"The Ocean Cleanup" Riesiger Stopper fischt jetzt Plastik aus dem Meer

Viele haben Boyan Slat belächelt, nun setzt der 24-Jährige sein unglaubliches Projekt um: Mit 600 Meter langen schwimmenden Sperren will er die Weltmeere säubern. So funktionieren sie.


Es ist eine einzigartige Säuberungsaktion: In der Bucht von San Francisco hat das Projekt "The Ocean Cleanup" nach Monaten der Vorbereitung begonnen. Ein riesiger Schwimmkörper, an dem eine Art Vorhang drei Meter tief ins Wasser hängt, soll durch das Meer treiben und Plastikmüll auffangen.

Ein 600 Meter langes schwimmendes Rohr, an das der Vorhang befestigt ist, wurde dazu mit Hilfe eines Schleppschiffs von Alameda bei San Francisco auf das offene Meer gezogen. Zunächst soll die Konstruktion auf dem Pazifik zwischen Kalifornien und Hawaii getestet werden.

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"The Ocean Cleanup": Ein Plastikstopper für das Meer

Danach will das Team um den 24-jährigen Niederländer Boyan Slat den riesigen Müllfänger zum Nordpazifikwirbel schleppen. Das Gebiet gehört zu den fünf größten Strömungswirbeln weltweit, an denen sich gigantische Mengen Plastikmüll sammeln. Wissenschaftler von "The Ocean Cleanup" und verschiedenen Universitäten sprechen von 1,8 Billionen Plastikteilen - alleine im am stärksten verschmutzten Pazifikgebiet, das sich über eine Fläche von 1,6 Millionen Quadratkilometern erstreckt, mehr als viermal die Fläche Deutschlands.

Der Niederländer Slat konnte Investoren sowie zahlreiche Universitäten und Unternehmen für sein Millionenprojekt gewinnen. Die Zentrale ist im niederländischen Delft, vor der Nordseeküste wurden die ersten Prototypen getestet. Vorausgesetzt, bei der Generalprobe in Kalifornien mit "System 001" läuft alles wie geplant, sollen weitere 60 derartige Anlagen installiert werden.

nis/hda/mho/dpa



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brux 09.09.2018
1. Hype
Als Schiffbauingenieur kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass das Teil keinen Sturm überleben wird. Und offenbar ist einigen auch der Unterschied zwischen Makro- und Mikroplastik nicht klar. Letzteres ist das grosse Problem und mit einem Vorhang ist da nicht viel auszurichten.
moonstruckannalist 09.09.2018
2. 0,5% pro "Fang" bei 7000000 Tonnen
Ist doch ein guter Anfang in Anbetracht der Größe der Anlage. Mit 60 Anlagen circa 30% des jährlichen Mülls rauszufischen könnte am Ende zu einer lohnenden Investition werden. Des einen Müll ist des anderen Schatz!
Igelnatz 09.09.2018
3. 1hype
Es ist ein Anfang! Und aus Makroplastik wird mal Mikroplastik! Ich bin sicher, dass die Technik noch verbessert wird. Man könnte das Plastik dann auch auf See verbrennen?!
suncrawler 09.09.2018
4. @brux
und womit fängt Microplastik an? Mit Macro Plastik. Unabhängig davon ist es aus zwei Gründen gut und sinnvoll: 1) Es macht das Problem noch Mal bewusst,2) es sammelt Plastikmüll ein auf dem Meer....und nicht nur an den Stränden (wo schon viele Leute weltweit Ihre Zeit geben, um Plastik- und anderen Müll einzusammeln).
kostverwerter 09.09.2018
5. Makro-Mikro...Hauptsache der Stein gerät ins Rollen!
@brux. Besser Makroplastik, als gar nicht daran zu arbeiten. Wohlgemerkt entsteht Mikroplastik unter anderem auch durch die langsame Zersetzung des Makroplastik. Weiß nicht, was es zu bemängeln gibt. Es ist ein sehr wichtiger Anfang, der mediale Aufmerksamkeit erhält - zum Glück! Denn dadurch wird das Thema präsent und wird weitergetragen. Fördergelder fließen nur durch Themenpriorität. Menschen werden aufgeklärt. Ein Stein gerät endlich ins Rollen!
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