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Tonga-Meer: Besuch auf der jüngsten Insel der Welt

Junges Südseeparadies: Dunkle Insel in klarem Wasser Fotos
GP Orbassano

Im Tonga-Meer ist eine neue Insel entstanden, doch Regen und Meer könnten die neue Landmasse schon bald wieder abtragen. Erste Fotos zeigen ein fragiles Südseeparadies.

Monatelang dampfte es aus dem Meer im Tongareich, der Ausbruch eines Unterwasservulkans gebar eine Insel. Der Rauch hat sich verzogen, das neue Südseeeiland liegt zutage.

Fotos zeigen eine eindrucksvolle Landschaft: Ein grüner See füllt die Inselmitte, er rieche nach Schwefel, berichten die ersten Besucher, eine Gruppe von Geologen und Fotografen in lokalen Medien. Der dunkle, vulkanische Inselboden sei noch warm vom Ausbruch. Von der langgezogenen Kuppe in der Inselmitte böte sich aus 250 Metern Höhe ein prachtvoller Blick über die Südsee.

Das Neuland ist weiterhin namenlos, Taufrechte liegen beim König von Tonga. Fraglich, ob er einen Namen wählt, bevor das Eiland wieder verschwindet. Die Insel werde den Fluten des Meeres auf Dauer kaum standhalten, argwöhnten bereits Geologen. Sobald der Magma-Nachschub abbreche, drohe sie von Brandung und Regen abgetragen zu werden. Ihr Baumaterial sei nicht fest genug.

Die Ortsbegehung scheint den Pessimismus zu bestätigen: Furchen durchziehen den Grund - Regenfluten hinterlassen tiefe Spuren. Das Wasser höhlt den Boden aus, reißt ihn ins Meer.

Brodelndes Meer

Die Inselgeburt begann im November, als es unter Wasser zu brodeln begann im Tongareich. Die Südsee färbte sich grün, weil der Unterseevulkan Hunga Tonga-Hunga Ha'apai Lava und Asche spie. Eine kilometerhohe Aschewolke behinderte den Flugverkehr. Graue Asche regnete auf die Insel Tongatapu, knapp hundert Kilometer entfernt.

Alle paar Jahre heben sich im Tongareich Vulkane über die Meeresoberfläche, die meisten versinken bald wieder. Die Tonga-Insel Home Reef, die sich 2006 aus dem Südpazifik erhoben hatte, liegt mittlerweile wieder unter Wasser. Der Boden war zu lose, um den Fluten standzuhalten: Er bestand überwiegend aus Asche - und nicht aus hartem Lavagestein, wie etwa bei Surtsey, einer jungen, stabilen Insel vor Island.

Auch der Unterwasserausbruch vor El Hierro ist ins Stocken geraten; die Hoffnung auf eine neue Kanareninsel schwindet. Doch manche Insel hält sich, sodass sie besiedelt wird. Gute Chancen hat ein Eiland, das unlängst vor Japan aus den Fluten stieg; es wird größer - Biologen erwarten erste Kleintiere.

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insgesamt 3 Beiträge
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1. So neu ist die Insel nicht.
DonCarlos 19.05.2015
Sie war schon auf alten chinesischen Seekarten als "Gehoertauchuns" verzeichnet. Der König braucht sich daher keinen Namen ausdenken. Die Partei regelt das.
2.
tadano 19.05.2015
Das ist Neuland, Frau Dr. Merkel, nicht ihr Unwissen zum Thema moderne Kommunikation.
3. Genau...
Zeus Weinstein 19.05.2015
Zitat von tadanoDas ist Neuland, Frau Dr. Merkel, nicht ihr Unwissen zum Thema moderne Kommunikation.
Sie soll sich einfach ein paar Quadratmeter sichern. Dann ist sie endlich da, wo sie sich zuvor schon verortet hat.
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