Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Längster Tag des Jahres: So dreht die Erde in den Sommer

Von

Unser Planet steht am Übergang zu einer neuen Jahreszeit: Am Samstag um 12:51 Uhr beginnt der Sommer, der längste Tag des Jahres steht bevor. Ein Satellitenfilm zeigt, warum jetzt weiße Nächte kommen.

Hamburg - In langen, dunklen Winterwochen haben Nordeuropäer sie herbeigesehnt, die Helligkeit des Sommers. An diesem Samstag zum astronomischen Sommeranfang erreicht das Jahr seinen lichten Höhepunkt, den längsten Tag.

Um 12:51 Uhr steht die Sonne an der nördlichsten Position. Satellitenbild-Animationen von Maximilian Reuter von der Universität Bremen dokumentieren eindrucksvoll die Sommersonnenwende. Anhand von Aufnahmen der Sommersonnenwende vom vergangenen Jahr zeigt der Umweltphysiker den längsten Tag des Jahres auf der Nordhalbkugel - sie dreht in volle Beleuchtung.

Anzeige
Die Erde schwebt schief, die Achse des Planeten ist bei ihrem einjährigen Umlauf um die Sonne geneigt. So ändert sich allmählich die bestrahlte Fläche: Ein halbes Jahr, im Nordsommer, trifft mehr Sonnenlicht die Nordhalbkugel. Die Strahlen scheinen dann von oben auf die Region.

Mittlerweile hat sich die Erde auf ihrer Bahn so weit vorgearbeitet, dass die Sonne senkrecht über dem 23. Breitengrad steht, also beispielsweise über der Sahara. Reuters Animation zeigt: Die Neigung der Erde sorgt dafür, dass der äußere Norden sogar zu später Stunde beschienen wird, wenn der Rest im Schatten liegt und die andere Seite ins Tageslicht gedreht ist.

Die vier Jahreszeiten Zur Großansicht
NASA

Die vier Jahreszeiten

Nahe des Nordpols, in Skandinavien, Alaska oder Sibirien steht nun die Mitternachtssonne am Himmel. Sie spendet die berühmten weißen Nächte bis nach Flensburg und Sylt: Nur kurz geht die Sonne dort unter, sodass es dämmrig bleibt. Ein Silberstreif am Horizont zu tiefster Nacht verrät bei klarem Himmel die Sonne an ihrem Wendepunkt.

Wohl kein Fest in Skandinavien wird so munter gefeiert wie "Midsommar". Auch Norddeutschland erlebt besondere Freuden, dort bleibt es an den längsten Tagen mehr als 17 Stunden hell; im Süden des Landes immerhin rund 16 Stunden.

Lediglich dicke Bewölkung kann den astronomischen Sommeranfang am 21. Juni vergällen, sie entwickelt sich allerdings recht häufig in dieser Zeit - die Schafskälte hält Einzug.

Die Kälteperiode wird ebenfalls ausgelöst vom Wandel der Jahreszeiten: Weil sich im Frühjahr zunächst südliche Gefilde erwärmen, steigt im Süden warme Luft auf. Ein Luftloch entstünde, würde nicht Luft nachströmen. Mit diesem Sog ziehen vom Nordmeer oft kalte Winde über Europa.

Die heißeste Zeit beginnt meist erst Ende Juli, wenn die Tage bereits wieder deutlich kürzer sind. Dann hat die Dauerbestrahlung der Sonne auch den Norden aufgeheizt - und der Hochsommer beginnt.

Dem Autor auf Twitter folgen:

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 18 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Klettverschlüsse an den Vorhängen in Tallinn
larsmach 20.06.2014
Ja: Hier in Estland stapeln sich schon Paletten mit Bierdosen in den Supermärkten! Montag, 23.6. und Dienstag wird die Stadt wie ausgestorben sein - das gibt es hier nicht einmal zu Weihnachten. Kinos, Supermärkte (sonst sonntags regulär geöffnet wie alle anderen Läden) ...geschlossen! Nachts kann man wahrhaftig Zeitung lesen ohne künstliches Licht. Die lichtdichten Vorhänge an den Fenstern sind an den Seiten mit Klettverschlüssen versehen, um sie fest an die Wand zu heften - sonst ist es hell im Schlafzimmer. Im Winter haben wir dafür Dunkelheit am Nachmittag; was dank der winterlich beleuchteten Altstadt malerisch ist.
2. Tag oder Tageslicht
dishmaster 20.06.2014
Im Sommer ist der Tag ebenso knapp 24 Stunden lang (astronomisch gesehen) wie im Winter. Lediglich hält das Tageslicht länger vor.
3. ist schon toll
prosec 20.06.2014
wie die "Erde" in den "Sommer" dreht. Ja, der Qualitätsjournalist kennt sich halt aus mit den Jahreszeiten und wenn draußen die Sonne scheint, dann ist klar, jetzt ist Sommer auf der Erde.
4. Die Erde als Kreisel macht noch viel mehr als nur Sommer:
hardii 20.06.2014
Zitat von sysopUnser Planet steht am Übergang zu einer neuen Jahreszeit: Am Samstag um 12:51 Uhr beginnt der Sommer, der längste Tag des Jahres steht bevor. Ein Satellitenfilm zeigt, warum jetzt weiße Nächte kommen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/sommersonnenwende-erde-und-sonne-am-laengsten-tag-des-jahres-a-976202.html
Präzession der Tag- und Nachtgleichen (Äquinoktien) die im Zusammenspiel mit der Rotation des Erdorbits eine charakteristische Periode von 21.000 Jahren hat. http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/detail/item/new_interpretation_of_antarctic_ice_cores/?cHash=fa1659be5defbd78ee5ae6b4397051fc Und daraus folgt nachrechenbar die Klima-Geschichte UND DIE Zukunft! http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/7e/Milankovitch_Variations.png/400px-Milankovitch_Variations.png
5.
bdominik 21.06.2014
Zitat von dishmasterIm Sommer ist der Tag ebenso knapp 24 Stunden lang (astronomisch gesehen) wie im Winter. Lediglich hält das Tageslicht länger vor.
Manchmal hilft auch ein Blick in den Duden. Tag kann auch die Bedeutung "Zeitraum etwa zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, zwischen Beginn der Morgendämmerung und Einbruch der Dunkelheit" haben.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: