Stralsund Meeresaquarium Ozeaneum startet mit Problemen

Es ist Deutschlands größtes Meeresmuseum - und beinhaltet die größte Waldokumentation der Welt: das Ozeaneum in Stralsund, das jetzt eröffnet wurde. Die Ausstellungsmacher erwarten eine halbe Million Besucher pro Jahr. Doch zum Start läuft noch nicht alles nach Plan.


Stralsund - Drei Jahre lang ist am Ozeaneum auf der Hafeninsel am Strelasund gebaut worden, und trotzdem war zur Einweihung nicht alles fertig. Unter anderem bei der Aquarientechnik läuft noch nicht alles nach Plan. Deswegen endet die "Unterwasserreise", auf die sich die Besucher begeben können, zur Eröffnung nicht wie später einmal im Nordpolarmeer, sondern schon im Kattegat. Bisher sind nur 27 von insgesamt 39 Schaubecken mit Tieren bestückt.

Fast 60 Millionen Euro hat das Ozeaneum aus Beton und Schiffsstahl gekostet, ein Erweiterungsbau für das Deutsche Meeresmuseum. Die Ausstellung präsentiere nicht nur die ungeahnte Glanzwelt der Meere, sondern führe auch die Gefährdungen vor Augen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnungszeremonie.

Wenn alle Aquarien des Hauses gefüllt sind, fassen sie rund sechs Millionen Liter Wasser. Am größten ist das Schwarmfisch-Becken, das allein zweieinhalb Millionen Liter fasst. Besucher können durch eine fünf Mal zehn Meter große Scheibe das Leben der Makrelen und Heringe beobachten. Die Museumsmannschaft erwartet, dass sich eine halbe Million Gäste pro Jahr die Nasen an dem 30 Zentimeter dicken Glas plattdrücken werden. Sie werden auch sehen können, wie Raubfische wie der Heringshai die Fischschwärme auf Touren bringen. Damit es nicht zum Gemetzel von den Augen der Touristen kommt, sollen die Raubfische allerdings immer gut gefüttert werden, verspricht die Museumsleitung.

Der Ausstellungskomplex widmet sich vorrangig den Tier- und Pflanzenwelten der europäischen Kaltwassermeere. Darüber hinaus präsentiert das Ozeaneum in einer 20 Meter hohen Halle mehrere lebensgroße Walmodelle. Der von der Umweltorganisation Greenpeace mitfinanzierte Bereich "1:1 - Riesen der Meere" mit sieben lebensgroßen Modellen von Blau-, Schwert- und Buckelwal gilt als weltgrößte Waldokumentation. In den nächsten Wochen sollen noch die Nachbildung eines Pottwals und eines Riesenkalmars dazukommen. Besucher können auf Liegen unterhalb der Tiermodelle die Dimensionen der Tiere erfahren, begleitet von Walgesängen.

chs/AP/ddp/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.