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Sommerbilanz 2011: Zu warm, zu nass, zu dunkel

Der Sommer 2011 - zu warm? Viele Deutsche würden das für einen schlechten Witz halten, doch die Messwerte zeigen: Von Juni bis August waren die Temperaturen überdurchschnittlich hoch. Allerdings war es auch zu düster - und zu nass.

Warm und nass: So war der Sommer 2011 Fotos
DPA

Offenbach - Erst heiß und trocken, dann kalt und unwetterträchtig - viele haben sich in diesem Sommer wie auf einer Wetter-Achterbahn gefühlt. Tatsächlich fielen die Monate Juni, Juli und August in der Bilanz des Deutschen Wetterdienstes unbeständig, trüb und bundesweit zu nass aus.

Dennoch habe die Durchschnittstemperatur 16,8 Grad betragen - ein halber Grad mehr als das langjährige Mittel, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Montag nach einer ersten Auswertung der Daten seiner rund 2000 Messstationen. Es sei der 15. zu warme Sommer in Folge gewesen. Der Spitzenwert wurde in Rheinfelden im äußersten Südwesten am 22. August mit 36,7 Grad gemessen.

Das aber bedeutete keinesfalls viel Sonnenschein: Viele Wolken trübten die Bilanz. Die Meteorologen zählten durchschnittlich 548 Stunden Sonnenschein, das waren neun Prozent weniger als der langjährige Mittelwert von 604 Stunden. Das passt zum insgesamt unbeständigen Wetter: Schöne Perioden waren eher selten und hielten meist nur ein paar Tage. Am besten hatten es noch die Bewohner von Rheinfelden am Hochrhein in Baden-Württemberg: Sie konnten sich über 688 Sonnenstunden freuen.

Regen fiel dagegen mehr als genug: Im bundesweiten Schnitt waren es 304 Liter pro Quadratmeter, das entspricht 127 Prozent des Normalwerts. Im Norden und Osten regnete es örtlich sogar mehr als sonst im ganzen Jahr, etwa in Rostock-Warnemünde, wo der DWD von Juni bis August 632 Liter pro Quadratmeter registrierte. Das Jahressoll beträgt dort 589 Liter. Den Spitzenwert erreichte Oy-Mittelberg-Petersthal im Allgäu mit 713 Litern pro Quadratmeter.

Mehr Regen im Norden als im Süden

"Das Auf und Ab ist normal für den mitteleuropäischen Sommer", sagte DWD-Klimatologe Gerhard Müller-Westermeier. Ungewöhnlich am Sommer 2011 sei, dass diesmal der Norden mehr Regen abbekommen habe als der Süden, sonst sei das umgekehrt. Auf der Insel Rügen ließ der viele Regen mehrmals Stücke der Kreidefelsen abbrechen und in die Ostsee stürzen. Als Grund nannte der DWD Tiefdruckgebiete, die die Großwetterlage im Juni, Juli und August beherrschten.

Für Meteorologen beginnt der Sommer am 1. Juni und endet am 31. August. Im Kalender steht er vom 21. Juni bis zu dem Datum, an dem Tag und Nacht genau gleich lang sind - also dem 21. oder 22. September. Für die Statistik aber ist ein Jahreszeitenwechsel mitten im Monat und noch dazu mit wechselndem Datum unpraktisch. Deshalb wurde der meteorologische Sommer auf die vollen Monate Juni, Juli und August festgelegt. So sind Monatsmittelwerte leichter errechenbar, langfristige Wetter- und Klimavergleiche einfacher.

Astronomisch beginnt der Sommer am 21. Juni, wenn die Sonne ihren höchsten Stand über der Nordhalbkugel erreicht. Der astronomische Herbstanfang richtet sich nach dem Stand der Sonne über dem Äquator. In Mitteleuropa markiert die Gleichheit von Tag und Nacht den kalendarischen Herbstanfang. Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang liegen an diesem Tag genau zwölf Stunden.

Wetterstatistik - Sommer 2011
Bundesland Durchschnittstemperatur (°C) Regenmenge (l/m²) Sonnenscheindauer (Stunden)
Baden-Württemberg 16,7 317 603
Bayern 16,6 347 580
Berlin 18,4 349 605
Brandenburg 17,9 321 606
Bremen 16,8 253 463
Hamburg 17,1 303 503
Hessen 16,5 272 515
Mecklenburg-Vorpommern 17,1 428 556
Niedersachsen 16,6 272 483
Nordrhein-Westfalen 16,4 290 479
Rheinland-Pfalz 16,7 246 538
Saarland 16,6 263 527
Sachsen 17,4 311 611
Sachsen-Anhalt 17,5 255 584
Schleswig-Holstein 16,3 388 525
Thüringen 16,7 250 540
Quelle: DWD

mbe/dpa/AFP

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insgesamt 225 Beiträge
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    Seite 1    
1. Irgendwie Klimawandel
gunman, 29.08.2011
Zitat von sysopDer Sommer 2011 - zu warm? Viele Deutsche würden das für einen schlechten Witz halten, doch die Messwerte zeigen: Von Juni bis August waren die Temperaturen überdurchschnittlich hoch. Allerdings war es auch zu düster - und*zu nass. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,783151,00.html
Das ist der Klimawandel ... irgendwie. Es bleibt also dabei, weniger Autofahren, weniger Fleisch essen, nicht in den Urlaub fliegen, die Wohnung wärmedämmen, Öko-strom werden ... und immer brav den SPIEGEL lesen ;)~
2. klar
kimba2010 29.08.2011
Natürlich war der Sommer 2011 zu warm, die Klimaschwindelwissenschaftler wollen schliesslich ihre gutbezahlten Pöstchen nicht verlieren.
3. oooo
inci 29.08.2011
Zitat von kimba2010Natürlich war der Sommer 2011 zu warm, die Klimaschwindelwissenschaftler wollen schliesslich ihre gutbezahlten Pöstchen nicht verlieren.
zu dunkel? dann haut das mit dem zu warm aber nicht mehr hin. in der regel bedeutet dunkel = wolkenbildung = kein sonnenschein.
4. .
oberteil 29.08.2011
Es wäre doch gelacht, sich auf seine eigene Erfahrung zu verlassen. Es gibt immer Wissenschaftler, die einem erklären, dass es sich nicht um Kälte handelt, die man empfindet. Wenigstens den dunkelbewölkten Himmel, den man gesehen hat, und den ständigen Regen sprechen sie einem nicht ab.
5. Ach Inci, immer der selbe Kommentar, schade
obacht! 29.08.2011
Zitat von incizu dunkel? dann haut das mit dem zu warm aber nicht mehr hin. in der regel bedeutet dunkel = wolkenbildung = kein sonnenschein.
"Kein Sonnenschein" bedeutet aber nicht = Kalt. Warum werde hier immer wieder die Werte angezweifelt. Glaub jeman ernsthaft, dass die Zahlen manipuliert wären? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das lange durchgeht. Temperaturmessungen kann jeder Hinz und Kunz vornehmen, die Sonnenstunden zählen auch. Aber ich wette, keiner der Zweifler hier macht sich diese Mühe. Wäre ja auch blöd, wenn einem dann das Hauptargument entfiele.
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