Fakten zu Eklipsen Sonnenfinsternis - 13 Dinge, die Sie noch nicht wussten

Aus Krieg wird Frieden, ein Drache frisst den Mond, und die Raumstation stürzt früher zur Erde als geplant: Die Sonnenfinsternis macht Dinge möglich, die unmöglich scheinen. Oder doch nicht? Hier sind kuriose Fakten zum Ereignis des Tages.

Ein Junge betrachtet durch eine spezielle Schutzbrille die Sonne am Himmel
DPA

Ein Junge betrachtet durch eine spezielle Schutzbrille die Sonne am Himmel


  • Schlechtes Timing: Der kanadische Astronom John William Campbell war fast sein gesamtes Leben auf der Jagd nach Sonnenfinsternissen. In 50 Jahren hatte er zwölfmal Gelegenheit, eine Sonnenfinsternis zu erleben. Doch egal wohin der Professor der University of Alberta auch reiste, er bekam jedes Mal nur einen bewölkten Himmel zu sehen.
  • Schnell unterwegs: Der Mondschatten rast mit rund 3300 Stundenkilometern über die Erdoberfläche. Das ist fast dreimal schneller als der Schall.
  • Mithilfe einer Sonnenfinsternis wurde 1919 die Relativitätstheorie von Albert Einstein bewiesen. Derzufolge krümmen Massen den Raum und damit auch das ihn durchdringende Licht. Zwei Forschungs-Expeditionen in Nordbrasilien und im Golf von Guinea gelang der Beweis, dass das Licht von unmittelbar neben der Sonne stehenden Sternen doppelt so stark wie bis dahin angenommen von der Sonne abgelenkt wurde.
  • Falsch lag dagegen der Pariser Modedesigner Paco Rabanne, der für die Sonnenfinsternis 1999 den Absturz der russischen Raumstation Mir prophezeite. Der Absturz passierte allerdings erst zwei Jahre später, im Jahr 2001 - planmäßig und kontrolliert ins Meer.

Dave Whyte

  • Sonnenfinsternisse finden nur bei Neumond statt und sind nur von der Erde aus zu beobachten. Weil der Mond 400 mal kleiner als die Sonne und diese 400 mal weiter von der Erde entfernt ist als der Erdtrabant, scheinen aus unserer Perspektive beide Himmelskörper gleich groß. Diese Verhältnisse sind einmalig in unserem Sonnensystem. Dafür sind vom Jupiter aus Eklipsen mit drei Monden zu beobachten.
    Vorteil Hamburg: Im Norden ist die Sichel schmaler als im Süden
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  • Es dauert im Schnitt etwa 375 Jahre, bis über einem bestimmten Ort wieder eine totale Sonnenfinsternis zu sehen ist. Am Nord- oder Südpol dagegen kann man ewig warten, dort gibt es nur partielle Sonnenfinsternisse.
  • Auf der sonnenabgewandten Seite der Erde ist bei Sonnenfinsternissen eine mondlose Nacht.
  • Sonnenfinsternisse passieren immer zwei Wochen vor oder nach einer Mondfinsternis. Am 4. April gibt es eine Mondfinsternis. Sie ist in Teilen von Nord- und Süd-Amerika sowie Asien und Australien zu sehen.
  • Nie sind sich Erde und Mond näher als am Abend vor einer totalen Sonnenfinsternis: 363.104 Kilometer. Das sogenannte Perigäum beschert uns die größte Vollmondscheibe des Jahres. Der Mond erscheint dann 14 Prozent größer und ein Drittel heller als normal.
  • Läge die Bahn des Mondes exakt in derselben Ebene der Bahn der Erde um die Sonne, könnten wir bei jedem Neumond eine totale Sonnenfinsternis sehen. Weil dem nicht so ist, müssen wir uns bis 2081 gedulden.
  • Die Menschen im Altertum glaubten, bei Finsternissen werden die Sonne oder der Mond von einem Drachen gefressen. Mit viel Lärm, so der Aberglaube, konnte das Ungeheuer dazu bewegt werden, den Himmelskörper wieder auszuspucken. Aus diesem Grund werden die beiden Knotenpunkte von Ekliptik und Mondbahn heute noch Drachenpunkte genannt.
  • Mitten in der Schlacht zwischen den westiranischen Medern und den kleinasiatischen Lydern 585 v. Chr. wurde plötzlich der Tag zur Nacht. Die Truppen beider Seiten, die sich schon seit sechs Jahren bekriegten, hielten inne und beschlossen, Frieden zu schließen. Das berichtet der griechische Geschichtsschreiber Herodot über die Sonnenfinsternis.
  • Tiere sind dagegen wenig beeindruckt von einer Sonnenfinsternis. Das abnehmende Licht signalisiert den Tieren zwar, dass die Nacht anbricht. Doch der Biorhythmus wird davon nur wenig durcheinandergebracht. Es ist deshalb nicht unüblich, dass Singvögel während einer Sonnenfinsternis ruhig werden. Nachtaktive Tiere können dagegen richtig aufdrehen - aber nicht allzu lange.

