Atlantik-Insel Südgeorgien Forscher rotten Ratten aus

Auf der Südatlantik-Insel Südgeorgien wurden Ratten zu einer Gefahr für Vogelkolonien. Forscher setzten tonnenweise Gift ein - und vermelden jetzt einen Erfolg.

Getty Images


Königspinguine, Wanderalbatrosse, Kapsturmvögel: Die Insel Südgeorgien war einst ein Paradies für seltene Vögel. Bis zu 100 Millionen Tiere könnten dort gelebt haben, schätzen Wissenschaftler. Damit zählte das Eiland im Südatlantik, das etwa 1400 Kilometer östlich der Argentinischen Küste liegt, zu den wichtigsten Lebens- und Bruträumen auf hoher See überhaupt. Doch dann kam Entdecker James Cook - und mit seinem Schiff die Ratten.

Die Folgen für die Insel waren verheerend. Mehr als 90 Prozent der dort lebenden Vögel wurden ausgerottet, schätzen Forscher, weil Ratten ihre Küken, Eier und sogar erwachsene Vögel fraßen, die teils so groß waren wie sie selbst. Forscher beschlossen deshalb, die Zeit in dem Naturparadies zurückzudrehen und die Insel wieder rattenfrei zu machen. Das Projekt hatte offenbar Erfolg.

Das Gift kam vom Himmel

Laut dem zuständigen South Georgia Heritage Trust lebt auf Südgeorgien keine einzige Ratte mehr. Die Wohltätigkeitsorganisation hatte mehr als elf Millionen Euro für das Projekt eingesammelt. Per Hubschrauber hatten Artenschützer zwischen 2011 und 2015 großflächig Giftköder auf der rund 3800 Quadratkilometer großen Insel verteilt. Mehr über den Einsatz erfahren Sie hier:

Der Aufwand war groß. Helikopter und Treibstoff mussten eigens durch die raue See nach Südgeorgien gebracht werden. Und die Wissenschaftler mussten gründlich sein, schließlich sollte jede einzelne Ratte einen Köder schlucken.

Nicht nur Ratten starben durch das Gift

Erst zwei Jahre nach Ende des Projekts können Wissenschaftler nun sagen: Es gibt keine Ratten mehr auf Südgeorgien. Spezielle Spürhunde hatten die Insel durchsucht, und auch die aufgestellten Fallen blieben leer.

"Wir waren so aufgeregt", sagt Mike Richardson, der das Projekt verantwortet hat. "Doch ich freue mich, sagen zu können: In den vergangenen sechs Monaten haben wir nicht einen einzigen Hinweis auf eine Ratte entdeckt. Nach unserem Wissen, ist die Insel also rattenfrei."

Das verteilte Gift ist auch für Vögel tödlich. Laut den zuständigen Behörden würden sich die Vogelpopulationen jedoch rasch erholen. Der langfristige Nutzen durch die Nagerentfernung überwiege. So hätten sich bereits einige Vögel wieder angesiedelt wie die Spitzschwanzente (Anas georgica georgica), die nur dort vorkommt. Die seltene Art konnte offenbar nur überleben, weil sich die Tiere auf kleinere Nebeninseln zurückzogen.

koe



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