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Unwetter: Wasserdampf-Analyse soll früh vor Starkregen warnen

Gewitterwolke: Hoffnung auf bessere Starkregen-Vorhersage Zur Großansicht
DPA

Gewitterwolke: Hoffnung auf bessere Starkregen-Vorhersage

Regen ist nicht immer nur ein kleines Ärgernis: Starkregen kann Keller überfluten, Autos davonschwimmen lassen und enorme Schäden verursachen. Jetzt präsentieren Forscher ein neues Rechenmodell, das die Vorhersage deutlich verbessern soll.

Auch wenn es viele Unsicherheiten gibt: Starkregen könnte sich bis zu drei Tage früher vorhersagen lassen als bisher, wenn man die Menge an Wasserdampf in der Atmosphäre als Grundlage für Berechnungen verwendet, schreiben Forscher im Fachjournal "Nature Communications" . Die Methode liefere umso bessere Vorhersagen, je größer die Flächen seien, auf denen die Messdaten zusammengefasst und gemittelt würden.

Im Winter 2013/14 gab es in Nordwest-Europa starke Regenfälle, insbesondere auf den britischen Inseln gab es großflächige Überschwemmungen. Dieses Ereignis nutzten die Forscher um David Lavers vom Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) im britischen Reading nun für ihre Berechnungen.

"In historischen Aufzeichnungen haben extreme Regenereignisse mit starkem Wasserdampftransport in Verbindung gestanden", schreiben die Forscher. Sie wollten daher prüfen, ob Messdaten zum Wasserdampf in der Atmosphäre bessere Vorhersagen ermöglichen als gemessene Regenmengen. In den vergangenen Jahrzehnten hatten Meteorologen entdeckt, dass außerhalb der Tropen große Mengen Feuchtigkeit in sogenannten atmosphärischen Flüssen transportiert werden. Solche Luftmassenbänder in einem bis zweieinhalb Kilometern Höhe können mehrere Hundert Meter breit und Tausende Kilometer lang sein.

Rate falscher Alarme

Mittlerweile werden diese atmosphärischen Flüsse unter anderem von Wettersatelliten beobachtet. Lavers und sein Team nutzten für ihre Untersuchung das Standard-Vorhersageinstrument des ECMWF. Sie verwendeten Daten aus dem vergangenen Winter und verglichen, welche Vorhersagen die Rechenmodelle aus Messdaten zu Wasserdampf und zu Regenmengen möglich machten.

In der Studie ausführlich dargestellt sind die Wetterverhältnisse am 24. Dezember 2013: Die Berechnungen anhand des Wasserdampfs ermöglichten im Computerprogramm eine Vorhersage von Starkregen in Großbritannien, Spanien und Teilen Deutschlands bis zu neun Tage im Voraus. Das war für einige Regionen drei Tage früher als mit den Daten der Niederschlagsmengen in Europa und auf dem Atlantik.

Noch gebe es aber Forschungsbedarf: "Eine detaillierte Studie müsste durchgeführt werden, um die Rate falscher Alarme eines solchen Frühwarnsystems für verschiedene Anwendungen zu beurteilen", schreiben die Forscher.

nik/dpa

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1. Schäden
FairPlay 11.11.2014
von starkem Regen können viel nutzvoller, als durch sogenannte Frühwarner die eine solche Katastrophe eh nicht verhindern können, durch Reduzierung von Klimaschädlichen Umwelteinflüssen reduziert werden.
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