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Tod im Meer: Ein Drittel aller Hai-Arten vom Aussterben bedroht

Etwa 27 Millionen Haifische werden nach Schätzungen von Meeresschützern jährlich getötet. Einzelnen Arten droht die Ausrottung. Tierschützer fordern bessere Schutzmaßnahmen für die gejagten Jäger der Meere.

Hamburg - Die europäischen Bestände von Dorn- und Heringshaien seien durch Überfischung stark zurückgegangen, sagte Sonja Fordham von der Organisation "Shark Alliance". Sie gelten "inzwischen als vom Aussterben bedroht". Beide Arten müssten in das Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen werden, "um den Handel mit diesen stark bedrohten Arten zu begrenzen".

Heringshai (tiefgefroren): Europäische Bestände dezimiert
DPA

Heringshai (tiefgefroren): Europäische Bestände dezimiert

Die US-amerikanische World Conservation Union sagte, dass einem Drittel der weltweit 500 Haiarten das Ende droht. Aussagen zum Ausmaß des Todes im Meer sind jedoch mit großer Ungewissheit behaftet. Nach Schätzungen von "Shark Alliance" werden jährlich mehr als 27 Millionen Haifische weltweit getötet. Sarah Fowler von der World Conservation Union beziffert die Zahl gar auf 38 bis 70 Millionen. "Überfischung kann zwischen 50 und 90 Prozent einer gesamten Art binnen nur zehn Jahren auslöschen", sagte Fowler.

Haie und ihre verwandten Arten sind besonders anfällig für Überfischung, "da sie meist nur langsam wachsen, erst spät geschlechtsreif werden und nur wenige Nachkommen zeugen", sagte Boris Frenzel-Beyme, der Präsident der Gesellschaft zum Schutz von Haien und Rochen (Elasmobranchier-Gesellschaft, EEA). Die Organisation kommt am Wochenende in Hamburg zu ihrer Jahreskonferenz zusammen, um die Haiproblematik zu diskutieren.

Die EEA bemängelt, dass es nur wenige EU- Mitgliedstaaten gebe, die den Haifischfang beschränkten. Auch das europäische Finning-Verbot sei sehr lückenhaft. Unter Finning versteht man das Abschneiden der Flossen des Hais - meist bei lebendigem Leib. Die sterbenden Tiere werden zurück ins Meer geworfen.

Die Flossen der Tiere werden vor allem in Asien zu Suppe verarbeitet. Der lukrative Markt für Haifischflossen werde infolge des Booms der chinesischen Wirtschaft weiter wachsen, sagte Fordham.

hda/stx/AP/dpa

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