Urzeit-Raubtiere Riesige Mosasaurier schwammen wie Haie

Bis zu 17 Meter lang, der Kiefer kräftig: Mit messerscharfen Zähnen gingen Mosasaurier in den Meeren der Kreidezeit auf die Jagd. Ein Fossilfund zeigt jetzt, dass eine besondere Schwanzflosse den Giganten verblüffende Wendigkeit verlieh.

Mosasaurier (grafische Darstellung): Schwimmbewegungen des Reptils waren wellenförmig
DPA/ Stefan Sølberg/ Lund University

Mosasaurier (grafische Darstellung): Schwimmbewegungen des Reptils waren wellenförmig


In der späten Kreidezeit waren Mosasaurier die wohl gefährlichsten Räuber der Urzeitmeere. Lange Zeit gingen Forscher aber davon aus, dass die Reptilien eher langsame Schwimmer und nur zu kurzen Sprints fähig waren. Eine falsche Annahme, wie ein internationales Team um Johan Lindgren von der schwedischen Universität Lund anhand eines neuen Fossils jetzt nachweisen konnte. Die Schwanzflosse und damit auch die Fortbewegung der Giganten glich wohl eher der von Haien, wie die Wissenschaftler im Fachjournal "Nature Communications" berichten.

Die Saurier lebten vor 98 bis 66 Millionen Jahren im Urzeit-Ozean Neotethys, dessen Ränder das heutige Asien, Europa, Afrika und Australien berührten. Bisher war man, ähnlich wie bei anderen Schuppenkriechtieren, davon ausgegangen, dass der mit bis zu hundert Wirbeln bestückte Schwanz des Mosasauriers ein spitzes Ende hatte. 2008 wurde im zentralen Jordanien jedoch ein kaum anderthalb Meter großes Fossil eines Jungtieres gefunden. Neben den hervorragend erhaltenen Knochen konnten die Paläontologen auch die Umrisse der verschiedenen Flossen freilegen.

Versteinerung: "Durch diesen einmaligen Fund konnte die bisherige Lehrmeinung widerlegt werden"
DPA/ Stefan Sølberg/ Lund University

Versteinerung: "Durch diesen einmaligen Fund konnte die bisherige Lehrmeinung widerlegt werden"

Bisher gab es kein ähnlich gut erhaltenes Fossil. "Durch diesen einmaligen Fund konnte die bisherige Lehrmeinung widerlegt werden", schreiben die Wissenschaftler in ihrem Artikel. Die Abdrücke zeigen eine sogenannte hypocerke Schwanzflosse: Das Ende der kräftigen Wirbelsäule biegt sich nach unten und stützt einen Teil der Flosse. Diese stapelte sich in zwei verschieden große Teile auf - eine lange nach unten geformte Flosse und eine kleinere obere Flosse.

Die Formgebung ermöglicht auch Rückschlüsse auf die Fortbewegung der Mosasaurier. Die Schwimmbewegungen des Reptils waren demnach wellenförmig - vergleichbar mit einem Hai. Die größte Antriebskraft ging dabei wohl von Schwanz samt Flosse aus. Damit sind die Mosasaurier anderen Meeressauriern wie dem Metriorhynchus und Ichthyosaurier in ihrer Fortbewegung deutlich ähnlicher als bisher angenommen.

chs/dpa



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