Nächtliche Fürsorge: Clownfische fächeln Seeanemonen Wasser zu

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DPA/ IUCN/ SFU

Weitreichende Beziehung: Clownfische und Seeanemonen

Der Deal ist perfekt: Anemonen bieten Clownfischen mit ihren giftigen Nesselzellen Schutz vor Fressfeinden. Als Gegenleistung sorgen die schwimmenden Gäste nicht nur für saubere Tentakeln - sie wedeln auch Sauerstoff heran, wenn der im Wasser knapp wird.

Die Symbiose zwischen Clownfischen und Seeanemonen reicht weiter als bisher bekannt: Nachts fächeln die Fische ihren Wirten Wasser zu - und verbessern damit anscheinend deren Sauerstoffversorgung. Das berichten Forscher um Nanette Chadwick von der amerikanischen Auburn University (US-Bundesstaat Alabama) im "Journal of Experimental Biology".

Clownfische und Seeanemonen leben in einer perfekten Symbiose. Die Anemone bietet ihrem Partner mit ihren giftigen Nesselzellen Schutz vor anderen Fischen. Der farbenfrohe Clownfisch wiederum verteidigt seine Wirtin vor Fressfeinden und hält ihre Tentakeln sauber. Auf die Idee, dass die Beziehung beider Organismen noch weiter reichen könnte, kamen die Biologen über andere Beobachtungen aus der Unterwasserwelt: Nachts, wenn der Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt, wedeln Riffbarsche Wasser über Korallen.

In abgedunkelten Aquarien nahmen die Forscher nun Rotmeer-Anemonenfische (Amphiprion bicinctus) und Blasenanemonen (Entacmaea quadricolor) unter die Lupe. Dabei bemerkten sie, dass die zwei Partner zusammen mehr Sauerstoff verbrauchten, als wenn beide im gleichen Becken, aber durch ein Netz getrennt waren. Der Sauerstoffverbrauch stieg nur bei direktem Kontakt.

Fische verbessern gezielt die Wasserzirkulation

Nun filmten die Wissenschaftler die Tiere. Dabei beobachteten sie, dass die Fische im Dunkeln viel aktiver waren als bisher angenommen. Fleißig fächelten die Clownfische mit ihren Flossen den Anemonen Wasser zu. Außerdem schwammen sie zwischen die zusammengesunkenen Tentakel und drehten sich dort - anscheinend um diese Arme zu öffnen und so ebenfalls die Wasserzirkulation zu verbessern. Möglicherweise, so schreiben die Autoren, steigere dies die Sauerstoffversorgung.

Das Zusammenspiel von Clownfisch und Seeanemone könnte jedoch noch komplexer sein: Wenn die Forscher den Wasserfluss im Aquarium künstlich erhöhten, stieg der Sauerstoffverbrauch der Anemonen kaum. Möglicherweise biete die gemeinsam verbrachte Nacht den Partnern weitere Vorteile. Frühere Studien geben etwa Hinweise darauf, dass die Fische die Berührungen durch die Tentakeln als angenehm empfinden.

nik/dpa

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