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Skandinavien Sonnensturm löst spektakuläre Nordlichter aus

Foto: Tommy Bergseth-Larsen

Beste Sicht in Skandinavien: Die jüngste Sonneneruption hat beeindruckende Nordlichter durch die hohen Schichten der Atmosphäre wabern lassen. Weiter unten hatte der starke Sonnensturm dagegen offenbar kaum Auswirkungen.

Hamburg - Im Norden Skandinaviens sind in Folge eines starken Sonnensturms spektakuläre Nordlichter zu beobachten gewesen. Am besten war die Sicht auf das Naturschauspiel am Dienstag über Norwegen. Selbst erfahrene Fans zeigten sich beeindruckt. Er habe seine erste Aurora Borealis vor 40 Jahren gesehen, und die jetzige sei eine der bislang besten, sagte der britische Astronom John Mason, der die Nordlichter in Norwegen beobachtete.

Polarlichter sind meistens nördlich 60 Grad nördlicher Breite und südlich 60 Grad südlicher Breite zu beobachten. Das besondere Schauspiel entsteht, wenn geladene Teilchen des Sonnenwindes auf die äußeren Schichten der Erdatmosphäre treffen. Die Farbe des Lichts richtet sich nach der Art der Teilchen: Sauerstoffatome erzeugen in 100 Kilometer Höhe grünes Licht, in 200 Kilometer Höhe dagegen rotes Licht.

Die aktuelle Plasmawolke hatte sich am Montag von der Sonne gelöst. Die Wolke hatte nach Angaben der US-Wetterbehörde NOAA eine Anfangsgeschwindigkeit von mehr als 2000 Kilometern pro Sekunde - das sind über 7,2 Millionen Kilometer pro Stunde.


Trotz seiner Stärke hat der Sonnensturm nach ersten Erkenntnissen nur wenige Auswirkungen gehabt. Die US-Fluggesellschaft Delta Airlines habe sechs ursprünglich am Nordpol vorbeiführende Flüge umgeleitet, meldete der US-Sender "Fox News" auf seiner Internetseite. Andere US-Fluggesellschaften gaben an, nicht von den Stürmen betroffen zu sein. Auch die US-Wetterbehörde NOAA vermeldete zunächst keine Probleme.

Der Sonnensturm ist nach neuesten NOAA-Berechnungen der stärkste seit 2003. Die Teilchen hätten zusammen in etwa die Masse eines großen Berges in deutschen Mittelgebirgen, hatte Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau (Niedersachsen) erklärt. Der Sonnensturm sollte nach Angaben des Internetdienstes Spaceweather am Mittwoch den Mars erreichen. Er wäre damit eine Art Sonnengruß für den Marsrover "Opportunity", der dann exakt acht Jahre lang auf dem Roten Planeten im Einsatz ist.

nik/dpa

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