.
2. Fleischfresser auf Vegetarier umgeschult?
hippo-jk 11.12.2009
Gegen Ende des Artikels heißt es, man habe in der Region keine Sauropoden, nur Fleischfresser gefunden. Gut. Wovon haben die lieben Tier'chen dann gelebt? Luft und Liebe? Also weiter suchen! Arbeit für weitere Generationen von Forschern, oder lieber doch die Amateure 'ranlassen...
3. "jetzt steht fest,,,"
Sloopy, 11.12.2009
Ist das wieder so eine Sensation wie Ida im Frühjahr, wo man - für ca. 5 Monate - den Vorfahren des Menschen entdeckte?
4. Das soll Wissenschaft sein?
e.schw 11.12.2009
Zitat von sysopSensation in der Dinosaurierforschung: Hobby-Ausgräber haben 214 Millionen Jahre alte Knochen entdeckt - jetzt steht fest, dass sie von einer bisher unbekannten Dinosaurier-Art stammen. Der Fund bringt endlich Licht in die Entstehungsgeschichte der Riesenechsen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,666409,00.html
Zitat Spiegel Online: “Das brachte die Forscher dazu, eine neue Hypothese über die Evolution der Dinosaurier aufzustellen: Demnach sind die Tiere ursprünglich im Gebiet des heutigen Südamerika entstanden.” Wäre interessant zu erfahren, wie sich die Forscher den Vorsaurier oder den Vorvorsaurier vorstellen. Allein der Versuch, den vermuteten Werdegang der Augen des gefundenen Tieres zu erklären, müsste Paläobiologen in die Verzweiflung treiben. Augen hatten ja auch die so genannten Archosauria. Davon abgesehen, dass eine Entwicklung nicht wirklich nachweisbar ist, könnten die Forscher mit ihren Erklärungsversuchen von vornherein einpacken, stünden ihnen die im Grunde auch wiederum nur behaupteten ungeheuren Zeiträume nicht zur Verfügung. Alles ist möglich, wenn man“genügend” Zeit hat, ist der Glaube der Paläontologen. Doch mit dem Nachweis dieser Zeiträume hapert’s, da verhaut man sich gerne mal um gut eine Milliarde Jahre. Na ja, kostet ja nichts. Ganze Bibliotheken wären nötig, um das Material zu fassen, das nötig wäre, die Evolution von dem gefundenen Tierchen bis zu den “späteren” Saurier zu “erklären”. Da jedoch von der Glaubwürdigkeit solcher “wissenschaftlicher” Ergüsse weder die Höhe Einkommens noch die der Einkommensteuer abhängen, lässt man die Paläontologen weiter ihr Süppchen kochen. Na ja, ganz umsonst machen die das allerdings auch nicht.
5. Religion vs. Wissenschaft
c.werner 11.12.2009
Zitat von e.schwZitat Spiegel Online: “Das brachte die Forscher dazu, eine neue Hypothese über die Evolution der Dinosaurier aufzustellen: Demnach sind die Tiere ursprünglich im Gebiet des heutigen Südamerika entstanden.” Wäre interessant zu erfahren, wie sich die Forscher den Vorsaurier oder den Vorvorsaurier vorstellen. Allein der Versuch, den vermuteten Werdegang der Augen des gefundenen Tieres zu erklären, müsste Paläobiologen in die Verzweiflung treiben. Augen hatten ja auch die so genannten Archosauria. Davon abgesehen, dass eine Entwicklung nicht wirklich nachweisbar ist, könnten die Forscher mit ihren Erklärungsversuchen von vornherein einpacken, stünden ihnen die im Grunde auch wiederum nur behaupteten ungeheuren Zeiträume nicht zur Verfügung. Alles ist möglich, wenn man“genügend” Zeit hat, ist der Glaube der Paläontologen. Doch mit dem Nachweis dieser Zeiträume hapert’s, da verhaut man sich gerne mal um gut eine Milliarde Jahre. Na ja, kostet ja nichts. Ganze Bibliotheken wären nötig, um das Material zu fassen, das nötig wäre, die Evolution von dem gefundenen Tierchen bis zu den “späteren” Saurier zu “erklären”. Da jedoch von der Glaubwürdigkeit solcher “wissenschaftlicher” Ergüsse weder die Höhe Einkommens noch die der Einkommensteuer abhängen, lässt man die Paläontologen weiter ihr Süppchen kochen. Na ja, ganz umsonst machen die das allerdings auch nicht.
Vorstellungen davon gibt es. Nur eben noch keine keine Fossilien. Über den Punkt der Verzweiflung sind die Wissenschaftler- Dank der DNA- schon hinweg. Es gibt hinreichende wissenschaftliche Erkenntnisse über die Entstehung der Augen, man muss sie nur zur Kenntnis nehmen. Haben Sie neue Erkenntnisse? Lassen Sie mal hören. Aber erzählen Sie bitte nicht die Geschichte mit Adam und der Rippe. Das glaubt heute ja doch keiner mehr. Also ich habe darüber nur ein Buch, dass es aber sehr gut erklärt. Kann ich nur empfehlen: http://www.amazon.de/Geschichten-vom-Ursprung-Lebens-Zeitreise/dp/3550087489 Sie können ja gern versuchen, die Wissenschaftler glaubwürdig zu widerlegen. Der Nobelpreis wäre Ihnen sicher.
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