Sommer 2018 So heiß und trocken war es in Ihrer Stadt

Sonne satt und so gut wie kein Regen: Hier sehen Sie, welche Rekorde der Sommer in Ihrer Region geknackt hat.

Park in Berlin
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Park in Berlin

Von Leonie Bossemeyer, und


Zugegeben, in den vergangenen Tagen schwächelte der Sommer etwas, doch am Donnerstag und Freitag rechnen Meteorologen bereits mit der nächsten Mini-Hitzewelle, die vor allem entlang des Rheins und der Mitte Deutschlands Temperaturen zwischen 27 und 33 Grad Celsius mit sich bringt.

Während solche Hitzetage in den vergangenen Jahren eher die Ausnahme waren, knackten die Temperaturen in diesem Sommer ungewöhnlich häufig die 30-Grad-Marke. Die bisher höchste Temperatur wurde am 31. Juli in Bernburg in Sachsen-Anhalt gemessen, dort stieg das Thermometer auf 39,5 Grad Celsius.

Der neue "Jahrhundertsommer"?

Eine Zwischenbilanz des Deutschen Wetterdienstes zeigt: So heiß und trocken wie in diesem Jahr war es von April bis Juli noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Der Sommer 2018 könnte also zum neuen "Jahrhundertsommer" werden. Bislang gilt zwar der Sommer von 2003 als der heißeste, damals wurde in Süddeutschland sogar die 40-Grad-Marke geknackt, dieser Sommer ist bisher jedoch trockener. Und er ist noch nicht vorbei.

Besonders zwischen April und Juli war es in diesem Jahr deutlich wärmer, als die durchschnittlichen Temperaturen in der Referenzperiode ab 1950 vermuten lassen. In dem Schiebebild ist links die durchschnittliche Lufttemperatur zwischen 1950 und 2018 zu sehen, rechts von 2018.

Durchschnittstemperaturen von April bis Juli im Vergleich

In diesem Jahr war es deutlich wärmer als üblich

Begleitet wurde die große Hitze in diesem Sommer von einer extremen Trockenheit: Laut dem Deutschen Wetterdienst wurde im Zeitraum April bis Juli noch nie ein so hohes Niederschlagsdefizit wie in diesem Jahr registriert. Der fehlende Niederschlag lag im Schnitt bei minus 110 Millimetern. Besonders trocken war es in Sachsen-Anhalt. Wie sich die Hitzewelle auf Deutschland bisher ausgewirkt hat, lesen Sie in der Fotostrecke.

Fotostrecke

21  Bilder
Sommer 2018: In Deutschland ist's heiß und trocken

Wie sieht es in Ihrer Region aus? Wurden auch dort Rekorde bei Temperatur und Niederschlag gebrochen? Diese Übersicht zeigt Ihnen, wie heiß und trocken es an ausgewählten Orten Deutschlands zwischen April und Juli 2018 im Vergleich zu den vergangenen Jahren war.

Und so geht's:

  • Wählen Sie zunächst die Stadt aus, für die Sie sich interessieren. Die erste Grafik zeigt Ihnen, wie viele Sommertage und heiße Tage erfasst wurden. Also solche, an denen es über 25 Grad Celsius beziehungsweise über 30 Grad Celsius warm war. In Berlin gab es beispielsweise im Untersuchungszeitraum mehr als 50 Sommertage - so viele wie noch nie.
  • Die zweite Grafik zeigt die Durchschnittstemperatur zwischen April und Juli, meist aus den Jahren 1950 bis 2018, sowie die durchschnittliche Höchst- und Tiefsttemperatur. In Rostock war es beispielsweise durchschnittlich 15,8 Grad Celsius warm. Klingt nicht gerade sommerlich. Berücksichtigt werden aber auch die Nachttemperaturen. Am kältesten war es in Rostock zwischen April und Juli im Jahr 1965 mit durchschnittlich 11,2 Grad Celsius.
  • Als Nächstes werden die Tage ohne Regen angezeigt sowie die Dauer der längsten Periode ohne Regen - also an wie vielen Tagen hintereinander es nicht geregnet hat. Deutlich trockener als sonst war es beispielsweise in Konstanz. An mehr als 80 Tagen regnete es überhaupt nicht, ein neuer Rekord.
  • Schließlich ist die durchschnittliche Regenmenge dargestellt. Auch hier zeigt sich, wie trocken es in Konstanz war. Zwischen April und Juli lag die Regenhöhe gerade einmal bei gut 170 Millimetern, 2017 waren es mehr als 400 Millimeter.

Woher kommen die Daten?

Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht regelmäßig meteorologische Daten für Deutschland. Die Karten zur Lufttemperatur ergeben sich aus den interpolierten Werten der Lufttemperatur der einzelnen Messstationen, für die Graphen der Städte haben wir jeweils die Werte einer Messstation im Stadtgebiet abgebildet. Der Vergleichszeitrum variiert je nachdem, wann eine Station in Betrieb ging oder ob die Messungen unterbrochen wurden.

