Statistik Energieverbrauch Deutschlands sinkt kräftig

Der Energieverbrauch Deutschlands ist in diesem Jahr stark zurückgegangen. Sparsamkeit und größere Effizienz sind dafür aber nur am Rande verantwortlich. Eine wichtigere Rolle spielte das Wetter.

Atomkraftwerk Grafenrheinfeld: Energieverbrauch Deutschlands ist 2011 gesunken
DPA

Atomkraftwerk Grafenrheinfeld: Energieverbrauch Deutschlands ist 2011 gesunken


Köln - Die Bilanz kann sich sehen lassen: In diesem Jahr wird der Energieverbrauch der Deutschen wahrscheinlich um volle fünf Prozent unter dem des Jahres 2010 liegen. Wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen am Dienstag in Köln mitteilte, wird Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich 13.411 Petajoule (PJ) benötigen. Das entspreche der Energie, die bei der Verbrennung von 457,6 Millionen Tonnen Steinkohle frei würde.

Hauptgrund dafür sei die milde Witterung gewesen - im Januar war der kalte, schneereiche Winter bereits wieder zu Ende. Dazu seien hohe Energiepreise mit entsprechend abschreckender Wirkung gekommen. Ein zusätzlicher statistischer Effekt ergebe sich aus dem Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie Kraftwerken mit hoher Effizienz, sagte Uwe Maaßen, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft.

Das aber war nur für einen kleinen Teil des Spareffekts verantwortlich, heißt es in dem Bericht: Rechne man den Temperatureffekt heraus, wäre der Energieverbrauch 2011 nur um ein Prozent gesunken.

Drei Prozent weniger energiebedingter CO2-Ausstoß

Eine für den Klimaschutz erfreuliche Nachricht: Der Mineralölverbrauch fiel um drei Prozent auf 4549 Petajoule oder 155,2 Millionen Tonnen Steinkohle-Einheiten. Das sei das niedrigste Niveau seit 1990, so die Arbeitsgemeinschaft. Zuwächse seien ausschließlich beim Diesel zu verzeichnen gewesen, dessen Absatz konjunkturbedingt um zwei Prozent gestiegen sei.

Die Atomenergie verminderte ihren Beitrag zur Energiebilanz als Folge des Ausstiegsbeschlusses im Jahresverlauf um knapp 23 Prozent. Die erneuerbaren Energien legten 2011 insgesamt um vier Prozent zu. Mit einem Beitrag von 1449 Petajoule steigerten sie ihren Anteil am Energieaufkommen auf knapp elf Prozent. Aufgrund des rückläufigen Energieverbrauchs verminderte sich den Angaben zufolge der energiebedingte CO2-Ausstoß um mehr als drei Prozent.

Ein kräftiges Minus gab es auch bei der Erdgas-Nutzung: Sie ging im Vergleich zu 2010 um rund zehn Prozent zurück. Auch der Verbrauch an Steinkohle ist gesunken - wenn auch nur um 0,7 Prozent auf 1685 Petajoule. Dafür aber wurden mit 1568 Petajoule etwa vier Prozent mehr Braunkohle verfeuert.

Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen wird von sieben Verbänden der deutschen Energiewirtschaft und drei Forschungsinstituten getragen. Dazu gehören der Gesamtverband Steinkohle, der Mineralölwirtschaftsverband und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

mbe/dpa



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insgesamt 48 Beiträge
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Seite 1
günter1934 20.12.2011
1. Typisches Photo...
Zitat von sysopDer Energieverbrauch Deutschlands ist in diesem Jahr stark zurückgegangen. Sparsamkeit und größere Effizienz sind dafür aber nur am Rande verantwortlich. Eine wichtigere Rolle spielte das Wetter. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,804950,00.html
Schön, wie man bei diesem Bild sieht, wie der Atomdreck aus den beiden Schornsteinen kommt! :-) Statistik: Energieverbrauch Deutschlands sinkt kräftig - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/bild-804950-296278.html)
wachsamesholzauge 20.12.2011
2.
Und weil wir die letzten Jahre gelernt haben, dass sich die steigenden Energiepreise aus der hohen Nachfrage ergeben, freuen wir uns jetzt auf sinkende Energiepreise durch den Nachfragerückgang.
heuwender 20.12.2011
3. das ist gut so
Zitat von sysopDer Energieverbrauch Deutschlands ist in diesem Jahr stark zurückgegangen. Sparsamkeit und größere Effizienz sind dafür aber nur am Rande verantwortlich. Eine wichtigere Rolle spielte das Wetter. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,804950,00.html
dann können die Energiepreise steigen,ob Gas Öl oder Strom
mauimeyer 20.12.2011
4. Zufällig....
Zitat von sysopDer Energieverbrauch Deutschlands ist in diesem Jahr stark zurückgegangen. Sparsamkeit und größere Effizienz sind dafür aber nur am Rande verantwortlich. Eine wichtigere Rolle spielte das Wetter. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,804950,00.html
...habe ich die Daten für unser Einfamileinhaus ganz genau! Gasverbrauch gegenüber dem Vorjahr > 20% Rückgang. Der viele Sonnenschein im Frühjahr und im Herbst hat Heizkosten gespart! Kauri
XRay23 20.12.2011
5.
Zitat von sysopDer Energieverbrauch Deutschlands ist in diesem Jahr stark zurückgegangen. Sparsamkeit und größere Effizienz sind dafür aber nur am Rande verantwortlich. Eine wichtigere Rolle spielte das Wetter. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,804950,00.html
Der Energieverbauch sinkt? Nun - ab Januar hat Vattenfall mal wieder den Strompreis erhöht. Von 21,48 Cent/kWh auf stolze 23,36 Cent/kWh. Ich bin Geringverbraucher, liege im Jahr unter 1400kWh, da ich auf Energiesparen achte. Alle sinnlosen Verbraucher werden abgeschaltet, nicht einmal das Telefon ist mittlerweile mehr an wenn ich nicht zu Hause bin. Trotzdem zahle ich jährlich mehr. Das der Energieverbrauch in Deutschland sinkt ist löblich, allerdings wird dies dazu führen das die Strompreise auch im nächsten Jahr wieder kräftig steigen. Die Versorger lassen sich doch nicht von den Kunden welche aus Gründen des Umweltschutzes oder auch des Schutzes des eigenen Geldbeutels Srom sparen die Butter vom Brot nehmen... Wenn irgendwann der Durchschnittshaushalt mit 500kwH/Jahr auskommen würde (ja - derzeit absolut unrealistisch...) müsste man dann für diese Energiemenge mehr zahlen als noch vor 5 Jahren für das 10fache.
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