Studie mit Mäusen Mitleid wird vererbt

Die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, ist bei Mäusen genetisch bedingt. Das haben Forscher in einem Experiment gezeigt, bei dem sie Tiere verschiedener genetischer Linien miteinander verglichen.


Steckt die Fähigkeit zu Mitleid in den Genen? Offenbar ja. Dies schließen Jules Panksepp von der University of Wisconsin in Madison und seine Kollegen aus einem Versuch mit Mäusen. Die Forscher ließen Mäuse einen 30 Sekunden langen Ton hören und verpassten ihnen dabei einen leichten Stromschlag. Auf diese Weise lernten die Mäuse, den Ton mit etwas Unangenehmem zu assoziieren: Die Tiere wurden immer ängstlich, wenn der Ton ertönte, berichten die Forscher im Fachmagazin "PLoS One".

Labormaus: Mitleid genetisch bedingt
AP

Labormaus: Mitleid genetisch bedingt

Dieses Training schlug jedoch nicht nur bei den direkt betroffenen Mäusen an: Auch andere Mäuse, die das Experiment aus dem Nachbarkäfig beobachteten und das Versuchstier vor Schreck quieken hörten, fürchteten sich fortan vor dem Ton. Die Forscher erklären das mit Empathie für das unter Strom gesetzte Tier.

Bei den mitleidigen Mäusen handelte es sich um miteinander verwandte, besonders sozial aktive Tiere. Mäuse aus einer anderen genetischen Linie zeigten hingegen kein vergleichbares Verhalten.

Daraus folgern die Forscher, dass das Mitleid eine direkte genetische Ursache hat. Künftige Studien könnten die genetischen Unterschiede zwischen mitleidigen Mäusen und Tieren, die dazu nicht in der Lage sind, bestimmen und ein genaueres Verständnis des Zusammenhangs ermöglichen, erklären die Wissenschaftler.

hda/ddp



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