Bei den Städten kann es zu geringen Abweichungen zwischen den Jahren kommen, wenn die Stationshöhe verändert wurde oder einzelne Tage im Jahr fehlen. In den Graphen werden nur Jahre abgebildet, bei denen weniger als 30 Tage fehlen.

insgesamt 28 Beiträge
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marthaimschnee 16.08.2018
1. Besonders trocken war es in Sachsen-Anhalt
wovon in der Liste glücklicherweise keine Stadt vertreten ist, denn das sähe grausam aus. Und als ob April bis Juli praktisch ohne Regen nicht schon schlimm genug wären, wir haben inzwischen Mitte August und obwohl einige Wetterportale die Dürre größtenteils für beendet erklärt haben (da war nicht zufällig Herr Pofalla beteiligt?), hat es im Süden Sachsen-Anhalts auch seit Juli nicht in relevantem Umfang geregnet. Das Maximum am Stück waren ganze 7 l/m³ bei einem Gewitter, als der andere Teile Deutschlands mal wieder im Unwetter versanken. Und insgesamt seit April kommen wir auf nichtmal 20 Liter, wobei jetzt auch das Grundwasser rapide abzunehmen beginnt, weil jeder mit Brunnen natürlich saugt wie blöd. Einzig der Umstand, daß unser Trinkwasser aus der Rappbode kommt und es im Harz immer noch einigermaßen regnet, verhindert, daß es hier komplett zur Wüste wird. Denn das Niederschlagsdefizit ist dieses Jahr zwar ganz extrem, aber auch in den letzten 5 Jahren lagen wir hier meist weit unter dem langjährigen Durchschnitt, selbst im letzten verregneten Sommer hat es nichtmal für normale Regenmengen gerreicht! Wenn ich da als praktisch "gleich um die Ecke" die Werte für Leipzig betrachte, sieht das eigentlich - bis auf die Durchschnittstemperatur - kaum auffällig aus. Insofern repräsentieren ein paar ausgewählte Städte das Elend nicht wirklich aussagekräftig.
stoffi 16.08.2018
2. Ich denke
Das man den niedrigen Wasserstand mit dem Nützlichen verbinden und die Gewässer am Grund reinigen könnte.
thorusch 16.08.2018
3. Letztes Jahr
gabs in Hamburg 287 Regentage, da hat niemand ein Wort drüber verloren. Nun haben wir mal einen anständigen Sommer und gleich ist Katastrophenalarm.
MagittaW 16.08.2018
4. Beweise für den menschengemachten Klimawandel?
Also ich kann mir beliebige Städte ansehen: in den 1980'er Jahren gab es auch so ein extremes Jahr. Auch schon viel früher. Klar, belastbare Aufzeichnungen gibt es erst seit 130 Jahren - nur unterliegt das Wetter und auch das Klima eben mitunter extremen Schwankungen. Über den Zeitraum von 2000 Jahren gab es in Europa mehrere solcher Klimawandel. Die Alpen waren bis ca. 500 n.Ch. weitgehend eisfrei. Da gabs keine Gletscher in nennenswertem Umfang. Dann schwankten die Temperaturen über viele hundert Jahre, bis das dann ab 1700 in einer "kleinen europäischen Eiszeit" gipfelte. Da erreichten die Alpengletscher dann auch ihre größte Ausdehnung. Seitdem gehen die Gletscher zurück (Gott sei Dank, dass es wärmer wird - sonst hätte es kein Bevölkerungswachstum in Europa gegeben). Jetzt stellt sich die Frage: kam die Industrielle Revolution WEIL es so kalt war, und neue Rohstoffe zum heizen und zur Energiegewinnung benötigt wurden? Die Wälder waren halt schon abgeholzt... Die Klimaerwärmung ab 1700 kann ja wohl kaum menschengemacht sein. Letztlich sind Vulkane oder die Sonnenaktivität wesentlich wichtiger für das Weltklima. Das Weltklima ändert sich seit Jahrmillionen - mit oder ohne Menschen!
lady_amanda 16.08.2018
5. So halb.
Zitat von marthaimschneewovon in der Liste glücklicherweise keine Stadt vertreten ist, denn das sähe grausam aus. Und als ob April bis Juli praktisch ohne Regen nicht schon schlimm genug wären, wir haben inzwischen Mitte August und obwohl einige Wetterportale die Dürre größtenteils für beendet erklärt haben (da war nicht zufällig Herr Pofalla beteiligt?), hat es im Süden Sachsen-Anhalts auch seit Juli nicht in relevantem Umfang geregnet. Das Maximum am Stück waren ganze 7 l/m³ bei einem Gewitter, als der andere Teile Deutschlands mal wieder im Unwetter versanken. Und insgesamt seit April kommen wir auf nichtmal 20 Liter, wobei jetzt auch das Grundwasser rapide abzunehmen beginnt, weil jeder mit Brunnen natürlich saugt wie blöd. Einzig der Umstand, daß unser Trinkwasser aus der Rappbode kommt und es im Harz immer noch einigermaßen regnet, verhindert, daß es hier komplett zur Wüste wird. Denn das Niederschlagsdefizit ist dieses Jahr zwar ganz extrem, aber auch in den letzten 5 Jahren lagen wir hier meist weit unter dem langjährigen Durchschnitt, selbst im letzten verregneten Sommer hat es nichtmal für normale Regenmengen gerreicht! Wenn ich da als praktisch "gleich um die Ecke" die Werte für Leipzig betrachte, sieht das eigentlich - bis auf die Durchschnittstemperatur - kaum auffällig aus. Insofern repräsentieren ein paar ausgewählte Städte das Elend nicht wirklich aussagekräftig.
Ich wundere mich ebenfalls, dass keine Städte, wie Erfurt oder Magdeburg erfasst oder in Auswahl sind. Die Panik ist jedoch etwas übertrieben und halbwegs repräsentativ sind die Aussagen durchaus. Nimmt man Göttingen stellt das auch "Sachsen-Anhalt" ganz gut dar. Bei uns im Süden ist es tatsächlich nicht ganz so schlimm.
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