Tiere und Pflanzen 2013 Die zehn bizarrsten Entdeckungen aus der Natur

Durchsichtige Krabben, Zwergwespen und Plattschwanz-Geckos - 18.000 neue Spezies entdeckten Forscher 2013. Die zehn sonderbarsten zeigt das New Yorker Institut für Artenforschung in eindrucksvollen Bildern.

DPA/ SINC/ J.M. Guerra-García

Eine transparente Mini-Krabbe, eine Zwergwespe namens Tinkerbell und ein Gecko mit einem blattähnlichen Schwanz gehören zu den zehn skurrilsten Entdeckungen im Tier- und Pflanzenreich des Jahres 2013. Das Institut für Artenforschung der State University of New York (IISE) veröffentlicht jährlich eine Liste mit bizarren Spezies. Die zehn merkwürdigsten wurden aus insgesamt 18.000 neuen Arten ausgewählt, die im vergangenen Jahr beschrieben worden waren. Weitere 10 Millionen Tier- und Pflanzenarten - fünfmal mehr als bereits bekannt - warten nach Angaben der Wissenschaftler weltweit noch auf ihre Entdeckung.

Den Gecko Saltuarius eximius entdeckten Forscher in Australien. Mit seinem bräunlich-weiß gefleckten Äußeren und seinem platten Schwanz passt sich das Tier perfekt seiner Umgebung an und ist extrem schwer zu finden. Es lebt im Regenwald oder in steinigen Gebieten, gilt den Wissenschaftlern zufolge als "Nachteule" und scheint sehr selten zu sein. Der Gecko habe eine "beunruhigende Ähnlichkeit mit einem erfundenen Monster", sagt Biologe Antonio Valdecasas vom Naturmuseum in Madrid, der dem elfköpfigen Auswahlgremium vorsaß. Der Gecko und die durchsichtige Mini-Krabbe Liropus minusculus hätten ihn am meisten fasziniert. Sie seien "wunderschöne Bestien".

Die transparente Mini-Krabbe entdeckten Forscher in einer Höhle auf der Insel Santa Catalina vor Südkalifornien. Die Männchen sind ganze 3,3 Millimeter lang, die Weibchen sogar nur 2,1. Die Haut der Tiere ist durchsichtig, was ihnen ein gespenstisches Aussehen verleiht. Mit den Krabben, die gemeinhin auf dem Speiseplan des Menschen stehen, sind sie nur entfernt verwandt.

Riesig und trotzdem lange unentdeckt

Den vielleicht schönsten Namen der Top Ten hat eine Zwergwespe abbekommen: Tinkerbella nana heißt das Insekt, das zu den kleinsten der Welt gehört. Den ungewöhnlichsten Fundort kann dagegen Tersicoccus phoenicis für sich beanspruchen: Experten fanden die extrem widerstandsfähige Mikrobe dort, wo Raumschiffe zusammengebaut werden. Hier wird besonders intensiv nach Organismen geforscht, um keine irdischen Lebewesen versehentlich auf andere Himmelskörper zu bringen.

Unter den Top Ten befindet sich auch ein Einzeller. Er ist ungewöhnlich groß: Der Tarnungskünstler Spiculosiphon oceana ist vier bis fünf Zentimeter lang. Andere Neuentdeckungen haben ganz andere Ausmaße: Zwölf Meter wird der Drachenbaum Dracaena kaweesakii groß. "Es ist schwer zu glauben, dass er so lange nicht bemerkt wurde", kommentierten die Wissenschaftler. Der Baum mit den schwertförmigen Blättern und den cremefarbenen Blüten wachse in Thailand und möglicherweise in Burma - allerdings gebe es von der Art insgesamt wohl nur 2500 Stück.

Außerdem auf der Liste stehen die erste Raubtier-Entdeckung in der westlichen Hemisphäre seit 35 Jahren, die erste im Eis der Antarktis gefundene Seeanemone und ein Pilz, der aufgrund seiner Farbe der niederländischen Königsfamilie gewidmet wurde. Hinzu kommt eine durchsichtige Schnecke ohne Augen. Die Bilder der Top Ten mit ausführlichen Beschreibungen gibt es in der Fotostrecke.

Mit der seit 2008 jährlich veröffentlichten Liste der skurrilsten entdeckten Arten wollen die Wissenschaftler auf die Vielfalt im Tier- und Pflanzenreich aufmerksam machen.

jme/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
keery 23.05.2014
1. Potenzfördernd
Wird wohl nicht lange dauern, bis irgendwer die fantastisch potenzförderne Wirkung von Drachenbaumrinde und gemahlenen Bassaricyon-Krallen entdeckt.
tailspin 23.05.2014
2. Frage der Perspektive
Ich bin sicher, die durchsichtigen Krabben wuerden unserseiner als bizarr ansehen. Laufen auf nur zwei Beinen rum, sind ueberfluessig gross, haben noch nicht mal Klauen und sind komplett undurchschaubar.
taglöhner 23.05.2014
3. Wissenschaftsjournalismus
---Zitat--- ...Mit den Krabben, die gemeinhin auf dem Speiseplan des Menschen stehen, sind sie nur entfernt verwandt... ---Zitatende--- Sensationell! Und das ist noch nicht alles: Es sind überhaupt keine Krabben, auch wenn es gleich viermal im Artikel steht...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.