Sensationsfund in Bayern: Erstmals vollständiges Saurierskelett in Europa entdeckt

Von der größten Entdeckung in Deutschland seit dem Archaeopteryx ist die Rede: In Bayern haben Paläontologen das am besten erhaltene Dinosaurier-Skelett Europas entdeckt - 98 Prozent der Knochen sind vorhanden. Ein Trick sorgt dafür, dass es das Land nicht verlassen darf.

Namenloser Raubdinosaurier: 72 Zentimeter langes Jungtier Zur Großansicht
DPA/ Helmut Tischlinger

Namenloser Raubdinosaurier: 72 Zentimeter langes Jungtier

Kelheim/München - Das europaweit am besten erhaltene Saurier-Fossil ist in Bayern entdeckt worden. Der noch namenlose Raubdinosaurier (Theropode) sei zu 98 Prozent vollständig und damit auch weltweit eines der am besten erhaltenen Fundstücke, sagte Oliver Rauhut, Konservator an der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, am Mittwoch in München. Das rund 72 Zentimeter lange Jungtier habe im niederbayerischen Kelheim gelegen.

Als wissenschaftliche Sensation gilt das Fossil auch, weil Jungtiere extrem selten gefunden werden und sogar Haut- und Haarstücke noch erhalten sind. Nun wird es erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und zwar am 27. Oktober bei den Mineralientagen München. Es wird dann vier Tage lang zu sehen sein.

Unter der Leitung von Rauhut erstellte ein internationales Team ein erstes Gutachten über den Sensationsfund. "Das rund 135 Millionen Jahre alte Fossil ist von überragender wissenschaftlicher Bedeutung", sagte der Dinosaurierexperte. Viele Fossilien seien bisher in China gefunden worden. "Aus der Ferne sehen die oft sehr vollständig aus. Bei genauerer Betrachtung sieht man jedoch, dass die Knochenerhaltung bei ihnen nicht so toll ist."

Auch der neue Fund sei zwar nur zweidimensional, aber die Knochen und viele anatomische Details seien sehr gut erhalten. Verglichen mit anderen Fossilien seien 98 Prozent Vollständigkeit extrem gut. "Die am besten erhaltenen Tyrannosaurus-Skelette, die wir haben, haben so um die 80 Prozent und das ist schon hervorragend", sagte Rauhut.

Deutsches Kulturgut

Theropoden, zu denen auch der bekannte Tyrannosaurus zählt, gehören zu den seltensten Dinosaurierfunden. Ein großer Teil der identifizierten Arten sei nur aus fragmentarischen Resten bekannt, sagte der Sprecher der Mineralientage, Dan Ravasz.

Der Saurier sei zudem ein Jungtier, die man nur sehr selten finde. "Es ist jedoch sehr schwer festzustellen, wie alt er war. Ein frisch geschlüpfter Tyrannosaurus hätte ungefähr diese Größe gehabt." Er könne aber auch bis zu einem Jahr alt gewesen sein. Dass es ein junges Tier sei, sehe man an der Größe des Schädels, den Proportionen und der Oberfläche der Knochen. Erkenntnisse über Jungtiere sind für die Forscher besonders wichtig, um Evolutionsmechanismen zu verstehen.

Auch die Haarfunde sind bedeutend. Haar- und Faserstrukturen bei Dinosauriern stehen schon seit Jahren im Mittelpunkt vieler Untersuchungen, da sich aus ihnen wohl die beim Urvogel Archaeopteryx erstmals überlieferten Federn entwickelt haben. "Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass dieser neue Theropode vermutlich das bedeutendste Fossil eines Archosauriers auf deutschem Boden seit den Funden des Urvogels Archaeopteryx darstellt", sagte Rauhut.

Das Skelett wurde vor einem bis zwei Jahren gefunden. Zum genauen Fundort und dem Besitzer, einem Deutschen, wollte Ravasz keine Details nennen. Das Fossil wurde als Deutsches Kulturgut angemeldet. Dadurch verringert sich zwar der finanzielle Wert drastisch, und der Dinosaurier darf das Land nicht mehr verlassen. Dafür wird er aber der Wissenschaft in Deutschland und der Öffentlichkeit dauerhaft erhalten bleiben. Vermutlich soll das Fossil, das noch einen wissenschaftlichen Namen bekommen muss, später als Leihgabe an ein Museum gegeben werden.

boj/dpa

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insgesamt 53 Beiträge
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1. Mit Shampoo waschen!
Pilzipp 12.10.2011
Behaarte Theropoden? Das ist ja interessant. Federartige Strukturen waren ja bekannt - aber das ist nun schon erstaunlich ...
2. .
frubi 12.10.2011
Zitat von sysopVon der größten Entdeckung in Deutschland seit dem Archaeopteryx ist die Rede: In Bayern haben Paläontologen das am besten erhaltene Dinosaurier-Skelett Europas entdeckt - 98 Prozent der Knochen sind*vorhanden.*Ein Trick sorgt dafür, dass es das Land nicht verlassen darf. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,791441,00.html
Bei der Überschrift dachte ich zuerst, die hätten den FJ Strauss versehentlich ausgegraben.
3. Ich frage mich,
ReneMeinhardt 12.10.2011
was der Rest dieses Viehs mit deutschem Kulturgut gemein hat.
4. (°_°)
Just4fun 12.10.2011
Zitat von ReneMeinhardtwas der Rest dieses Viehs mit deutschem Kulturgut gemein hat.
siehe #2; das andere bayrische Urviech war eben FJS
5. Bayrisches Saurierskelett entdeckt.
sikasuu 12.10.2011
Ist doch nichts ungewöhliches.! . In diesem Bundesland werden noch Leben sogar noch welche. Können sogar hoch Aufsteigen,bis zum Innenminister.
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