Historische Sonnenfinsternisse

Darstellung von London (1748): Eine Sonnenfinsternis ist ein vergleichsweise häufiges Ereignis. Daher sind auch viele Schilderungen und Darstellungen aus den vergangenen Jahrhunderten überliefert.

Totale Sonnenfinsternis in Tarragona, Spanien im Jahr 1860: Eine plötzlich verdunkelte Sonne galt in vielen Kulturen als schlechtes Omen. Erst durch das neue astronomische Wissen konnten Menschen Sonnenfinsternisse erklären und sogar vorhersagen. Die Abbildung stammt aus dem Buch "Sun, Moon and Stars" von Agnes Giberne (London, 1884).

Totale Sonnenfinsternis (14.11.2012 in Queensland, Australien): Als eine der frühesten dokumentierten Sonnenfinsternisse gilt jene vom 28. Mai im Jahr 585 vor Christus. Sie könnte sogar vom griechischen Mathematiker Thales von Milet vorhergesagt worden sein. Das Ereignis soll sogar den Krieg zwischen den Lydern und Medern beendet haben.

Kupferstich von Bernard Picard (undatiert): Menschen gerieten in Panik, wenn die Sonne plötzlich von einer schwarzen Scheibe verdeckt wurde.

Illustration (undatiert): Seit Menschen verstehen, warum die Sonne plötzlich dunkel werden kann, hat das Ereignis viel von seinem Schrecken verloren.

Camera obscura (1561): Die Abbildung aus dem Buch "Problematum Astronomicorum" von Daniele Santbech zeigt, wie eine Sonnenfinsternis in einen abgedunkelten Raum projiziert wird.

Beobachtung einer Sonnenfinsternis in Paris (undatiert): Meist wird die Sonne nur teilweise vom Mond verdeckt. Nur im Bereich des sogenannten Kernschattens ist die Sonne vollständig abgedeckt. Dieser ist auf der Erdoberfläche höchstens wenige hundert Kilometer groß.

Pyramiden bei Kairo: Im Alten Ägypten sprach man vom "Verschlucken der Sonne". Eine Sonnenfinsternis galt als Vorbote von Katastrophen, Kriegen oder Krankheiten.

Finsternis in München: Besonders spektakulär ist, wenn sich der Mond an einem wolkenfreien Himmel vor die Sonne schiebt und diese für wenige Minuten vollständig abdeckt. Beim hier fotografierten Ereignis am 31.05.2003 war die Abdeckung jedoch nur partiell - die Sonne war also stets zumindest als leuchtende Sichel zu sehen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurde das Perigäum falsch erklärt. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.

ppl/dpa

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insgesamt 42 Beiträge
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Seite 1
Barry.1964 20.03.2015
1. an der sonnenabgewandten Seite sieht man nichts
Da sieht man nur den Nachthimmel. Ohne Mond, weil es Neumond ist. Und ohne Sonne, weil es nachts ist. Sonnenfinsternis: Mond liegt zwischen Erde und Sonne. Mondfinsternis: Erde liegt zwischen Mond und Sonne.
thomas.diemisere 20.03.2015
2. Logik für Anfänger?
Eine Sonnenfinsternis kann es nur bei Neumond geben. Wie kann es denn auf der Nachtseite der Erde dann eine Mondfinsternis geben? Bevor Sie so etwas behaupten, sollten Sie mal mit einer Taschenlampe und ein paar Äpfeln spielen...
sbi 20.03.2015
3. Wie können wir...
...wenn Sonnenfinsternisse nur bei Neumond stattfinden, dann "die größte Vollmondscheibe" des Jahres haben? Und: "Auf der sonnenabgewandten Seite der Erde ist bei Sonnenfinsternissen eine Mondfinsternis zu sehen..." Ach, wirklich? Erklären Sie doch bitte mal, wie das gehen soll! (Weiter unten heißt es übrigens richtig, dass Sonnen- und Mondfinsternisse im Abstand von zwei Wochen aufeinander folgen.) Das hätte eine interessante Auflistung von Fakten sein können, aber wenn selbst jemandem, der die Himmelsmechanik nicht versteht, Widersprüche im Text auffallen müssen, dann muss er ja davon ausgehen, das alle nicht widersprüchlichen "Fakten" auch falsch sein könnten ? was denn Text nachhaltig entwertet.
Kalyx 20.03.2015
4. wie bitte?
"Auf der sonnenabgewandten Seite der Erde ist bei Sonnenfinsternissen eine Mondfinsternis zu sehen, weil der Mond dann in den Erdschatten eintritt." Und ich dachte, der Mond befände sich bei einer Sonnenfinsternis auf der sonnenzugewandten Seite.... so kann man sich irren // Ironie off
st.Loup 20.03.2015
5. Eclipse
Wirklich lustig: nie sind sich Sonne und Mond näher .... - 363.104 km!!! Wahrscheinlich km/h.
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