Seychellen: Gesuchte Schildkröte gab es nie

Klappbrustschildkröte Pelusios castaneus: Identisch mit angeblich ausgestorbener Art Zur Großansicht
Mark-Oliver Rödel

Klappbrustschildkröte Pelusios castaneus: Identisch mit angeblich ausgestorbener Art

1906 wurde die Wasserschildkröte Pelusios seychellensis zuletzt gesichtet, sie galt als ausgestorben. Nun aber zeigt sich, dass es die Art nie gegeben hat - es war eine Verwechslung.

Eine Schildkrötenart, die als ausgestorben galt, hat es neuen Erkenntnissen von Wissenschaftlern zufolge nie gegeben. Die auf den Seychellen vermutete Wasserschildkröte existierte nach einer DNA-Studie deutscher und österreichischer Forscher nie als eigene Art, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "PloS One" berichteten. Der genetische Abgleich habe gezeigt, dass die Schildkröte Pelusios seychellensis mit der in Westafrika weit verbreiteten Pelusios castaneus identisch sei. Einige Tiere seien vermutlich von Menschen vor langer Zeit auf die Inselgruppe gebracht worden.

Die von den Forschern untersuchte Schildkröte war 1906 als eine auf der Mahé-Insel auf den Seychellen heimische Art beschrieben worden. Wissenschaftler befassten sich lange mit ihrer Ähnlichkeit mit der Schildkröte in Westafrika, die vom Senegal bis nach Angola an der Küste heimisch ist. Aufgrund der weiten Entfernung zu den Seychellen östlich von Afrika waren Forscher aber lange der Ansicht, beide Arten müssten unterschiedlich sein.

"Programme müssen überarbeitet werden"

Dasselbe Wissenschaftlerteam hatte kürzlich bereits bei einer weiteren Schildkröte nachgewiesen, dass sie von Menschen auf die Seychellen gebracht worden war. Nun bleibt noch eine Schlammschildkrötenart, die als vermutlich originär auf den Seychellen heimisch gilt. "Die Programme zum Schutz von Schildkröten auf den Seychellen müssen überarbeitet werden", forderte Uwe Fritz vom Dresdner Forschungsinstitut Senckenberg, damit die knappen Gelder gut genutzt werden.

Wasser- und Landschildkröten sind die Wirbeltiere, bei denen nach Angaben der Wissenschaftler das größte Risiko ihrer Ausrottung besteht. Von etwa 320 Arten wurden demnach die auf Inseln beheimateten Tiere besonders hart durch natürliche Feinde und durch menschliche Einflüsse getroffen.

boj/AFP

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insgesamt 10 Beiträge
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1. Sauriersterben
darthmax 04.04.2013
wieso haben Schildkröten und Krokodile eigentlich überlebt, egal ob Vulkan oder Meteor oder beides ? Wieso Hai und Stör aber andere nicht ?
2.
stani 04.04.2013
Zitat von darthmaxwieso haben Schildkröten und Krokodile eigentlich überlebt, egal ob Vulkan oder Meteor oder beides ? Wieso Hai und Stör aber andere nicht ?
Auf diese gute Frage bekommen Sie vielleicht diverse Antworten, aber Sie sollten nicht erwarten, dass dies dann mehr als Spekulationen sind. Die riesigen Zeiträume um die es insgesamt geht lassen erahnen, dass es irgendwelche bestimmbare Gründe bzw. Regelmäßigkeiten geben könnte oder sogar müsste, aber wenn dem so ist dann sind sie unbekannt.
3. @ darthmax @ stani
morkvamork 05.04.2013
man kann das ganze auch evolution nennen. machmal haut es einfach nicht hin. zu gross, zu blind, zu taub oder zu dumm, es bleiben dann nur nischen. kein vulkan oder oder asteroid oder was auch immer kann auf einmal alles leben vernichten (könnte im zweifelsfall nur der mensch selber). oder noch unwahrscheinlicher, eine komplette spezies und dabei andere dabei verschonen
4. Und?
inverts 05.04.2013
Nu ja, da wurde eine Art zweimal beschrieben, und erst jetzt hat es jemand bemerkt. Sowas finden wir Taxonomen etliche Male. Habe selbst schon ein paar Dutzend Namen synonymisiert, das kommt aber nur in einer Randnotiz in der Monographie heraus, aber sicherlich nicht bei SPON. Sommerloch?
5.
andreasus 05.04.2013
Zitat von darthmaxwieso haben Schildkröten und Krokodile eigentlich überlebt, egal ob Vulkan oder Meteor oder beides ? Wieso Hai und Stör aber andere nicht ?
Das sind kaltblütige Tiere die man nicht mit wahrscheinlich warmblütigen Sauriern vergleichen kann. Saurier sind wohl eher verwandt mit heutigen Vögeln.
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