Sondersitzung zum Klimawandel: Kabinett der Malediven taucht ab

Mit einer spektakulären Unterwassersitzung hat die Regierung der Malediven auf die Gefahren des Klimawandels hingewiesen. Präsident und Minister tagten in Taucheranzügen auf dem Meeresgrund. Dort unterschrieben sie einen dramatischen Appell an die Welt - mit wasserfesten Stiften.

Sitzung unter Wasser: Spektakulärer Aufruf vom Ozeangrund Fotos
REUTERS

Male - Als erster sprang Präsident Mohamed Nasheed in das türkis schimmernde Wasser des Indischen Ozeans vor der Insel Girifushi. Dann folgten elf Minister, der Vizepräsident und der Sekretär des Kabinetts. Doch es ging nicht um eine Tour zu den tropischen Fischen und Korallenriffen, die jedes Jahr zahllose Tauchtouristen auf die Malediven locken.

Mit der Sitzung an einem hufeisenförmigen Tisch auf dem Meeresboden wollte die Regierung der Malediven stattdessen auf eine existentielle Bedrohung ihres Inselstaats aufmerksam machen: Der durch den Klimawandel verursachte Meeresspiegelanstieg droht, die Eilande noch in diesem Jahrhundert unbewohnbar zu machen.

Präsident und Kabinettsmitglieder - die meisten von ihnen hatten zuvor ein spezielles Tauchtraining absolviert - verabschiedeten deswegen sechs Meter unter der Meeresoberfläche einen Aufruf an die internationale Gemeinschaft. Die Welt müsse ihren CO2-Ausstoß drosseln. Unterzeichnet wurde die auf eine weiße Tafel gedruckte Erklärung mit wasserfesten Stiften.

"Das ist nicht nur ein Thema für die Malediven, sondern für die gesamte Welt", sagte Nasheed. Nach dem Auftauchen verlangte der Präsident, dass die Uno-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen ein Abkommen beschließen müsse, das allen Menschen ihr Überleben sichere.

Die südwestlich von Sri Lanka gelegenen Malediven, ein Archipel aus fast 1200 Inseln, sind vom Klimawandel besonders bedroht. Schon ein Anstieg der Meeresspiegel um 18 bis 59 Zentimeter bis 2100 würde die flache Inselgruppe praktisch unbewohnbar machen.

Nasheed, ein ehemaliger Journalist, macht immer wieder mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam. Im vergangenen Jahr überraschte er mit dem Plan, für sein Volk ein neues Heimatland kaufen zu wollen - auch wenn er später eingestehen musste, dass ihm dafür das Geld fehlen dürfte. Außerdem kündigte der Staatschef an, die Malediven binnen zehn Jahren zum ersten CO2-neutralen Staat weltweit machen zu wollen.

chs/AP/AFP/Reuters

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Forum - Was tun zum weltweiten Klimaschutz?
insgesamt 320 Beiträge
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1.
lateral 18.09.2009
Zitat von sysopFrankreichs Präsident Sarkozy verliert die Geduld: Er droht mit Strafzöllen in Europa, sollte beim Gipfel in Kopenhagen kein globales Klimaabkommen zustande kommen. Doch die Einführung von Energie-Importabgaben hätte verheerende Folgen, warnen Experten. Wie kann effektiver Klimaschutz weltweit erreicht werden?
Sich immer und immer nur eine einzige Frage zu stellen: "Cui bono?"
2.
AndyH 18.09.2009
Zitat von sysopWie kann effektiver Klimaschutz weltweit erreicht werden?
Völliger Unfug. Garnicht. Klima ist ein Durchschnittwert von 30 Jahren Wetter. Das heisst Sarkozy müsste Wetter machen, aber das konnten weder die Hexen noch die Regentänzer. Es ist mir schon klar, dass die Staatshaushalte klamm sind und gegen die Konkurrenten gerne mal Zölle eigneführt werden sollten, aber das alles ist nur Unfug und nichts anderes als Protektionismus im Ökogewand.
3. ...
e-ding 18.09.2009
Zitat von sysopWie kann effektiver Klimaschutz weltweit erreicht werden?
Der Zug ist abgefahren, es sei denn Sarkozy schafft es irgendwie, die Weltbevölkerung zu halbieren.
4.
login37 18.09.2009
Mal abgesehen davon, das ich überhaupt kein Fan von Zöllen bin, verstehe ich das Duckmäusertum gegenüber China nicht. Natürlich würde es einer Reihe von europäischen Unternehmen weh tun, wenn China als Gegenreaktion auch diverse Strafzölle einführt. Aber egal ob Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, andere europäische Länder oder auch die USA: Die haben alle seit Jahren ein gigantisches Außenhandelsdefizit mit China. Für China ist Deutschland der wesentlich wichtigere Exportmarkt als umgekehrt China für Deutschland. Für die anderen Länder gilt das genauso. Bei einem Handelskrieg hat China wesentlich mehr zu verlieren als Europa. Und insofern darf das Thema schon mit harten Bandagen ausgefochten werden. Der ständige Verweis auf Chinas Bedeutung als Absatzmarkt ist so nicht gerechtfertigt.
5. Dummes Geschwätz
filou11 18.09.2009
Das was Sarkorzy da fordert ist Unfug hoch 3! Dieser Mann hat im Gegensatz zu seinem Vorgänger von nichts eine Ahnung, davon aber eine ganze Menge. Da es nun modern ist von „Klimaveränderungen“ zu reden, glaubt dieser „Präsident“ er müsse auch seinen Senf dazu geben. Ich möchte dazu einmal in Erinnerung rufen, dass es die gleichen „Wissenschaftler“ sind, sofern diese noch leben, die jetzt von Klimakatastrophe und Erderwärmung faseln, noch vor 30 Jahren eine Eiszeit beschworen haben. Glaubt etwa der Herr der „Grand Nation“ im ernst, dass Länder wie China oder Indien ihn ernst nehmen? Wenn der glaubt, Europa sei noch immer der Mittelpunkt der Welt unter Führung Frankreich, so hat der die Zeichen der Zeit überhaupt nicht mitbekommen. Europas und auch Frankreichs Zeit ist schon lange, lange vorbei. Und das kann dem nur klar gemacht werden, wenn Indien und China sich nicht erpressen lassen. Und Frankreich hat diesen Ländern so wie so nichts zu bieten!
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