Südkorea Zoll lässt Drogenspürhund siebenmal klonen

Chase ist der beste Drogenspürhund der südkoreanischen Zollbehörde. So gut, dass sie ihn hat klonen lassen - siebenmal. Seine Klone heißen alle Toppy und sollen einmal genauso gut wie das Original werden.


Chase ist unersetzbar. Kein anderer Drogenspürhund der südkoreanischen Zollbehörde ist so erfolgreich im Aufspüren von Rauschgift wie der Golden Retriever. Daher hat die Zollbehörde den unersetzbaren Spürhund siebenmal klonen lassen. Die sieben Hunde-Kopien seien Ende des vergangenen Jahres aus einer Körperzelle von "Chase" erzeugt worden und wurden von drei Hunde-Leihmüttern zur Welt gebracht, teilte ein Mitarbeiter des Hauptquartiers der südkoreanischen Zollbehörde mit. Mit Gentests sei dann die Echtheit der Klone bestätigt worden.

Das Projekt, geklonte Hunde für das Aufspüren von Drogen auszubilden, ist weltweit einzigartig. Die sieben Drogenspürhunde heißen alle Toppy (Tomorrow's Puppies, zu deutsch: Welpen der Zukunft). Zunächst wurden sie auf ihr Verhalten und die Qualität ihrer Erbanlagen geprüft, bevor das eigentliche Schnüffeltraining begann. Nach der Ausbildung sollen sie im Juni des nächsten Jahres den Dienst aufnehmen. Projektmanager Lim Jae Yong sagte, dass sich die Klonhunde leichter trainieren als ihre natürlich entstandenen Artgenossen.

Das Projekt fand unter staatlicher Aufsicht statt und wurde von Forschern um Lee Byung Chun von der Seouler Nationaluniversität ausgeführt. Lee war Mitglied der südkoreanischen Forschergruppe gewesen, die 2005 den ersten Klon-Hund, den Afghanen Snuppy, züchtete. Nachdem der Leiter des Experiments, Hwang Woo Suk, der Fälschung von Studien überführt worden war, hatte sich Lee von ihm losgesagt. Während zwei Studien Hwangs zu embryonalen Stammzellen als Fälschung aufgedeckt wurden, hatte sich der geklonte Windhund Snuppy tatsächlich als Klon erwiesen.

lub/dpa/afp



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