Neues aus der Geoforschung Erdbebenwarnung, Strahlenfontäne, weniger Stürme

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4. Teil: Weniger Stürme an der Nordsee


Deich in Nordholland: Zwei Effekte im Wettstreit
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Deich in Nordholland: Zwei Effekte im Wettstreit

Die prognostizierte Klimaerwärmung brachte die Furcht vor mehr Sturmfluten mit sich. Vor allem die Niederlande wären bedroht, sie liegen weitenteils niedriger als der Meeresspiegel - immer höhere Deiche sollen das Land schützen. Die Sorge war jedoch bislang unbegründet, wie eine neue Studie im Fachblatt "Climate Change" zeigt: Die Niederlande erleben der Statistik zufolge immer weniger Sturmfluten.

Seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen vor 101 Jahren habe es noch nie so wenige schwere Stürme gegeben wie in den letzten 15 Jahren, berichtet Stephen Cusack vom privaten Forschungsinstitut "Risk Management Solutions" in London. Sowohl Stürme insgesamt, als auch jene Stürme mit schweren Schäden hätten sich stark verringert.

Ein Warnzeichen jedoch gebe es, schreibt Cusack: Die wenigen schweren Stürme der vergangenen Jahre verursachten mehr Schäden als vergleichbare Stürme zuvor - das könnte ein Anzeichen für die größere Anfälligkeit der wachsenden Ortschaften sein. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass auch in Nordeuropa Stürme in den vergangenen hundert Jahren nicht häufiger geworden sind.

Gleichwohl sagen Klimamodelle eine leichte Zunahme im Laufe dieses Jahrhunderts vorher. Noch rätseln Klimaforscher allerdings, wie es wirklich weitergeht - zwei Effekte liegen im Wettstreit: Erwärmen sich die Polarregionen, könnten sich Luftdruck-Gegensätze abmildern - und Stürme schwächen. Oder facht die zunehmende Wärmeenergie Winde an? Eine Antwort steht noch aus.

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