Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Meerestierchen: Tauchgänge verstärken Sauerstoffmangel

Sturm überm Atlantik (Archivbild): Sauerstoffverteilung im Ozean von Kleintieren beeinflusst Zur Großansicht
AFP

Sturm überm Atlantik (Archivbild): Sauerstoffverteilung im Ozean von Kleintieren beeinflusst

In manchen Meeresregionen erstrecken sich Todeszonen: Dort gibt es zu wenig Sauerstoff für Fische und andere Meeresbewohner. Winzige Tierchen tragen zur Entstehung der Zonen bei, haben Forscher jetzt herausgefunden.

Morgens hinunter - abends wieder hinauf: Täglich tauchen Kleintiere wie Krill oder Fischlarven aus den obersten Schichten des Meeres in die Tiefe - vermutlich um Räubern zu entgehen. Abends steigen sie wieder nach oben, wo sie sich von den tagsüber im Licht gewachsenen Algen ernähren. Diese vertikalen Wanderungen tragen maßgeblich zu den Sauerstoffminimumzonen (SMZ) bei, wie amerikanische Wissenschaftler in der Zeitschrift "Nature Geoscience" berichten.

Sauerstoffminimumzonen im Meer entstehen dadurch, dass organisches Material in die Tiefe sinkt und dort von Bakterien zersetzt wird, die dabei Sauerstoff verbrauchen. Die größten solcher Gebiete liegen in tropischen Regionen etwa vor der Küste von Peru, vor der Arabischen Halbinsel oder vor Namibia.

Forscher um Daniele Bianchi von der McGill University in Montreal werteten nun Daten von fast 400 Schiffsfahrten zwischen 1990 bis 2011 aus, bei denen Forscher Schallreflexionen in Ozeanen aufzeichneten. Diese können nicht nur über Meeresströmungen Aufschluss geben, sondern auch über Bewegungen von Meerestieren.

Wie die Forscher berichten, tauchen kleine Meerestiere morgens ab und kehren erst abends an die Oberfläche wieder zurück. Dabei wandern sie an die oberen Ränder der Sauerstoffminimumzonen, zum Teil bis 650 Meter tief. Das bietet ihnen zwei Vorteile: Im Schutz der Dunkelheit sind sie vor vielen Räubern sicher. Zudem können diese Fressfeinde, die durch ihre Größe mehr Sauerstoff brauchen, am Rand der Minimumzonen kaum atmen.

Wie die Studie zeigt, tragen die tauchenden Tierchen jedoch durch ihre Wanderungen selbst zu diesen Todeszonen bei. Denn sie verbrauchen ebenfalls Sauerstoff und scheiden Abfallprodukte aus, die wiederum von Bakterien zersetzt werden. "Unsere Resultate zeigen eine Verbindung zwischen wandernden Meerestieren und der Sauerstoffverteilung im Ozean", schreiben die Forscher.

"Die Studie erklärt das stabile Muster der Sauerstoffminimumzonen und zeigt, dass ökologische Prozesse sich auf den chemischen Zustand der Meere auswirken", sagt Andreas Oschlies vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. "Beides sieht man bisher noch stark getrennt voneinander." Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, die Ausdehnung der Zonen besser zu verstehen. Allerdings, so der Experte, könnte das Absinken den Tieren auch noch weitere Vorteile bieten: Gerade in den tropischen Gewässern könnten sie durch das Absinken in kälteres Wasser ihren Stoffwechsel drosseln und so Energie sparen.

wbr/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Und was jetzt?
franz-burbach 10.06.2013
Ja und morgen wird einer feststellen, das verschiedene Frösche grün sind, und der Himmel blau. Der nächste liegt bestimmt schon auf der Lauer um dies der Klimaerwärmung in die Schuhe zu schieben. Eine tolle längst bekannte Feststellung.
2. War mir nicht bekannt
mibigan@web.de 10.06.2013
Interessante Fakten, mir bislang völlig unbekannt. Kommen mir aber nach der Lektüre logisch vor. Hat aber Nichts mit der Klimaerwärmung zu tun, sondern gibt es seit Urzeiten.
3. Der Titel ist ein wenig sehr reisserisch, oder?
socketuning 10.06.2013
Tauchgänge assoziiere ich mit Tauchsport und daran scheinen mir die Hobbytaucher nun wirklich völlig unschuldig zu sein.
4. Jedem halt das Seine.
gadus 10.06.2013
Zitat von franz-burbachJa und morgen wird einer feststellen, das verschiedene Frösche grün sind, und der Himmel blau. Der nächste liegt bestimmt schon auf der Lauer um dies der Klimaerwärmung in die Schuhe zu schieben. Eine tolle längst bekannte Feststellung.
So lange Sie sich noch nicht mal korrekter Orthographie befleissigen können, sollten Sie vielleicht abschätzige Kommentare zu Themen, von denen Sie offensichtlich wenig bis gar keine Ahnung haben, bleiben lassen. Übrigens: Den Bezug zur Klimaerwärmung stellen aktuell ausschliesslich SIE her. Im Text wird davon nichts erwähnt.
5. Ich habe es schon immer gewusst!
glass88 10.06.2013
Diese ganzen Jogger und Fitness Verrückten! Laufen herum und verbrauchen wertvollen Sauerstoff! Viel mehr als ihnen zusteht! So geht es ja nicht. Produzieren an den schönsten Flecken der Erde Sauerstofflose Zonen gerade dort wo sich der gemächliche Picknicker dann nicht mehr hinbewegen kann weil er sonst zu ersticken droht... Bitte weiter forschen und die Beitragstitel durch Gruppenarbeit bestimmen... ;-)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Testen Sie Ihr Wissen!


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: