Springspinnen Sehen per Sonnenbrillen-Pigment

Wenn es um die Partnersuche geht, schauen Springspinnen besonders genau hin. Die Augen der Tiere verfügen über eine Art Filter. Damit sehen sie nicht nur gestochen scharf, sondern nehmen auch viele Farben wahr.

Habronattus-Weibchen: Gestochen scharfer Blick aus den Hauptaugen
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Habronattus-Weibchen: Gestochen scharfer Blick aus den Hauptaugen


Blickt man eine Springspinne an, hat man den Eindruck, sie starre zurück - was angesichts ihres hervorragenden Sehvermögens wohl auch nicht weiter verwunderlich ist. Zwei große, dunkle Hauptaugen sitzen nach vorne gerichtet am Kopf, flankiert von zwei Nebenaugen mit überlappendem Blickfeld. Die seitliche Umgebung behalten vier weitere, kleinere Augen im Blick. Registrieren sie eine Bewegung, dreht sich die Spinne frontal in Richtung der potenziellen Beute.

Dabei sehen die achtbeinigen Jäger gestochen scharf - und das in Farbe. Bei den Spinnen der Gruppe Habronattus gäbe es sogar ähnlich wie beim Menschen drei Farbkanäle, berichten US-Forscher im Fachmagazin "Current Biology". Die beiden Hauptaugen sehen demnach im Grün-, Rot- und UV-Bereich, obwohl sie nur zwei Photorezeptor-Typen besitzen.

Brautschau mit drittem Farbkanal

"Ihr Geheimnis ist ein Filter, mit dem einige für Grün sensitive Zellen dazu gebracht werden, Rot wahrzunehmen - wie mit einer Art Sonnenbrille", heißt es in einer Mitteilung zur Studie. Das bedeute aber nicht, dass die Tiere ihre Umgebung wie ein Mensch wahrnehmen. Wegen ihres extrem kleinen Gesichtsfelds müssten sie eine Szenerie vielmehr Linie für Linie "scannen", um ein vollständiges Farbbild zu erhalten.

Im Verhältnis zur Körpergröße erreichen Springspinnen beim Sehen eine höhere Auflösung als jedes andere Tier, wie die Wissenschaftler um Daniel Zurek und Nathan Morehouse von der University of Pittsburgh schreiben.

Die Forscher untersuchten Spinnen der Art Habronattus pyrrithrix, bei der die Männchen wie bei vielen Vertretern der Gruppe bunt gemustert sind. Mit den zwei bei Spinnen üblichen Rezeptortypen ließen sich langwellige Farben wie Rottöne nicht unterscheiden, erläutern die Forscher. Dies habe im Widerspruch dazu gestanden, dass das Muster von H. pyrrithrix - ein wichtiger Bestandteil der Brautwerbung - aus grünen, cremefarbenen, orangen und roten Ornamenten besteht.

Zielgerichtete Sprünge um mehrere Körperlängen

Die genaue Analyse der Netzhautschichten in den Hauptaugen führte dann auf die Spur des Sonnenbrillen-Pigments. Die Wellenlänge des von den Rezeptoren wahrgenommenen Lichts verschiebt sich demnach von 530 Nanometer (Gelbgrün) auf 626 Nanometer (Rot). Auf diese Weise wird ein dritter Farbkanal geschaffen, die Spinnen nehmen ihre Umgebung zumindest in einem kleinen Netzhautausschnitt ähnlich wie Primaten wahr.

Damit verbunden seien erweiterte Möglichkeiten, potenzielle Beute an deren Färbung zu erkennen, erläutern die Forscher. Auch andere Habronattus-Arten sehen demnach auf diese Weise, Spinnen aus der erweiterten Verwandtschaft jedoch nicht.

Denkbar sei ein evolutionäres Wechselwirken der Farbmuster-Brautwerbung mit der Fähigkeit, ein größeres Farbspektrum erkennen zu können, schreiben die Forscher. Geprüft werden müsse noch, ob die Spinnen rötlich oder gelblich gefärbte Beutetiere besser erkennen und fangen können.

Weltweit sind mehr als 5000 Arten von Springspinnen bekannt. Die meisten leben in den Tropen, aber auch in Europa gibt es Dutzende Spezies. Die einige Millimeter bis etwa einen Zentimeter messenden Tiere können zielgerichtet mehrere Körperlängen weit auf ihre Beute springen - meist Insekten oder andere Spinnen.

nik/dpa

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insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
Flying Rain 19.05.2015
1. Springspinnen
...die einzige Spinnenart die ich mag,...sind aber auch manchmal netz anzusehen.
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