Spitzbergen Besucher stirbt nach Eisbär-Angriff

Wer auf Spitzbergen in die Wildnis vordringt, muss mit Eisbären rechnen - bei Ausflügen ist daher immer jemand bewaffnet. Eine britische Reisegruppe wurde dennoch von einem Bären angegriffen: Vier sind verletzt, ein Jugendlicher kam bei der Attacke ums Leben.

Hubschrauber-Einsatz auf Spitzbergen: Verletzte werden in die Klinik gebracht
DPA

Hubschrauber-Einsatz auf Spitzbergen: Verletzte werden in die Klinik gebracht


Longyearbyen- Auf Spitzbergen leben etwa 2500 Menschen - und 3000 Eisbären. Ausflüge in die Wildnis der Inselgruppe sind daher nicht ungefährlich. Sie müssen angemeldet werden und werden nur bewaffnet durchgeführt. Eine Gruppe der "British Schools Exploring Society" (BSES) wurde am Freitagmorgen jedoch von einem Eisbären angegriffen. Ein 17-jähriger Brite kam ums Leben. Zwei weitere Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren sowie zwei Gruppenleiter im Alter von 27 und 29 Jahren wurden verletzt

Das Büro des Inselgouverneurs erklärte, die Attacke des Eisbären habe sich in der Nähe des Von-Post-Gletschers ereignet. Die Gruppe mit 13 Teilnehmern hatte 40 Kilometer vom Hauptort Longyearbyen entfernt ein Zeltlager aufgeschlagen, als der Eisbär am Morgen angriff. "Der Bär attackierte die Menschen in ihren Zelten", sagte Polizeichef Erik Nygaard laut NTB-Angaben.

Die Gruppe rief über Satellitentelefon Hilfe herbei. Die Verletzten wurden knapp eine Stunde nach ihrem Notruf mit einem Hubschrauber zum Krankenhaus in Longyearbyen, dem Verwaltungszentrum der Inselgruppe, gebracht. Von dort sollen sie nach Behördenangaben - ebenfalls per Hubschrauber - in eine Klinik in Tromsø auf dem norwegischen Festland gebracht werden.

Der Eisbär sei von den Angegriffenen getötet worden.

Zuletzt war auf Spitzbergen im Jahr 1995 ein Mensch am Rand von Longyearbyen von einem Eisbären getötet worden. Wird auf der Inselgruppe ein Eisbär erschossen, führt das automatisch zu einem Verfahren. In diesem übernimmt die Behörde die Rolle des Verteidigers des erschossenen Eisbären.

wbr/dpa/Reuters

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