Doch nicht aus Amerika Forscher knacken Süßkartoffel-Rätsel

Die Süßkartoffel gehört zu den beliebtesten Knollen der Welt. Lange glaubten Forscher, die Pflanze stamme aus Nordamerika - ein Irrtum, wie sich nun herausstellte.

Süßkartoffel
imago/ Westend61

Süßkartoffel


Keine Knolle liegt derzeit so im Trend wie die Süßkartoffel. Sie gilt längst als Superfood, weil sie hohe Mengen an Energie und Nährstoffen speichert. Sogar die Weltraumorganisation Nasa wählte sie als mögliche Nutzpflanze für längere Weltraumexpeditionen aus.

Sollten also eines Tages tatsächlich Menschen zum Mars reisen, werden sie wahrscheinlich Süßkartoffeln im Gepäck haben. Besonders beliebt ist die Pflanze in den USA, wo sie bei keinem Thanksgiving fehlen darf.

Seit Langem streiten Wissenschaftler darüber, ob die Süßkartoffel in Amerika ihren Ursprung hat. Nun zeigen neueste Forschungen: Die Knolle entstand in Asien - und zwar deutlich früher als bisher angenommen, wie Paläobotaniker David Dilcher und Kollegen im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" schreiben.

Demnach entdeckten sie in Ostindien das Fossil eines 57 Millionen Jahre alten Windengewächses, zu dem auch die Süßkartoffel gehört. Sie schließen daraus, dass die Pflanzenfamilie während des Paläozäns im östliches Teil des Urkontinents Gondwana entstand, der heute weite Teile Asiens bildet.

Die Erkenntnis sei ein Durchbruch für die Pflanzenforschung, schreiben die Wissenschaftler. Bisherige Fossilien hätten nahegelegt, dass die Windengewächse erst vor rund 35 Millionen Jahren in Nordamerika entstanden seien. Molekulare Untersuchungen hätten jedoch Zweifel daran aufkommen lassen, die nun durch die neue Forschung bestätig würden, freuen sich die Botaniker.

Die Herkunft der Kartoffel

Fossilien von Windengewächsen sind extrem selten, da ihre feinen Strukturen kaum erhalten bleiben. Ob es sich bei der analysierten Pflanze bereits um eine Süßkartoffel handelt, ist unklar. Zur Familie der Windengewächse gehören mehr als 1880 Arten.

Mit der Kartoffel ist die Süßkartoffel übrigens nur entfernt verwandt. Denn Kartoffeln gehören wie Tomaten, Paprika oder Tabak zu den Nachtschattengewächsen - und die haben ihren Ursprung wahrscheinlich tatsächlich in Amerika, wie 52 Millionen Jahre alte Fossilienfunde aus Argentinien zeigten.

