Streit um Eisbär-Baby: Berliner Zoo verteidigt Knut

Einzelne Tierschützer haben die Handaufzucht des Eisbär-Babys Knut im Berliner Zoo heftig kritisiert. Der Zoo verteidigt jetzt seine Entscheidung, das Jungtier von einem Pfleger aufziehen zu lassen.

Berlin - "Wenn ein Tier von der Mutter nicht angenommen wird, ist das grundsätzlich immer eine Einzelfallentscheidung", sagte Ragnar Kühne vom Zoo Berlin am Montag. Bei Knut sei eine Tötung nach der Geburt nicht in Frage gekommen. Der SPIEGEL hatte über die Kritik von Experten an der Aufzucht des Eisbären berichtet. Ihrer Ansicht nach hätte das Tier getötet werden müssen.

"Die Handaufzucht ist nicht artgerecht, sondern ein grober Verstoß gegen das Tierschutzgesetz", sagte der Tierschützer Frank Albrecht der "Bild"-Zeitung. Der Berliner Zoo lasse es zu, dass der Eisbär für den Rest seines Lebens verhaltensgestört sein werde. Kühne sagte, Eisbären seien Einzelgänger. Ein Großteil ihres Verhaltens sei angeboren. Von seinen Eltern lerne ein Eisbär lediglich das Jagen, und das müsse er im Zoo nicht tun.

Nach Auffassung der Tierschutzstiftung Vier Pfoten steht der Zoo in der Verantwortung, das Eisbärbaby nun groß zu ziehen. "Wir teilen nicht die Auffassung, dass das Tier hätte getötet werden müssen", sagte Bärenexperte Thomas Pietsch. Kritisch werde lediglich die Zeugung von Knut gesehen. "Wir tolerieren nun die Nachzucht bei wissenschaftlich geführten Programmen, die zur Auswilderung dienen", fügte Pietsch hinzu.

Das Eisbärbaby Knut kam am 5. Dezember zur Welt. Nachdem Mutter Tosca ihren Nachwuchs nicht annahm, lebt dieser nun bei seinem Pfleger. Im Dezember war im Leipziger Zoo ein zwei Tage altes Lippenbärbaby eingeschläfert worden, nachdem es von der Mutter nicht angenommen worden war.

mbe/ddp

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