Spätzünder Echse wird mit 111 Jahren Vater

Je oller, je doller: Im Alter von 111 Jahren hat eine Echse in Neuseeland noch einmal Nachwuchs gezeugt - mit einer über 70-jährigen Echsendame. Die elf Babys sind kaum geschlüpft, da wandelt ihr Vater schon wieder auf Freiersfüßen.


Wellington - Späte Väter gibt es auch im Tierreich: Brückenechse Henry aus Neuseeland ist im gesegneten Alter von 111 Jahren erstmals Vater geworden - und gleich elffacher. Im Museum von Invercargill schlüpften elf Echsenbabys, wie Lokalmedien am Montag berichteten. Die Kleinen seien putzmunter, sagte Kurator Lindsay Hazley der Zeitung "Southland Times". Von seinem Nachwuchs halte man Henry aber fern, denn "wenn er die Babys sehen würde und sie ihm zu nahe kämen, würde er sie kurzerhand verzehren", sagte Hazley.

Brückenechse Henry: Eine Operation veränderte sein Leben
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Brückenechse Henry: Eine Operation veränderte sein Leben

Auch unter Seinesgleichen ist Henry mit seinen 111 Jahren ein Methusalem. Die grünlich-braunen Brückenechsen werden in freier Wildbahn Schätzungen zufolge etwa 60 Jahre alt. Frühestens mit zehn, eher mit 20 Jahren werden sie geschlechtsreif. Doch Henry war ein echter Spätzünder, hatte nie viel übrig für das andere Geschlecht, berichten Museumsmitarbeiter. Die Echse lebt seit 1970 in dem Museum und galt lange als aggressiver Eigenbrötler. Eine Operation, bei der ein Geschwür entfernt wurde, veränderte Henrys Leben.

Henry wurde geselliger, und das Museum stellte ihm Mildred vor. Die Echsendame war mit jenseits der 70 auch nicht mehr taufrisch, dennoch verdrehte sie Henry den Kopf. Die beiden suchten und fanden sich im vergangenen März, im August legte Mildred dann Eier. In freier Wildbahn dauert es zwölf bis 15 Monate, ehe Brückenechsen schlüpfen. Bei künstlicher Bebrütung geht es schneller.

Brückenechsen gelten als lebende Fossilien. Ihre Artgenossen lebten schon vor mehr als 200 Millionen Jahren. Sie waren in Neuseeland einst weit verbreitet. Auf den beiden Hauptinseln starben die rund 60 Zentimeter langen Reptilien weitgehend aus. Ihr größter Feind ist die Polynesische Ratte, die erst mit den Menschen nach Neuseeland kam. Heute leben rund 100.000 Brückenechsen vor allem auf den vorgelagerten Inseln.

Das Museum setzt große Hoffnungen in Henry: Der Senior schleicht schon höchst interessiert um Echsendame Lucy herum, berichtete Hazley. Lucy dürfte im April bereit sein, meinte er.

lub/dpa

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