Tiefseebohrungen: Obama beschließt strenge Umweltauflagen

Eine solche Katastrophe soll sich nicht wiederholen: Als Reaktion auf die Ölpest im Golf von Mexiko hat US-Präsident Obama eine neue Meerespolitik angekündigt - Bohrvorhaben in der Tiefsee unterliegen jetzt strikten Auflagen.

Fischerboot im ölverseuchten Meer: BP zahlt Millionen für psychische Folgererkrankungen Zur Großansicht
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Fischerboot im ölverseuchten Meer: BP zahlt Millionen für psychische Folgererkrankungen

Washington - Die US-Regierung will mit neuen Gesetzen versuchen, die Umwelt und die Meere zu schützen. Als Reaktion auf die schwere Ölpest im Golf von Mexiko sollen in den USA neue Bohrvorhaben in der Tiefsee nur noch erlaubt werden, wenn strikte Umweltauflagen eingehalten werden.

US-Präsident Barack Obama kündigte am Montag die neue Meerespolitik an. Auch Flachwasserbohrungen sind davon betroffen. Jedem Vorhaben muss demnach ein ökologisches Gutachten vorausgehen. Bis Ende November gilt zudem ein generelles Moratorium für Tiefseebohrungen.

Außerdem werde an der Einrichtung einer unabhängigen Überwachungsbehörde und an noch strengeren Regeln für Ölbohrungen gearbeitet, sagte der Leiter der Behörde für Rohstoffverwaltung (MMS), Michael Bromwich. Dies habe zum Ziel, dass das Land und die Industrie künftig auf Katastrophen mit einem Ausmaß wie der Ölpest im Golf von Mexiko vorbereitet seien, erklärte Bromwich.

Zuvor kam der Rat für Umweltqualität im Weißen Haus zu dem Ergebnis, dass dem britischen Ölkonzern BP Ausnahmeregelungen gewährt wurden, die auf überholten Dokumenten basierten. Die von BP geleaste Bohrinsel "Deepwater Horizon" war am 22. April nach einer Explosion gesunken, große Mengen Rohöl strömten aus mehreren Lecks. Die ökologischen und wirtschaftlichen Folgen sind fatal.

Der Ölkonzern BP hat jetzt 52 Millionen Dollar für die Behandlung psychischer Folgeerkrankungen im Zusammenhang mit der Ölpest bereitgestellt. Mit dem Geld sollen unter anderem eine Telefon-Hotline für Hilfesuchende sowie Projekte zum Kampf gegen Depressionen, Angstzustände und andere Stresserkrankungen finanziert werden, kündigte der Chef von BP America, Lamar McKay, an.

Ausgezahlt würden die Mittel in den von der Umweltkatastrophe betroffenen US-Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida. Die Ölpest und ihre Folgen hätten in der Region "ein großes Maß an Stress und Sorgen" verursacht, sagte McKay. "Wir wollen sicherstellen, dass die Betroffenen Hilfe erhalten."

lgr/AP/AFP

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