Perseiden Mond stört Sicht auf Sternschnuppen über Deutschland

Mehrere Dutzend Sternschnuppen regnen ab Sonntag über Deutschland vom Himmel. Doch das Spektakel wird durch ein zweites Himmelsphänomen getrübt: Der Mond scheint besonders hell.

DPA

Sternschnuppen sollen Glück bringen und Wünsche erfüllen. Im August ist die Chance am größten, eine zu sehen. Allerdings braucht man in diesem Jahr besonders viel Glück, um den Sternschnuppenregen der Perseiden verfolgen zu können. Nicht nur Wolken stören die Sicht in den Nachthimmel, sondern es wird auch zu hell für die winzigen, schnellen Lichtblitze.

Ausgerechnet in der Nacht mit den meisten Perseiden-Meteoren, von Dienstag auf Mittwoch, stört in diesem Jahr der helle Mond bei der Beobachtung. Der Erdtrabant steht fast die gesamte Nacht am Himmel und wird so die lichtschwachen unter den vielen Sternschnuppen überstrahlen. "Die Perseiden werden nicht in voller Schönheit zu sehen sein", sagte Sabine Frank vom Sternenpark Rhön.

In Jahren mit dunklen Nächten dürfen ungeübte Beobachter mit bis zu zwei Dutzend Perseiden-Meteoren pro Stunde rechnen. Dieses Jahr wird der Mond schon etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang gegen 20.15 Uhr im Osten aufgehen und noch eine Besonderheit aufweisen, berichtet die Vereinigung der Sternfreunde. Es werde der größte Vollmond des Jahres, weil er dann in Erdnähe stehe und scheinbar zehn Prozent größer sei als in mittlerer Entfernung.

Sternschnuppenregen dank optischer Täuschung

Die Perseiden-Sternschnuppen sind von Sonntag an sichtbar. Sie sind der aktivste Meteorstrom des Jahres. Ihren Namen haben sie vom Sternbild Perseus. Dort liegt der scheinbare Ausgangspunkt der Perseiden-Meteore. In Wahrheit kommen die Meteore aber nicht aus der fernen Fixstern-Welt, sondern aus der unmittelbaren Umgebung der Erde: Auf seiner Bahn um die Sonne kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn um unser Zentralgestirn zurückgelassen hat.

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses etwa alle 130 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein. In einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinung, die wir Sternschnuppe nennen.

Dem mit der Erde durchs All sausenden Beobachter bietet sich dabei ein Bild wie einem Autofahrer bei dichtem Schneetreiben: Beim Blick durch die Windschutzscheibe sieht es so aus, als kämen alle Schneeflocken von einem gemeinsamen Ausgangspunkt. In Wahrheit spielt uns nur die Perspektive einen Streich - genauso wie die scheinbar auf uns zu rasenden Perseiden, deren Leuchtspuren am Himmel sich alle ins Sternbild Perseus zurückverlängern lassen.

Bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre leuchten die größeren Meteore so stark wie helle Sterne und Planeten. Noch heller, aber auch entsprechend seltener sind die sogenannten Feuerkugeln. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her. Die weitaus meisten Meteore sind jedoch deutlich lichtschwächer - mit der Folge, dass manche Perseiden-Sternschnuppen in diesem Jahr wegen des hellen Mondes nicht zu sehen sein werden. Sternschnuppenbegeisterte entschädigen wir mit einer kleinen Bilderstrecke, die freie Sicht auf Sternschnuppen aus den vergangenen Jahren bietet.

Im Volksmund heißen Sternschnuppen auch "Laurentiustränen", weil sie um den Gedenktag des Heiligen am 10. August besonders oft zu sehen sind. Die kleinen Lichtblitze galten als die Tränen des Himmels über das Martyrium des Laurentius. Er soll am 10. August 258 auf Befehl des römischen Kaisers Valerian auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert worden sein.

