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Bedrohte Marienkäfer: Comeback mit sieben Punkten

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Siebenpunkt-Marienkäfer: In Deutschland werden sie wieder häufiger

Der heimische Marienkäfer - roter Rücken, sieben schwarze Pünktchen - drohte schon auszusterben, weil ihm eine eingeschleppte Art aus Asien Konkurrenz machte. Doch jetzt kommt der Krabbler zurück.

Seit mehr als zehn Jahren verbreiten sich die Asiatischen Marienkäfer in Deutschland. Die Allesfresser haben die heimische Art, den Siebenpunkt-Marienkäfer, in die Defensive gedrängt. Doch jetzt wird der kleine rote Krabbler wieder häufiger gesichtet.

Zuletzt hatte sich der aus Ostasien zu uns gelangte Asiatische Marienkäfer so sehr verbreitet, dass Wissenschaftler um die langfristige Erhaltung der heimischen Art bangten. Die ersten Nachweise des Asiatischen Marienkäfers (Harmonia axyridis) in Deutschland reichen Experten zufolge etwa in das Jahr 2002 zurück.

"Zwei Jahre danach ging alles rasend schnell", sagt Werner Schulze, Sprecher des Bundesfachausschusses für Insektenkunde beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Bald waren nur noch die aus Ostasien stammenden Käfer zu sehen, die wegen ihres vielfarbigen Aussehens auch als Harlekin-Marienkäfer bezeichnet werden. Sie dringen im Winter auch in Häuser ein und breiten sich bis heute aus.

Vielseitig: Die Färbung Asiatischer Marienkäfer variiert stark Zur Großansicht
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Vielseitig: Die Färbung Asiatischer Marienkäfer variiert stark

Coccinella septempunctata, wie der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer wissenschaftlich heißt, sei fast verschwunden gewesen, sagt Schulze. "Jetzt hat sich der Siebenpunkt bekrabbelt, er wird wieder regelmäßiger beobachtet." Die Art ist demnach doch nicht vom Aussterben bedroht, wie in den vergangenen Jahren befürchtet.

"Er scheint die Attacke überstanden zu haben", so Schulze. Entsprechende Beobachtungen höre er von seinen Kollegen in ganz Deutschland.

Warmes Wetter hilft heimischer Art

Grund dafür, dass sich die Art erholt, könnten die derzeit hohen Temperaturen sein: Forscher des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Kleinmachnow hatten bereits in einer Studie von 2013 mit Klimakammern herausgefunden, dass die heimischen Käfer bei höheren Temperaturen stärker zunehmen als die Konkurrenz aus Asien.

"Wir konnten feststellen, dass unser heimischer Siebenpunkt-Marienkäfer unter erhöhten Temperaturen mehr frisst als unter derzeit normalen Temperaturbedingungen. Er nimmt mehr an Körpermasse zu und bildet höhere Fettkörpergehalte", berichtete Sandra Krengel. "Harmonia axyridis hingegen frisst zwar auch mehr, aber sowohl Körpergewicht als auch Fettkörpergehalte stagnieren bei ihm."

Die Ergebnisse zeigen nach Auskunft des Instituts, dass der asiatische Käfer zumindest nicht mehr Vorteile aus dem Klimawandel zieht.

Anders sieht es offenbar beim Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata) aus, der laut Schulze früher fast noch häufiger war als der Siebenpunkt, nun aber sehr selten geworden ist.

jme/dpa

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insgesamt 28 Beiträge
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1. Authenticjazzman
Sam_Dicamillo 16.08.2015
heissen : "Lady bugs" in den Staaten , und bringen Glück.
2. Siebenpunkt selten?
phboerker 16.08.2015
Ist mir nicht aufgefallen, dass der "klassische" Siebenpunkt-Marini selten geworden wäre. Da ging es wohl eher um Hochrechnungen für die Zukunft. Zweipunkte habe ich aber wirklich schon lange nicht mehr gesehen...
3. Der asiatische Marienkäfer...
Poco Loco 16.08.2015
....ist Mancherorts richtig lästig geworden. Im Herbst versucht er zu hunderten in jede verfügbare Lücke am Haus, an den Fenstern u. Türrahmen usw. zu kriechen und nervt dann die nächsten sechs Monate im Haus. Da hilft nur der Staubsauger. Es bleibt zu hoffen, dass der heiße Sommer die Quälgeister dezimiert hat.
4. Na ja, ...
MephistoX 16.08.2015
Zitat von Poco Loco....ist Mancherorts richtig lästig geworden. Im Herbst versucht er zu hunderten in jede verfügbare Lücke am Haus, an den Fenstern u. Türrahmen usw. zu kriechen und nervt dann die nächsten sechs Monate im Haus. Da hilft nur der Staubsauger. Es bleibt zu hoffen, dass der heiße Sommer die Quälgeister dezimiert hat.
... so "quälend" sind die Dinger nun auch wieder nicht, egal ob europäisch oder asiatisch ;) Da gibt's ganz andere Viecher, die mich wesentlich mehr nerven würden.
5. Nerv
sachse78 16.08.2015
Bei uns bildeten sich früher gewaltige Trauben der Käfer in der Wohnung. Bei jedem Öffnen der Fenster rieselten Massen aufs Fensterbrett. Liebgewonnen habe ich Tierchen nicht.
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