Google Doodle Die erste erfolgreiche Südpol-Expedition

Es war ein Wettlauf mit fatalen Folgen: Heute vor 105 Jahren erreichte Roald Amundsen als erster Mensch den Südpol. Den Erfolg verdankte er seiner überlegenen Planung.

Roald Amundsen und sein Team am Südpol
DPA

Roald Amundsen und sein Team am Südpol


Akribisch hatte sich Roald Amundsen vorbereitet, alles genau geplant - doch von seinem wahren Vorhaben zunächst nichts erzählt. Der norwegische Forscher und Abenteurer hatte seinen Förderer, seine Geldgeber und den norwegischen König sowie das Parlament getäuscht und vorgegeben, zum Nordpol zu reisen. Erst als er mit seinem Schiff "Fram" schon längst unterwegs ist, lässt er die Öffentlichkeit über sein eigentliches Ziel informieren: den Südpol.

Den südlichsten Punkt der Erde wollte Amundsen unbedingt als erster entdecken - denn am Nordpol waren ihm zwei Forscher zuvorgekommen, auch wenn es heute umstritten ist, ob Frederick Cook und Robert Edwin Peary den nördlichsten Punkt der Erde wirklich erreicht haben.

Die Fram-Expedition sollte nicht nur ein Kampf mit der Natur werden, sondern auch mit dem Briten Robert Scott, der sich ebenfalls auf den Weg Richtung Südpol gemacht hatte. Und es sollte ein tödlicher Wettlauf durch die Antarktis werden.

Amundsens Vorbereitung zahlt sich bereits früh aus, seine Basis schlägt er über 150 Kilometer näher am Südpol auf als Scott. Er lässt zahlreiche Nahrungsmittel- und Ausrüstungsdepots errichten. Und er setzt auf insgesamt 116 Schlittenhunde. Die erste Fahrt Richtung Ziel gerät jedoch zum Fiasko. Amundsen will bereits zum Ende des antarktischen Winters starten, doch die Kälte führt dazu, dass er schon nach wenigen Tagen umkehren muss.

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Doch diese Niederlage und auch Kritik innerhalb seines Teams steckt der Norweger weg. Einen Monat später beginnt schließlich der zweite Versuch. Er ist erfolgreich: Am 14. Dezember 1911, nach knapp zwei Monaten, erreicht Amundsen mit einigen Expeditionsmitgliedern schließlich den Südpol - heute vor 105 Jahren. Daran erinnert Google heute mit einem Doodle.

Als Amundsen am Südpol steht, ist Scott noch rund 500 Kilometer weit entfernt. Der Brite hatte schon im Vorfeld Pech gehabt, aber auch große logistische Fehler begangen. Scott erreicht den Südpol schließlich 35 Tage nach seinem Rivalen. Auf dem Rückweg sterben er und mehrere seiner Expeditionsmitglieder. Lesen Sie hier ausführlich über Scotts gescheiterte Reise zum Südpol.

Roald Amundsen
AFP PHOTO/ NASJONALBIBLIOTEKET/ LOMEN BROS

Roald Amundsen

Roald Amundsen, Norwegens womöglich größter Nationalheld, stirbt 1928 auf einer Rettungsmission. Er war mit einem Flugzeug gestartet, um den Italiener Umberto Nobile zu finden, der mit seinem Luftschiff in der Arktis verunglückt war. Auf diesem Flug verschwindet Amundsen spurlos, weder Leichnam noch Maschine wurden je gefunden. Nobile und seine Männer hingegen wurden gerettet.

max



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