Smog in Italien Autofahren verboten, Pizzabacken auch

Italiens Umweltminister lädt zur Krisensitzung: Wegen des Smogs schränken die Großstädte den Autoverkehr ein. Nahe Neapel untersagt ein Bürgermeister den Betrieb von Holzöfen zum Pizzabacken.

Atemschutz in Rom: Hoffen auf den Wetterumschwung
AP/dpa

Atemschutz in Rom: Hoffen auf den Wetterumschwung


Europas Wetter ist zweigeteilt: Während Regenfluten in Großbritannien zu Überschwemmungen führen, löst anhaltende Trockenheit in Italien Smog aus. Behörden gehen mit Fahrverboten für Autos und vergünstigten Bustickets dagegen vor.

In den vier größten Kommunen des Landes - Rom, Mailand, Neapel und Turin - wurde der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft in diesem Jahr schon an mehr als den eigentlich zulässigen 35 Tagen überschritten.

Schuld an der hohen Feinstaubkonzentration in Italien ist vor allem das sonnig-trockene und windarme Winterwetter, das schon ungewöhnlich lange herrscht. Daher hoffen viele zur Lösung des Problems auf einen Wetterumschwung mit mehr Wind und Regen in den kommenden Tagen.

Pizzaback-Verbot

In der Hauptstadt Rom dürfen am Montag von 7.30 bis 12.30 Uhr und von 16.30 bis 20.30 Uhr die Autos mit ungeraden Nummernschildern nicht fahren, am Dienstag sind es die Wagen mit geraden Nummernschildern. In Mailand gilt sogar von Montag bis Mittwoch in der Zeit von 10.00 bis 16.00 Uhr ein weitgehendes Fahrverbot für alle Privatwagen.

Zudem sollen die Menschen in mehreren Städten mit günstigeren Nahverkehrstickets dazu gebracht werden, ihr Auto stehen zu lassen. So gilt in Rom beispielsweise ein Einzelfahrschein für den gesamten Tag. In Mailand gibt es diese Regelung schon seit Mitte Dezember. In Turin gibt es solche Vergünstigung von Samstag bis Dienstag.

Ob die Fahrverbote in den kommenden Tagen verlängert werden, blieb zunächst unklar. Umweltminister Gian Luca Galletti will am Mittwoch bei einer Krisensitzung mit den Bürgermeistern der großen Städte und den Präsidenten der Regionen über das weitere Vorgehen beraten.

Eine besondere Maßnahme ergreift eine süditalienische Stadt: Wie die Zeitung "La Repubblica" berichtete, verbot der Bürgermeister von San Vitaliano nahe Neapel bis Winterende das Pizzabacken im Holzofen.

Bauernregel-Quiz

boj/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 33 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
vipclip 28.12.2015
1. Schuld?
"Schuld ist vor allem eine seltene Wetterlage" Ok wenn wir über Schuld reden wollen, ist zuerst mal festzustellen das wir die Menschen selbst schuldig daran sind und nicht das Wetter
zinobln 28.12.2015
2.
...soso. Nicht die seltene Wetterlage ist SCHULD sondern wir die Menschen. Aber die Italiener erteilen wenigstens Fahrverbote und versuchen die Situation zu mildern. Fahrverbote bzw. eine Regelung mit geraden und ungeraden Nummernschildern sollten in allen EU-Großstädten eingeführt werden...da ich mir sicher bin, dass z.b. in Berlin die Belastungen nicht wesentlich geringer sind. Außerdem sollte dieser schei...Sylvesterfeuerwerksmist nicht mehr verkauft werden...auch Luftverpestung.
kenterziege 28.12.2015
3. Solche Pläne liegen ja auch bei uns in der Schublade...
Für diesen Fall hat die schlaue Familie vorgesorgt. Bei zwei Autos immer auf geade und ungerade Zahlen auf dem Kennzeichen achten. Und na ja - da gibt's dann viele Ausnahmen: Politiker in Ausübung ihres Amtes, andere Amtsträger und natürlich auch Journalisten in Ausübung ihres Berufes dürfen fahren. Ein Presseausweis reicht. Das hatten wir doch 1973 aus anderen Gründen schon mal. Und die dreckigen lauten Dieselbusse sollen es richten. Geflogen wird natürlich auch. Ein Fahrzeug mit Euro 6 ist am Ende sauberer, als das was es ansaugt. Man müsste die zwingen zu fahren!
rudig 28.12.2015
4. wann
kapieren die Menschen endlich, das übertriebenes Autofahren die Lebensqualität und die Gesundheit extrem schaden. Privates Autofahren gehört nicht in eine Stadt und derPersonennahverkehr sollte endlich besser und billiger gemacht werden dafür könnte z.B. Diesel wesentlich höher besteuert werden. Aber das wird leider von der Autolobby verhindert unddie Menschen rasen weiter über die Autobahn bis sie im nächsten Stau stehen!
mhwse 28.12.2015
5. man könnte
auch in Europa den Waldbestand wieder so herstellen wie er vor ca. 2500 Jahren war. Immer auf Brasilien (und den anderen Urwaldbesitzern) rumhacken und selber roden, bzw. auf gerodetem Land Häuschen bauen. Dann wegen der schlechten Luft jammern .. Bei rückläufiger Bevölkerung sollte es parallel möglich sein den einen oder andern Baum zu pflanzen (regional passende Sorte natürlich), auch wenn die Eigentumsverhältnisse des Bodens noch unklar sind.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.