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Neues aus der Geoforschung: Tiefseewalze entdeckt, Klima-Überraschungen, Meeresbergbau in China

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3. Teil: Klimaerwärmung zur Römerzeit unterschätzt

Hannibals Alpenüberquerung im Jahr 218 vor Christus: Mildes Hochgebirge Zur Großansicht
Getty Images

Hannibals Alpenüberquerung im Jahr 218 vor Christus: Mildes Hochgebirge

Im Jahr 300 vor Christus erblühte das Römische Reich. Bergbaugebiete konnten erschlossen werden, Nordeuropa wurde vereinnahmt, sobald der Weg über die Alpen im Winter passierbar war. Regelmäßige Niederschläge sorgten für florierende Landwirtschaft, die Ernteerträge stiegen. Selbst in England florierte der Weinanbau.

Offenbar war es zur Römerzeit sogar wärmer als heutzutage. Zu diesem Schluss kommen Klimatologen um Jan Esper von der Universität Mainz im Fachmagazin "Nature Climate Change". "Wir haben festgestellt, dass die historischen Temperaturen zur Römerzeit und im Mittelalter bis dato als zu kühl eingeschätzt wurden", sagt Esper. Es sei im Durchschnitt um 0,6 Grad wärmer gewesen als vermutet - und lange Zeit wärmer als heutzutage.

"Eigentlich erscheint diese Zahl nicht sonderlich imposant", sagt Esper. "Allerdings ist sie im Vergleich zur globalen Erwärmung, die bis heute auch weniger als 1°C beträgt, nicht zu vernachlässigen. Wir konnten nun zeigen, dass die großräumigen Klimarekonstruktionen, die auch vom internationalen Klimarat IPCC verwendet werden, den langfristigen Abkühlungstrend über die letzten Jahrtausende unterschätzen."

Baumstämme als Zeugen

Baumstämme aus dem finnischen Lappland verrieten das Klima früherer Zeiten. Aus der Breite und der Dichte von Jahresringen im Holz lasen die Experten die Temperatur. Die Auswertung der Daten habe gezeigt, dass sich das Klima seit der Römerzeit stetig abgekühlt hat - unterbrochen nur durch ein 200-jähriges Wärmeintermezzo vor rund tausend Jahren. Erst seit der Industrialisierung habe sich der Trend umgedreht, schreiben Esper und seine Kollegen.

Klimarekonstruktionen gehörten nun auf den Prüfstand: Temperaturen, die aus Bäumen gelesen würden, könnten allgemein unterschätzt worden sein. "Unsere Befunde sind auch insofern von klimapolitischer Bedeutung, da sie die Beurteilung des aktuellen Klimawandels im Vergleich zu den historischen Warmphasen beeinflussen", meint Esper.

Andere Forscher sind weniger kritisch: Es müsse sich erst zeigen, ob die Ergebnisse überhaupt für Temperaturrekonstruktionen für Gebiete jenseits der Arktis gelten, meint etwa der Klimatologe Michael Mann von der Pennsylvania State University in den USA.

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1.
NichtsWissenMachtNichts 15.07.2012
Zitat von sysopDPADie Tiefsee bleibt meist verborgen, doch nun haben Forscher vor der Antarktis eine spektakuläre Wasserwalze entdeckt. Außerdem im Überblick zur Geoforschung: Zur Römerzeit war es wärmer als heute, Meeresspiegel-Warnung aus der Urzeit - und China plant riesiges Bergbau-Labor im Meer. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,844088,00.html
Die Klimaforscher. Ich höre Sie schon aus allen Ecken hervorkommen und begründen, warum das so war und es trotzdem einen menschengemachten Klimawandel gibt. Den Klimawandel in seinem Lauf halten.....
2. Einheiten
pepe.tb 15.07.2012
"Die Walze rotiere mit einem Meter in drei Sekunden" klar, und ich laufe 7 kg pro Quadratmeter und wiege 60 Sekunden und der Hydraulikzylinder übt 100kg Druck aus. Wer sagt/schreibt sowas?
3.
simie 15.07.2012
Zitat von NichtsWissenMachtNichtsDie Klimaforscher. Ich höre Sie schon aus allen Ecken hervorkommen und begründen, warum das so war und es trotzdem einen menschengemachten Klimawandel gibt. Den Klimawandel in seinem Lauf halten.....
Oh. Es gibt sie noch, die kompletten Leugner aus der Steinzeit der Klimadiskussion. Die meisten ihrer Mitstreiter sind inzwischen etwas umgeschwenkt und bestreiten nicht mehr den anthropogenen Klimawandel, sondern nur noch die negativen Folgen dieses.
4.
ObackoBarama 15.07.2012
Klar war es zu Römerzeiten wärmer...Ihre Kaiser und Politiker liefen ja nur so in langen, dünen, weißen Roben rum und die Soldaten in kurzen Röckchen...oben immer mit nackten Armen
5.
hador2 15.07.2012
Zitat von sysopDPADie Tiefsee bleibt meist verborgen, doch nun haben Forscher vor der Antarktis eine spektakuläre Wasserwalze entdeckt. Außerdem im Überblick zur Geoforschung: Zur Römerzeit war es wärmer als heute, Meeresspiegel-Warnung aus der Urzeit - und China plant riesiges Bergbau-Labor im Meer. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,844088,00.html
Was genau soll an der Erkenntnis über die Temperaturen in Rom nun neu sein? Das es damals wärmer war und Hannibal nur deshalb mit den Elefanten über die Alpen kam ist ja nicht erst seit gestern klar.
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