Südpolbasis "Comandante Ferraz" Feuer zerstört Brasiliens Antarktis-Station

Einen misslicheren Ort für einen solchen Notfall kann es kaum geben. Eine Explosion und ein Feuer haben die brasilianische Südpolbasis zerstört. Zwei Menschen kamen ums Leben, die anderen Forscher konnten sich retten und wurden ausgeflogen.

Brennende "Comandante Ferraz"-Station in der Admiralty-Bucht
AP

Brennende "Comandante Ferraz"-Station in der Admiralty-Bucht


São Paulo - Bei einer Explosion und einem Großbrand in einer brasilianischen Militär- und Forschungsstation in der Antarktis sind zwei Marine-Angehörige ums Leben gekommen. Das bestätigte am Samstag Brasiliens Verteidigungsminister Celso Amorim. Die beiden Männer seien an dem Ort mit dem höchsten Risiko gewesen und hätten in einer "heldenhaften Tat" versucht, das Feuer zu löschen, sagte Amorim. Ein Mann erlitt bei dem Unglück Verletzungen.

Zunächst hatte die brasilianische Marine von einem verletzten Soldaten sowie zwei Vermissten gesprochen. Später wurden zwei Leichen entdeckt. Der Verletzte wurde ebenso wie die gut 30 Forscher auf der Station per Hubschrauber zur chilenischen Basis "Eduardo Frei" gebracht.

Die Antarktis-Station "Comandante Ferraz" existiert seit 1984. Dort betreibt Brasilien biologische Forschung. Wissenschaftler untersuchen vor allem Ökosysteme in Küstennähe, zudem sind Soldaten auf der Basis stationiert. Insgesamt haben etwa 30 Länder Forschungsstationen in der Antarktis.

Durch den Brand wurde die permanente Südpolbasis völlig zerstört. Die von der brasilianischen Marine betriebene Station liegt auf der König-Georg-Insel in der Admiralty-Bucht, rund 130 Kilometer von der antarktischen Halbinsel entfernt.

Die Explosion ereignete sich nach Marine-Angaben am Samstag im Maschinenbereich der Station, wo die Stromgeneratoren untergebracht waren. Die etwa 2600 Quadratmeter große Anlage bestand aus zahlreichen Modulen und beherbergte unter anderem Labore, Schlafräume und eine Bibliothek. Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich bis zu 60 Personen in der Station auf, darunter 30 Forscher und 15 Marine-Angehörige.

Bei der Hilfsaktion waren drei chilenische Hubschrauber und ein Schiff der argentinischen Marine im Einsatz. Auf Bildern sind dicke Rauchwolken über der brennenden Station zu sehen.

Nach Angaben des Ministers bleibt ein Team aus zwölf Marine-Soldaten zunächst in der chilenischen Station "Eduardo Frei", darunter auch der brasilianische Stationskommandant. Sie sollen bei der Untersuchung und bei der Bergung der beiden Leichen helfen.

jul/dpa/AFP



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