Neues aus der Geoforschung: Tiefseewalze entdeckt, Klima-Überraschungen, Meeresbergbau in China

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Die Tiefsee bleibt meist verborgen, doch nun haben Forscher vor der Antarktis eine spektakuläre Wasserwalze entdeckt. Außerdem im Überblick zur Geoforschung: Zur Römerzeit war es wärmer als heute, Meeresspiegel-Warnung aus der Urzeit - und China plant riesiges Bergbau-Labor im Meer.

Küste der Antarktis: Entdeckung in der Tiefe Zur Großansicht
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Küste der Antarktis: Entdeckung in der Tiefe

Hamburg - Was im Ozean geschieht, bleibt selbst Wissenschaftlern weitgehend verborgen. Wie vermischen sich Strömungen? Wo sinkt Wasser in die Tiefe? Wo steigt es auf? Obwohl seit fast hundert Jahren Forschungsschiffe die Meere kreuzen und stets Messbojen im Wasser treiben, können Wissenschaftler solch entscheidende Fragen meist nur indirekt ableiten.

Vor allem Messungen von Salzgehalt, Temperatur, radioaktiven Partikeln und Oberflächenströmungen erlauben es ihnen zu beschreiben, wie sich Wassermassen bewegen. Nun jedoch gelang Geoforschern ein spektakulärer Schnappschuss, ein geradezu direkter Blick in die Tiefe.

Vor der Küste der Antarktis haben Wissenschaftler der University of Cambridge in Großbritannien und anderer Institute in zweieinhalb Kilometer Tiefe eine gewaltige Unterwasserwalze beobachtet. Dort prallt das Tiefenwasser des Nordatlantiks auf eine Strömung, die die Antarktis umkreist. Auf mindestens zehn Kilometern Breite wickelte sich dort das Wasser des Atlantik zu einer 500 Meter hohen Rolle, berichten die Forscher im Fachmagazin "Nature Geoscience".

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Überraschung in der Tiefe: Unterwasserwalze vor Antarktis
Die Aufnahmen gelangen mit Schallwellen; der Schall wird an Schichtgrenzen reflektiert. Geschwindigkeitsunterschiede verraten Wasserschichten: Der Schall wird schneller, wenn Temperatur, Salzgehalt oder Druck ansteigen. Auf den Monitoren im Forschungsschiff zeichnete sich schließlich die markante Struktur ab. Die Walze rotiere mit einem Meter in drei Sekunden, berichten die Meereskundler.

Womöglich seien sie Zeugen eines fundamentalen Vorgangs der Meere geworden, meinen die Forscher: der sogenannten thermohalinen Zirkulation. Unterschiedliche Wassermassen vermischen sich demnach je nach ihrem Gewicht - kaltes Wasser mit viel Salz sinkt in die Tiefe, warmes Wasser mit wenig Salz treibt oben.

Eine noch weitaus gigantischere Umwälzung als vor der Antarktis suchen Forscher seit langem im Nordmeer vor Grönland, wo die Ausläufer des Golfstroms in die Tiefe rauschen. Dort jedoch fanden sie bislang nur winzige Abwärtsstrudel.

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1.
NichtsWissenMachtNichts 15.07.2012
Zitat von sysopDPADie Tiefsee bleibt meist verborgen, doch nun haben Forscher vor der Antarktis eine spektakuläre Wasserwalze entdeckt. Außerdem im Überblick zur Geoforschung: Zur Römerzeit war es wärmer als heute, Meeresspiegel-Warnung aus der Urzeit - und China plant riesiges Bergbau-Labor im Meer. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,844088,00.html
Die Klimaforscher. Ich höre Sie schon aus allen Ecken hervorkommen und begründen, warum das so war und es trotzdem einen menschengemachten Klimawandel gibt. Den Klimawandel in seinem Lauf halten.....
2. Einheiten
pepe.tb 15.07.2012
"Die Walze rotiere mit einem Meter in drei Sekunden" klar, und ich laufe 7 kg pro Quadratmeter und wiege 60 Sekunden und der Hydraulikzylinder übt 100kg Druck aus. Wer sagt/schreibt sowas?
3.
simie 15.07.2012
Zitat von NichtsWissenMachtNichtsDie Klimaforscher. Ich höre Sie schon aus allen Ecken hervorkommen und begründen, warum das so war und es trotzdem einen menschengemachten Klimawandel gibt. Den Klimawandel in seinem Lauf halten.....
Oh. Es gibt sie noch, die kompletten Leugner aus der Steinzeit der Klimadiskussion. Die meisten ihrer Mitstreiter sind inzwischen etwas umgeschwenkt und bestreiten nicht mehr den anthropogenen Klimawandel, sondern nur noch die negativen Folgen dieses.
4.
ObackoBarama 15.07.2012
Klar war es zu Römerzeiten wärmer...Ihre Kaiser und Politiker liefen ja nur so in langen, dünen, weißen Roben rum und die Soldaten in kurzen Röckchen...oben immer mit nackten Armen
5.
hador2 15.07.2012
Zitat von sysopDPADie Tiefsee bleibt meist verborgen, doch nun haben Forscher vor der Antarktis eine spektakuläre Wasserwalze entdeckt. Außerdem im Überblick zur Geoforschung: Zur Römerzeit war es wärmer als heute, Meeresspiegel-Warnung aus der Urzeit - und China plant riesiges Bergbau-Labor im Meer. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,844088,00.html
Was genau soll an der Erkenntnis über die Temperaturen in Rom nun neu sein? Das es damals wärmer war und Hannibal nur deshalb mit den Elefanten über die Alpen kam ist ja nicht erst seit gestern klar.
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