Neues aus der Geoforschung: Spuren der Hurrikane, Stich in Supervulkan, Trommeln gegen Fluten

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Erstmals haben Forscher eine Bohrung in einen Supervulkan getrieben - der Magma-Gigant bedroht ganz Europa. Außerdem im Überblick zur Geoforschung: Ein Atlas zeigt die Spuren aller Hurrikane, bitteres Ringen um einen Weltklimavertrag - und das beste Warnsystem der Welt läuft mit Trommeln.

Alle bekannten Hurrikane: Lila und Rosa stehen für die höchste Stufen; gefolgt von Rot und Orange und Gelb. Blaue Linien stehen für Tropenstürme, knapp unter Hurrikanstärke Zur Großansicht
NOAA

Alle bekannten Hurrikane: Lila und Rosa stehen für die höchste Stufen; gefolgt von Rot und Orange und Gelb. Blaue Linien stehen für Tropenstürme, knapp unter Hurrikanstärke

Hamburg - Welche Schäden selbst ein Hurrikan der schwächsten Stufe anrichten kann, hat zuletzt "Isaac" in den US-Südstaaten gezeigt. "Isaac" jedoch ist nur ein schmaler unerkennbarer gelber Strich auf der Karte des US-Wetterdienstes NOAA, die alle bekannten tropischen Wirbelstürme in Mittelamerika seit Mitte des 19. Jahrhunderts verzeichnet. Der Atlas zeigt ein dichtes Liniengewirr.

"Isaac" war mit Windgeschwindigkeiten von 130 km/h ein Wirbelsturm der schwächsten Kategorie 1. Hurrikan "Katrina" hingegen peitschte vor sieben Jahren mit Böen vom mehr als 300 km/h über die gleiche Region - und zerstörte weite Teile der Stadt New Orleans.

Wie selbstverständlich solche Naturereignisse sind, zeigt die Hurrikan-Karte der NOAA: Hunderte Wirbel zogen im Laufe der letzten 160 Jahre über den Süden der USA, den Golf von Mexiko, über die Karibik und Mittelamerika.

Die meisten kommen vom Atlantik: Mit Ostwind aus Afrika gelangen Tiefdruckwirbel nach Westen. Die Luft gerät auf dem langen Weg in Schwingung, bildet Tausende Meter hohe Wellen. Wenn aufsteigendes Meerwasser zu Wolken kondensiert, setzt die Luft Energie frei, sie treibt den Aufwärtssog an.

Hurrikane kommen schneller auf Hochtouren

Über mehr als 26 Grad warmem Wasser nahe dem Äquator steigt viel Dampf auf, er liefert Treibstoff für Hurrikane. Die Erwärmung des Atlantiks habe dafür gesorgt, dass Hurrikane mittlerweile neun Stunden eher auf Hochtouren kommen als vor 25 Jahren, berichteten Forscher kürzlich.

Erst kühleres Wasser oder Festland bremst die riesigen Wolkenwirbel. Deshalb gelangen die meisten Hurrikane nicht weit landeinwärts - wie die Grafik beweist. Manche Wirbel schlängeln sich die Ostküste der USA entlang nach Norden, wie 2011 der Hurrikan "Irene".

Auch von Westen droht Gefahr: Im Pazifik werden die meisten Hurrikane südlich von Acapulco geboren. Weit nach Norden jedoch gelangen die Stürme nicht, wie die NOAA-Karte zeigt - Kalifornien ist in Sicherheit. Ursache ist eine kalte Meeresströmung, die von Norden her die US-Westküste nach Süden hin streift, sie raubt den Stürmen ihre Energie.

Ruhe herrscht ausgerechnet dort, wo das Meer am wärmsten ist - in den Tropen, also südlich der Hurrikanspuren. Dort wirkt sich die Erddrehung nicht aus, die Luft kommt nicht ins Kreisen. Abseits des Äquators wirkt die Corioliskraft: Die Rotation der Erde lässt Luft und Meere in ausgedehnten Bahnen wirbeln.

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  • Axel Bojanowski
    Ob Klimawechsel, Rohstoffkrisen, Meerestiefen, oder die vermeintlich feste Erde - Geoforschung bewegt die Welt. Hier berichtet SPIEGEL-ONLINE-Redakteur und Diplom-Geologe Axel Bojanowski über interessante neue Erkenntnisse und Debatten abseits der prominenten Nachrichten - kurz und klar und kritisch.

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