Im Video: Wie man Kartoffeln richtig isst

SPIEGEL TV

koe



insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
permissiveactionlink 22.05.2018
1. Ja schon, aber
bereits Alexander von Humboldt vermutete den Ursprung von Ipomoea batatas in Mittelamerika, und offenbar wurde die Süßkartoffel bereits in vorkolumbianischer Zeit von Peru aus Richtung Polynesien verbreitet, von dort gelangte sie dann auch nach Neuseeland. Die Verbreitung über Knollen ist kein Problem, über schlecht keimende Samen aber allemal. Es stellt sich also die Frage, wie die Pflanzen ursprünglich überhaupt in die neue Welt gelangten ! Hatten die ersten Einwanderer sie im Gepäck ? Warum kannten die Polynesier sie dann anfangs nicht ? Warum schafften es die Convolvulaceae über den Pazifik, wenn es umgekehrt z.B. die Fouquieriaceae (Ocotillogewächse) niemals aus Amerika woandershin verfrachtet hat ?
meiso 22.05.2018
2. Forscher knacken Rätsel ??????
Die reißerische Überschrift stellt eine Behauptung auf, die im Artikel durch nichts belegt wird. Mit der Entdeckung eines 57 Millionen (!) Jahre alten Fossils ist noch gar nichts über die Herkunft der Süßkartoffel ausgesagt, das Rätsel ist nicht geknackt, sondern eher größer geworden. Die bis jetzt gesicherten Erkenntnisse hat der Forist unter 1.(siehe oben) zusammengefasst. Die Natur hatte 57 Millionen Jahre Zeit, diese Arten über den Globus zu verteilen, in der Zeit haben sich Kontinente verschoben, getrennt und wieder zusammengeschlossen. Manche Arten sind auch in bestimmten Regionen wieder ausgestorben. Von einem Einzelfund ausgehend solche feste Behauptungen aufzustellen, halte ich für unredlich.
627235 22.05.2018
3. Unseriös
Es scheint doch recht unseriös, den Ursprung einer Art durch den Fund eines Fossils der gleichen Familie festlegen zu wollen, zumal einer weltweit verbreiteten Familie. Bekannt ist somit lediglich, dass Windengewächse vor 57 Millionen Jahren auf der Landmasse Asiens (oder genauer: Der Landmasse Indiens, das zu der Zeit möglicherweise noch nicht an Asien gestoßen war) existierten. Bereits zu dieser Zeit könnte die Pflanzenfamilie in anderen Teilen des ehemaligen Gondwanas verbreitet gewesen sein (Afrika, Südamerika, Australien, Antarktis) und entsprechend die Südkartoffel als Art in z.B. Südamerika entstanden sein - zumal einigermaßen sicher erscheint, dass Windengewächse ohne menschliche Hilfe nach Amerika kamen, ob aus Asien, Gondwana oder anderen Ursprüngen. Und schließlich ist zu beachten, dass die Süßkartoffel als Kulturpflanze sich wohl von Amerika aus verbreitet hat, was den Ursprung der Art oder zumindest ihrer Kultivierung dort nahelegt. Dass heute weit mehr Süßkartoffeln in Asien als in Amerika angebaut werden, steht dem keineswegs entgegen - es hat sich immer wieder gezeigt, dass Kulturpflanzen in Gegenden weit besser anbauen lassen, in denen sich keine spezialisierten Schädlinge und Krankheiten entwickelt haben. Zuletzt sei gesagt, dass ich von der Verbreitungsgeschichte der Süßkartoffel keine Ahnung habe und dass es mir letztlich egal ist, woher sie stammt - die eifrigen Sprünge zu ungerechtfertigten Schlüssen in diesem Artikel inspirierten mich aber zu diesem Beitrag.
achterhoeker 22.05.2018
4. Interessant
"Lange glaubten Forscher..." Also sind Forscher Menschen die nur etwas Glauben und das nicht beweisen können. Ergo glaube ICH jetzt das Forscher keine Forscher sind. Das kann ich nicht beweisen. Muss ich auch nicht. Unglaublich.
Myrlin 22.05.2018
5. Geschichtsbuch aufschlagen
Jedes Atom/Molekül, Windengewächs und sogar selbst die Erde als ganzes emmitieren die auf sie einfallende Umgebungsenergie und reemmitieren sie auf ihre Molekularspezifische Art. Da sie das schon immer getan haben, und somit unser Universum eine Gigantische Energetische Vernetzung darstellt, könnte man den Ursprung des Windengewächses auch 'energetisch herauslesen'. Dafür müsste man aber das Universum besser verstehen! Unsere Physiker aber träumen von der Entdeckung 'neuer Teilchen'. Wusstet ihr, das die Teilfaktoren der Lichtgeschwindigkeit 2 × 7 × 73 × 293339 bis auf den letzten Faktor identisch mit dem Wasserstoffatom sein könnte? Wenn 2 × 7 für Elektron und Positron stehen würde und 73 für Neutron? Aber das Positron ist ja kleiner, oder? Nur komisch, das das Positron genau die gleiche Kurve wie das Elektron in einem Magnetfeld hatte, nur anders rum. Oder das Contagan 2 mal identisch sein kann, nur unterschiedlich in seinem 'Spin'. Und vieles, vieles mehr ... wie .... jede neue Galaxie besteht zuerst aus Wasserstoffatomen!?!? Komisch, komisch das alles. Lach!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.