Fotostrecke

19  Bilder
Astronomiefoto-Wettbewerb: Die Schönheit des Alls

jme/dpa/AFP

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
spiegelleser987 08.08.2014
1. weniger der Mond ....
Zitat von sysopDPAMehrere Dutzend Sternschnuppen regnen ab Sonntag über Deutschland vom Himmel. Doch das Spektakel wird durch ein zweites Himmelsphänomen getrübt: Der Mond erscheint besonders hell. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/sicht-auf-sternschnuppen-ueber-deutschland-wird-durch-wolken-versperrt-a-985104.html
Der Mond wird weniger stören. Ich nehme mal an, dass der Himmel bewölkt sein wird (Schlussfolgerung aus dem Wetterbericht von gestern). Und was viel nerviger ist, sind (nicht nur) in Großstädten die Straßenlampen und die Werbung. Bei den Straßenlampen ist der Abstand meist so gering, dass es übermäßig hell ist. Fällt mal eine aus, ist der Unterschied vernachlässigbar. Wenn jemand Strom sparen will, soll er mal die Hälfte Straßenlampen abschaffen oder wenigstens nachts, wenn kaum jemand auf der Straße ist, die Hälfte der Lampen ausschalten oder alle dimmen. Das würde Unmengen an Strom und Steuern sparen. Bei Straßenbahnhaltestellen stehen die Lampen im Abstand von 5 bis 6 m (zu Fuß gemessen). Fehlt eine Lampe dazwischen, weil dort ein Stromverteiler steht, fällt das nicht mal auf. Und wenn ich die Leuchtreklame der Gaststätten sehe, wird mir schlecht. Manche sind blendend hell und brennen 24 Stunden, auch wenn nachts geschlossen ist. Wozu? Und wozu müssen die auch gegen den Himmel strahlen? Einige Gaststätten schalten wenigstens tagsüber und wenn nachts geschlossen ist ab. Bei dem Licht sieht man nachts wenigstens noch Mond, Jupiter, Venus und Mars. Die anderen Planeten und Sterne sind zu dunkel. Schade, aber es interessiert kaum jemanden. Berlin hätte das Geld nicht für die Erforschung der nächtlichen Beleuchtung ausgeben müssen. Wozu muss man mit Flugzeugen die Verteilung der städtischen Beleuchtung messen? Die kennt jeder. Besser wäre es, das Geld für die Reduzierung, dunklere und fernsteuerbare Straßenlampen auszugeben. Ich - und nicht nur ich - will wieder Himmel! Wir sollten mal Himmel 21 starten.
Adelbert.von.Chamisso 08.08.2014
2. "Mehr Licht"
Zitat von spiegelleser987Der Mond wird weniger stören. Ich nehme mal an, dass der Himmel bewölkt sein wird (Schlussfolgerung aus dem Wetterbericht von gestern). Und was viel nerviger ist, sind (nicht nur) in Großstädten die Straßenlampen und die Werbung. Bei den Straßenlampen ist der Abstand meist so gering, dass es übermäßig hell ist. Fällt mal eine aus, ist der Unterschied vernachlässigbar. Wenn jemand Strom sparen will, soll er mal die Hälfte Straßenlampen abschaffen oder wenigstens nachts, wenn kaum jemand auf der Straße ist, die Hälfte der Lampen ausschalten oder alle dimmen. Das würde Unmengen an Strom und Steuern sparen. Bei Straßenbahnhaltestellen stehen die Lampen im Abstand von 5 bis 6 m (zu Fuß gemessen). Fehlt eine Lampe dazwischen, weil dort ein Stromverteiler steht, fällt das nicht mal auf. Und wenn ich die Leuchtreklame der Gaststätten sehe, wird mir schlecht. Manche sind blendend hell und brennen 24 Stunden, auch wenn nachts geschlossen ist. Wozu? Und wozu müssen die auch gegen den Himmel strahlen? Einige Gaststätten schalten wenigstens tagsüber und wenn nachts geschlossen ist ab. Bei dem Licht sieht man nachts wenigstens noch Mond, Jupiter, Venus und Mars. Die anderen Planeten und Sterne sind zu dunkel. Schade, aber es interessiert kaum jemanden. Berlin hätte das Geld nicht für die Erforschung der nächtlichen Beleuchtung ausgeben müssen. Wozu muss man mit Flugzeugen die Verteilung der städtischen Beleuchtung messen? Die kennt jeder. Besser wäre es, das Geld für die Reduzierung, dunklere und fernsteuerbare Straßenlampen auszugeben. Ich - und nicht nur ich - will wieder Himmel! Wir sollten mal Himmel 21 starten.
In der Tat, man ist gewillt, des alten Goethes angeblich letzte Worte umzudrehen: Nicht mehr, sondern weniger Licht, bitte. Natürlich haben die USA auch bei diesem Thema die Superlative auf ihrer Seite. Als in L.A. einstmals großflächig des Nächtens die Stromversorgung zusammenbrach, meldeten sich kurz darauf viele besorgte Bürger via Handy bei der Polizei (die offensichtlich einen Notstromaggregat im Keller hat): Sie hatten viele funkelnde Lichter am Himmel gesehen und waren ob dieses scheinbar noch nie beobachteten Phänomens völlig ratlos und verängstigt. Und nein, das ist keine "urban legend", sondern tatsächlich passiert!
cindy2009 08.08.2014
3. danke
Da werden uns Energiesparlampen verordnet, aber weiterhin Strassen. beleuchtet, die es gar nicht nötig haetten. Ich brauche nachts kein licht anmachen. Laterne sei Dank. Das Teleskop kann ich vergessen. Selbst das AKE nebenan vergiftet die Sicht.
mittelerdling 08.08.2014
4. Nun ja...
... Zitat:" In Jahren mit dunklen Nächten dürfen ungeübte Beobachter mit bis zu zwei Dutzend Perseiden-Meteoren pro Stunde rechnen." Zitat Ende. Da frage ich mich, was in den anderen Jahren ist. Und: dürfen nur geübte Beobachter mit mehr Sternschnuppen rechnen?? Und ja, die Lichtverschmutzung geht auch mir als Hobby-Astronom gegen den Strich.
pepe-b 08.08.2014
5. @mittelerdling
In Jahren mit hellen Nächten sehen Sie halt nur die "dicken Dinger". In dunklen Nächten eben auch die leuchtschwächeren und somit deutlich mehr... Das wird ein Hobbyastronom ja aber sicher wissen...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.