Weltklimagipfel in Bonn Syrien tritt als letztes Land Klimavertrag bei - nur USA draußen

Syrien will nach SPIEGEL-Informationen als letztes Land der Erde dem Klimavertrag beitreten. Zugleich wird bekannt, dass Frankreich den US-Präsidenten nicht mal zur nächsten Klimakonferenz einlädt.

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Nach Nicaragua hat auch Syrien seinen Beitritt zum Weltklimavertrag angekündigt. Das teilten Vertreter des vom Bürgerkrieg zerrütteten Landes nach Berichten von Teilnehmern auf der Uno-Klimatagung in Bonn mit.

Damit sind die USA das einzige Land, das nicht am Klimaabkommen teilnehmen will. Ihr Präsident, Donald Trump, hat den Austritt der USA aus dem Pariser Vertrag zum nächstmöglichen Termin angekündigt - Ende 2020 wären die USA draußen.

Im Klimaabkommen von Paris verpflichten sich die Staaten, ihren Ausstoß von Treibhausgasen einzudämmen, um die Erwärmung von Luft und Ozeanen zu bremsen.

Syrien war nicht abstimmungsfähig, als das Abkommen vor zwei Jahren in Paris verabschiedet wurde. Bürgerkrieg und Uno-Sanktionen hatten es der Regierung erschwert, an der Pariser Tagung im Dezember 2015 teilzunehmen.

Nicaragua hingegen hatte dem Klimavertrag zunächst nicht zugestimmt, weil er dem Land nicht streng genug erschien. Ende Oktober aber erklärte Vizepräsidentin Rosario Murillo: "Auch wenn es kein ideales Abkommen ist, ist es doch das einzige Instrument, um die Verschmutzung zu stoppen und zu reduzieren, die den Planeten vergiftet" - ihr Land wolle beitreten.

"Trump bisher nicht eingeladen"

Frankreich hat für den zweiten Jahrestag des Vertragsschlusses von Paris, den 12. Dezember, ein großes Klimatreffen in Paris angekündigt. Der Élysée-Palast erklärte am Dienstag, zu dem Treffen seien rund hundert Länder eingeladen, erwartet würden 2000 Teilnehmer.

US-Präsident Donald Trump sei "bisher nicht eingeladen", erklärte das Büro von Staatschef Emmanuel Macron, wie die Nachrichtenagentur AFP meldet.

Die Konferenz findet nur gut einen Monat nach der am Montag eröffneten Uno-Klimakonferenz in Bonn statt, die noch bis zum 17. November läuft. Dort geht es um die konkrete Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

Mit Spannung blicken die Delegierten auf das Verhalten der USA auf der Bonner Tagung: Werden sie Beschlüsse blockieren, oder bleiben sie zurückhaltend? Auch Deutschland steht im Fokus: Obwohl es seine eigenen Klimaziele nicht einhält, haben seine Delegierten entscheidenden Einfluss.

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insgesamt 82 Beiträge
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florian29 07.11.2017
1. Mit anderen Worten:
Wir überweisen dann ab 2020 Millionen direkt an Syrien.
Marie Winchester 07.11.2017
2. Peinlich
Trump blamiert sein Land, das er doch eigentlich wieder "great" machen wollte.
GustavN 07.11.2017
3.
Sorry für die blöde Frage: Welches Syrien bzw. welche syrische Regierung ist dem Klimavertrag beigetreten? Die Regierung Assad?
Ein_denkender_Querulant 07.11.2017
4. Sanktionen gegen die USA
Es ist an der Zeit, Handelssaktionen gegen die USA auszusprechen. Das zweite Weltland USA, ist dringend auf High-Tech aus Europa, Russland und Japan angewiesen und bekommt keinhe Rakete ohne unsere Bauteile gestartet. Nur Handelssanktionen können an der menschenfeindlichen Haltung der US-Regierung etwas ändern. Es reichen minimale Sanktionen, z.B. für hochwertige Stähle, die Europa nichts kosten, für die USA aber dramatisch wären.
yoda56 07.11.2017
5. Super!
Dann wird Syrien zukünftig aus Klimaschutzgründen sicher auch kein Giftgas mehr einsetzen.
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