Elfenbein-Handel 65.000 Elefanten in Tansania abgeschlachtet

Artenschützer sprechen von einer "neuen Eskalationsstufe der Wilderei": Die Zahl der Elefanten in Tansania wurde nach Informationen des SPIEGEL in nur fünf Jahren dramatisch dezimiert. Die Regierung verheimlicht die Zahlen.

Elefant mit Nachwuchs (Aufnahme aus Kenia): Immer mehr getötete Tiere
REUTERS

Elefant mit Nachwuchs (Aufnahme aus Kenia): Immer mehr getötete Tiere


Tierschützer berichten von einem Massaker an Elefanten in Tansania: In dem ostafrikanischen Land ist die Zahl der Dickhäuter seit 2009 um rund 65.000 Tiere gesunken – das entspricht 60 Prozent der Gesamtpopulation. Diese Daten gehen aus Erhebungen des Tanzania Wildlife Research Institute hervor, die dem SPIEGEL vorliegen und seit Monaten von der tansanischen Regierung unter Verschluss gehalten werden. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Im Ruaha-Rungwa-Gebiet sind die Bestände besonders drastisch eingebrochen. Dort nahm die Population allein seit 2013 von 20.000 auf 8500 Exemplare ab. Als Hauptursache wird der Handel mit Elfenbein gesehen. "Wir erleben eine neue Eskalationsstufe der Wilderei", sagt Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. "Die tansanische Regierung hält die Daten zurück, um es sich nicht mit der internationalen Gebergemeinde zu verscherzen, und suggeriert gleichzeitig, alles für die Elefanten zu tun", sagt sie.

Das afrikanische Land hat sich verpflichtet, seine einheimischen Elefanten zu schützen, und erhält dafür Entwicklungshilfe in Millionenhöhe – auch aus Deutschland und der EU. Erst Anfang April hatte die zuständige Überwachungsgruppe der EU Entwarnung für Tansanias Elefanten gegeben.

Weil sich die Bestände erholt hätten, so die Scientific Review Group, dürften auch in diesem Jahr wieder bis zu 200 Stoßzähne als Jagdtrophäen in die EU importiert werden. Freyer: "Die EU hat grünes Licht gegeben, ohne die neuen Zahlen aus Tansania anzufordern."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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phb



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insgesamt 41 Beiträge
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gis 09.05.2015
1. Ich war 2007 im
Ruaha und es gab dort gute Bestände. Die Elefanten waren auch nicht nervös, was ein gutes Zeichen ist. Jetzt hat man in noch nicht mal 10 Jahren den Bestand halbiert. Das macht mich unsagbar traurig. Natürlich ist China, wie immer wenn es um Wildern von attraktiven Großtieren geht, der größte Abnehmer.
siebke 09.05.2015
2. money!!
Diese Berichte machen mich so wütend und traurig. Diese korrupten Politiker kassieren DOPPELT ab. Erst die Unterstützungen der EU..."Artenerhalt der Elefanten" und dann das Zulassen der Ermordung der Elefanten....kassieren für das Elfenbein und für den Kick einiger "Jäger".
ti_andreas 09.05.2015
3. Willkommen in der Wirklichkeit
Die EU glaubt grundsätzlich allen Zahlen und schüttet das Geld mit der Gießkanne aus. Alternativlos. Aber die EU ist ja toll, weil man kein Geld mehr umtauschen muss und frei reisen kann. *Ironie aus*
muckenflugplatz 09.05.2015
4. Wofür brauchen wir Stoßzähne?
Wofür braucht die EU 200 Stoßzähne,damit sich irgendwelche sich wichtig nehmende "Persönlichkeiten" mit einem Elfenbeinaschenbecher schmücken können? Ihr(die EU Entscheider) seit doch alle Krank,euch sollte man auch die Schneidezähne ziehen und sie sich als Kette um den Hals hängen. Die Elefanten kostet es das Leben und Euch nur das falsche Lächeln!
l.augenstein 09.05.2015
5. Die EU...
zeigt sich mal wieder als unfähig. Als ob Geld schicken allein, ohne Kontrolle, etwas bewirken würde. 50 Jahre und mehr an Entwicklungshilfe für Afrika sollte doch endlich zu der Erkenntnis geführt haben, dass es ohne Kontrolle einfach nicht funktioniert. Diese Gelder verschwinden in den Hosentaschen der korrupten Regierungen und das war's dann. Im Fall der Elefanten ist das doch keinen Deut anders. Das Geld zum Schutz der Dickhäuter wird genommen, geschützt werden sie nicht. Im Gegenteil, es wird auch aus der Wilderei und Massenschlächterei auch noch Kapital geschlagen. Arme Tiere, dumme EU!
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