Neues aus der Geoforschung Erdbebenwarnung, Strahlenfontäne, weniger Stürme

Im Jahr 774 traf eine Strahlenfontäne die Erde - jetzt hat ein Student im Internet einen Hinweis auf die Ursache gefunden. Außerdem im Überblick zur Geoforschung: Erdbebenwarnung für Neuseeland, weniger Stürme an der Nordsee und ein neu entdecktes Material.

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Die neue Erdbebenkarte des Instituts "IDV Solutions" zeigt alle Beben stärker 4 seit 1898. Neuseeland glüht recht stark: Es liegt im unteren Bereich des grünen Hakens, Bildmitte.
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Die neue Erdbebenkarte des Instituts "IDV Solutions" zeigt alle Beben stärker 4 seit 1898. Neuseeland glüht recht stark: Es liegt im unteren Bereich des grünen Hakens, Bildmitte.

Neuseelands gefährlichste Erdbebennaht durchzieht die Südinsel des Landes im Westen und die Nordinseln im Osten. An der sogenannten Alpine Fault schrammen die Indisch-Australische und die Pazifische Erdplatte seit Jahrmillionen aneinander vorbei; in der Knautschzone haben sich die Neuseeländischen Alpen aufgefaltet.

Satellitenmessungen der Erdplattenbewegungen haben ergeben, dass der Druck entlang der Nahtzone stetig zunimmt. Nach Erkenntnissen der neuseeländischen Geoforschungsbehörde GNS staut sich die Spannung seit 1717. Seither gab es entlang der Naht kein starkes Beben mehr. Sprünge im Gestein und alte Erdrutschungen verraten aber, dass es in den Jahrhunderten zuvor des öfteren äußerst heftig gebebt hat. Wann droht der nächste Schlag?

GNS-Forscher haben die Erdbebengeschichte entlang der Nahtzone nun untersucht. Sie wollten wissen, wie häufig mit Starkbeben zu rechnen ist. Das Ergebnis bestätigt schlimme Befürchtungen: 24 Mal hat es in den vergangenen 8000 Jahren äußerst stark gebebt, berichten die Forscher im Wissenschaftsblatt "Science". Beben abseits der Alpine Fault wie jene von Christchurch aus den vergangenen beiden Jahren gehören nicht dazu.

Die Starkbeben an der Alpine Fault ereigneten sich demnach im Durchschnitt alle 330 Jahre. Weil das letzte Starkbeben 295 Jahre zurückliegt, müsse jederzeit mit einem schweren Schlag gerechnet werden, schreiben die Geoforscher. Manchmal lagen nur 100, manchmal aber glücklicherweise auch 500 Jahre zwischen zwei Starkbeben. Deshalb kalkulieren die Wissenschaftler das Risiko eines erneuten Starkbebens an der Alpine Fault für die nächsten 50 Jahre mit 30 Prozent.

Es müsse entlang der Plattengrenze jederzeit mit einem Beben gerechnet werden, das heftiger sei als Stärke acht, warnt das GNS. Stöße dieser Heftigkeit ereignen sich weltweit nur etwa einmal pro Jahr, ihnen halten selbst stabile Bauten in der Umgebung kaum stand.

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