DNA-Beweis Spanische Wegschnecke kommt nicht aus Spanien

Die Spanische Wegschnecke ist der Schrecken vieler Gärtner und Landwirte: Die Nacktschnecke frisst rapide alle Pflanzen. Angeblich wurde das Tierchen mit Waren aus Spanien eingeschleppt. Das aber sollen DNA-Analysen nun endgültig widerlegt haben.

Spanische Wegschnecke: Frisst alles Pflanzliche
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Spanische Wegschnecke: Frisst alles Pflanzliche


Landwirte und Gärtner fürchten die Spanische Wegschnecke. Sie kann sich extrem schnell vermehren und frisst im Gegensatz zu heimischen Arten fast alles Pflanzliche, was ihr vor das Maul kommt. Auch vor Aas macht sie nicht halt.

Vermutlich gegen Ende der Sechzigerjahre gelangte die Schnecke nach Deutschland. Doch ob sie tatsächlich aus Spanien stammt, wie ihr Name suggeriert, steht schon seit Jahren in Zweifel. Jetzt haben Forscher sich das Tier noch einmal genauer angesehen und glauben, definitiv beweisen zu können, dass es nicht von der Iberischen Halbinsel stammt.

"Diese Art ist definitiv nicht dort heimisch, sondern bei uns", berichtet der Biologie-Professor Markus Pfenninger. Hunderte von DNA-Analysen, die er und sein Team an der Goethe-Universität und am Biodiversität- und Klima-Forschungszentrum (BiK-F) durchgeführt haben, hätten dies eindeutig belegt.

Arion lusitanicus ist nach Angaben des BiK-F inzwischen die häufigste Schneckenart in Deutschland. Früher glaubten Wissenschaftler, dass die braune Nacktschnecke nach dem Zweiten Weltkrieg durch spanische Obst- und Gemüseimporte nach Deutschland eingeschleppt wurde. Der Irrtum sei entstanden, weil auf der Iberischen Halbinsel Tiere mit ähnlichen Geschlechtsorganen gefunden wurden, sagte Pfenninger am Mittwoch in Frankfurt.

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boj/dpa

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stereotyp72 19.06.2014
1. optional
Die Blumenhändler verkaufen Pflanzen in Töpfen, deren Erde die Schnecken-Eier enthält. Das soll wohl den Absatz fördern.
damtschweli 19.06.2014
2.
Zitat von stereotyp72Die Blumenhändler verkaufen Pflanzen in Töpfen, deren Erde die Schnecken-Eier enthält. Das soll wohl den Absatz fördern.
Oh Mann, Sie glauben allen ernstes, die tun die Schneckeneier absichtlich in die Blumenerde? Nee nee, die Eier können in jeder Erde sein, aber es gibt bestimmt keinen Blumenhändler, der möchte, daß die schön gezogenen Pflanzen es eine Woche nach Verkauf mit fiesen Fressfeinden aufnehmen müssen und verrecken. Kunden kommen schließlich eher wieder, wenn sie an der Ware Gefallen hatten, nicht, wenn diese nach 2 Wochen hinüber war.
Mathias.Laufer 19.06.2014
3. Und wie loswerden?
Aber wie kann man die Dinger denn wieder loswerden? Bierfalle scheint nicht gut zu funktionieren. Was kann man tun?
andre_22 19.06.2014
4.
Zitat von Mathias.LauferAber wie kann man die Dinger denn wieder loswerden? Bierfalle scheint nicht gut zu funktionieren. Was kann man tun?
Da hilft nur regelmässige Anwendung von Schneckenkorn!Es gibt hier zwei Arten , einmal mit Metaldehyd, dieser Wirkstoff könnte aber bei Hunden ,wenn diese grössere Mengen aufnehmen zu vergiftungserscheinungen führen! Dann noch mit Eisen-III-Phosphat das ist auch zur den Biologischen anbau zugelassen! Hat aber den Nachteil das es länger dauert und der Erfolgsnachweis schwieriger ist!
damtschweli 19.06.2014
5.
Zitat von Mathias.LauferAber wie kann man die Dinger denn wieder loswerden? Bierfalle scheint nicht gut zu funktionieren. Was kann man tun?
Also zunächst mal: Ich denke nicht, daß man sie irgendwie loswerden kann. Dafür sind sie zu verbreitet und zu überlegen. Aber man kann im eigenen Bereich doch einiges tun. 1. Schneckenkorn ist für mich eigentlich tabu, da es unspezifisch auch auf einheimische Schneckenarten wirkt und außerdem durch Primär- und Sekundärvergiftung ggf. andere Lebewesen - Igel, Kröten, Vögel - schädigen kann. Auch ich sah mich aber schon genötigt, Salatkeimlinge mit kleinen Mengen Schneckengift zu schützen, sonst hätten die keine Chance gehabt. 2. Die bereits erwähnten Fressfeinde der Schnecken - besonders Igel und Kröten - sollten im Garten gute Bedingungen vorfinden. Dazu gehören insbesondere schattige Plätzchen und Hecken. Außerdem sollte Wasser in der Nähe sein, wo Kröten laichen können. Bei uns ist idealerweise ein Bachlauf mit kleinen Teichstufen in der Nähe. Ich treffe in meinem Schrebergarten bei Einbruch der Dunkelheit häufig auf Knoblauchkröten und Igel. Augenscheinlich gefällt es denen gut bei uns. 3. Ich bekämpfe, sofern es mein Zeitplan zuläßt, gern manuell mechanisch. Das bedeutet, ich laufe nach Einbruch der Dunkelheit mit einem gut geschärften alten Brotmesser durch den Garten und halbiere alle angetroffenen "spanischen" Blattfresser mit einem beherzten Schnitt. Ich räume die Kadaver nicht weg, trotzdem finde ich am nächsten Tag nur ganz selten vertrocknete Kadaver. Ich schreibe dies wiederum meinen Helfern Igel und Kröte zu. 4. Hierbei achte ich darauf, den Tigerschnegel in Ruhe zu lassen. Viele kennen ihn nicht, aber er ist ein interessantes Tier, besonders der Paarungsakt ist imposant. Ihm wird nachgesagt, daß er Gelege der Wegschnecken vertilge. Seit Anfang dieser Gartensaison weiß ich dies und achte darauf, keinem Schnegel ein Haar zu krümmen. In der Folge treffe ich bei meinen spätabendlichen Schneckenbekämpfungs-Expeditionen auf eine wachsende Anzahl von Tigerschnegeln, besonders im Bereich der Kompostanlagen, quasi nie im Salatbeet. Das bringt mich zu der Annahme, daß der Schnegel nicht nur ein Feind der Wegschnecken ist, sondern auch nicht so unspezifisch alles abfrißt, sondern vornehmlich an verrottendem Material interessiert ist. Neue Freunde in meinem Garten also. 5. Schließlich setze ich auch Bierfallen ein, speziell im Bereich der Dahlien. Ich benutze Sülzegläser, die bis zum Rand eingegraben und etwa zur Hälfte mit Bier gefüllt werden. Die funktionieren durchaus, man muß allerdings regelmäßig, je nach Befall und Witterung, leeren und neu befüllen. Auch hier ist mir aufgefallen, daß der Schnegel sich so gut wie nie in die Falle verirrt. Möglicherweise ist er nicht so ein Biertrinker wie die "spanische" Schnecke, was wiederum die Bierfalle zu einem probaten Mittel machen dürfte, um die spanischen Vertreter wenigstens als Gartenschädlinge in Schach zu halten. Alles in allem: Wir werden sie nicht mehr los, können aber umwelt- und tierschutzgerecht mit wenig Aufwand unsere Gartenpflanzen schützen. Weitere Tipps nehme ich gern an.
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