Vom Aussterben bedroht: Tierschützer finden Spuren des Sumatra-Nashorns

Selten: Sumatra-Nashorn auf dem Land der Indonesian Rhino Foundation (Archiv) Zur Großansicht
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Selten: Sumatra-Nashorn auf dem Land der Indonesian Rhino Foundation (Archiv)

Bislang galt das Sumatra-Nashorn auf Borneo angeblich als ausgestorben. Nun haben Forscher Hinweise auf eine bislang unbekannte Nashorn-Population im Osten der asiatischen Insel gefunden. Weltweit gibt es nur noch 200 Tiere ihrer Art.

Neue Hoffnung bei Naturschützern: Experten fanden im Osten Borneos Abdrücke von Nashorn-Hufen. Außerdem entdeckten sie Schlammlöcher wie die, in denen die Nashörner sich gerne suhlen, und Stämme, an denen sich offenbar Nashörner gerieben hatten, berichtete die Umweltstiftung WWF am Donnerstag in Jakarta.

Es gibt nach Schätzungen weltweit nur noch 200 Sumatra-Nashörner in freier Wildbahn, die meisten davon auf der indonesischen Insel Sumatra. Etwa 25 Tiere werden noch im Nordosten von Borneo, in der malaysischen Provinz Sabah, vermutet. Es ist die kleinste der noch lebenden Arten, mit Haaren auf dem Fell und Runzeln um die Augen. Die Tiere werden etwa 1,50 Meter groß und wiegen bis zu 950 Kilogramm.

In der Region von West Kutai im Osten Borneos galten die Tiere seit den neunziger Jahren als ausgestorben. "Das ist frischer Wind für alle Schutzbemühungen", sagte ein Sprecher des WWF.

Unsummen für ein einzelnes Horn

Wilderer jagen Nashörner wegen des Horns, das vor allem in Vietnam und China zu Pulver gerieben wird. Es gilt in der traditionellen asiatischen Medizin als potentes Heilmittel gegen verschiedenste Krankheiten und wird für Unsummen als Heilmittel verkauft. Wissenschaftliche Beweise für die Heilkraft gibt es nicht.

Es sei unglaublich, dass Menschen bereit seien, für Rhinozeroshorn so viel Geld zu zahlen, obwohl diese im Prinzip aus derselben Substanz wie Fingernägel bestünden und keinerlei medizinischen Wert hätten - so hatte der WWF-Experte Nick Cox kürzlich diese Tatsache kommentiert.

Der internationale Handel mit Nashornhörnern ist zwar verboten, aber das Material wird wohl von Schmugglerringen nach Asien geschafft.

Sie stehlen auch Exponate aus Museen und Auktionshäusern.Es ist eine beunruhigende Bilanz: Begehrt war das Horn des Rhinozerosses schon immer, aber noch nie wurden so viele Nashörner gewildert wie in den vergangenen zwei Jahren. Schätzungen ergeben, dass Südafrika fast jeden Tag eines der seltenen Tiere verliert. Allein 2012 wurden bisher mehr als 270 abgeschlachtet.

Die Hörner der Tiere sind insbesondere in Südostasien hochbegehrt, für ein Kilo werden zum Teil mehr als 50.000 Euro bezahlt. Dies gefährde zunehmend auch den Nashornbestand in Afrika und Südasien, warnt der WWF.

nik/dpa

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