Südliche Ostsee Die Rückkehr der Robben

Tierschützer sind erfreut: Kegelrobben kehren an die südliche Ostseeküste zurück. Experten bereiten Küstengemeinden vor.

Kegelrobben (Archivbild)
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Kegelrobben (Archivbild)


In den vergangenen Monaten waren in der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern Hunderte Robben gezählt worden. Das reiche Nahrungsangebot und die Kälte in der nördlichen Ostsee hatten die Tiere an die Küste gelockt.

Zudem wurden 2018 die ersten Geburten von Robbenbabys an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern nach mehr als hundert Jahren dokumentiert. Vier Kegelrobben im weißen Lanugofell wurden gesichtet - das Fell tragen die Tiere nach der Geburt nur wenige Wochen.

Experten des Deutschen Meeresmuseums zeigen sich erfreut, sie erwarten weitere Geburten im neuen Jahr. Das Meeresmuseum will Küstengemeinden nun mit Schulungen vorbereiten.

Die weißen Jungtiere sind nicht ausreichend wärmeisoliert, um sich im Wasser aufzuhalten. Wichtig sei daher, bei der Sichtung eines Robbenbabys den betroffenen Strandabschnitt in einem Umkreis von etwa 100 Metern temporär abzusperren, sagt Robbenexpertin und Meeresbiologin Linda Westphal vom Deutschen Meeresmuseum. Dies sei die einzige Möglichkeit, um den Jungtieren an der stark frequentierten Ostseeküste das Überleben in den ersten sensiblen Wochen zu sichern.

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"Wir wollen ein Netzwerk etablieren, damit die Robbenjungtiere in ihren ersten Lebenswochen weitgehend ungestört gesäugt und aufgezogen werden können", sagt Linda Westphal.

Im Jahresdurchschnitt lebten gewöhnlich maximal 30 Robben dauerhaft in den Gewässern vor Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Bestand ist bedroht: In Mecklenburg-Vorpommern werden immer wieder tote Kegelrobben an die Küste geschwemmt.

boj/dpa



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