Neuentdeckungen Forscher küren Top Ten der skurrilen Arten

Eine fluoreszierende Kakerlake, ein Mini-Frosch, ein Affe mit leuchtendem Geschlechtsteil - Wissenschaftler haben eine Top-Ten-Liste der skurrilsten im Jahr 2012 neu klassifizierten Spezies erstellt.

Peter Vrsansky/ Dusan Chorvat

Mal sind es winzige Spinnentiere, die sich tief in brasilianischen Höhlen verkrochen haben - und sich vermutlich von kleinen Insekten im Fledermauskot ernähren. Mal sind es Fledermäuse mit trompetenförmigen Nasen. Und mal Fische, die über Land robben können. Wo Forscher auf unserer Erde auch immer suchen, immer wieder entdecken sie neue Arten.

Manchmal machen sie Funde auch in Schubladen und Gläsern von Museen. Dort liegen ebenfalls viele Tiere und Pflanzen, die wissenschaftlich nicht eingeordnet sind. Manche Arten sterben gar aus, bevor Forscher sie erkennen. Im Durchschnitt vergehen beinahe 21 Jahre vom Fund bis zur wissenschaftlichen Beschreibung einer Art.

Die Arizona State University in Tempe hat nun ein paar der spannendsten Neuentdeckungen des vergangenen Jahres auf einer Liste zusammengestellt. Sie heißt "Top 10 New Species" - und viele der dort genannten Tiere und Pflanzen wurden in Wahrheit schon deutlich früher entdeckt, aber erst 2012 als neue Art beschrieben. Auf der Liste steht zum Beispiel ein nur sieben Millimeter großer Frosch, der auch das kleinste bekannte Wirbeltier der Welt ist. Erstmals seit vielen Jahren stießen Biologen in Afrika auf eine noch unbekannte Affenart - auch sie hat es in die Top Ten geschafft. Die fluoreszierende Kakerlake vom Tungurahua-Vulkan in Ecuador schaffte es 70 Jahre nach ihrem Fund auf die Artenliste. Inzwischen könnte das leuchtende Insekt womöglich schon ausgestorben sein.

Im Schnitt werden 18.000 Arten pro Jahr neu entdeckt

Nach Angaben der Arizona State University teilen sich zurzeit zehn bis zwölf Millionen Arten den Lebensraum Erde. Mikroben seien dabei nur am Rande mitgezählt, hieß es. Angesichts des rapide fortschreitenden Artenverlusts sollte die Suche nach unbekannten Lebewesen erheblich an Tempo zulegen, forderte der Direktor des Internationalen Instituts für Artenerkundung an der Uni in Tempe, Quentin Wheeler.

Ziel sei, die fehlenden zehn Millionen bis etwa 2065 zu identifizieren. Doch das ist ein sportliches Ziel: In der Vergangenheit wurden nach Wheelers Angaben rund 18.000 Arten pro Jahr neu entdeckt. Großprojekte wie der "Census of Marine Life" haben die Zahl zuletzt vermutlich steigen lassen. Bisher sind etwa 1,5 Millionen Spezies bereits wissenschaftlich erfasst. Die Schätzung eines Forscherteams um Mark Costello von der neuseeländischen University of Auckland geht davon aus, dass sich fast alle Spezies des Planeten bis zum Jahr 2100 erfassen lassen.

chs/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
to5824bo 23.05.2013
1. Lesula-Äffchen
Zitat von sysopPeter Vrsansky/ Dusan ChorvatEine fluoreszierende Kakerlake, ein Mini-Frosch, ein Affe mit leuchtendem Geschlechtsteil - Wissenschaftler haben eine Top-Ten-Liste der skurrilsten im Jahr 2012 neu klassifizierten Spezies erstellt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/top-10-new-species-forscher-kueren-top-ten-der-skurrilen-arten-a-901577.html
Danke für den interessanten Artikel und die Bilder! Ich hatte heute nachmittag bereits etwas über den Minifrosch auf der Münze und das blaue Gemächt des Lesula-Äffchens im Radio gehört. Letzteres mochte ich nicht recht glauben, weil Radiomoderatoren ihre Hörer ja gern schon mal ein bisschen veralbern. Aber jetzt sehe ich es blau auf weiß, und ja, es sieht recht gut aus.
_marek_ 23.05.2013
2.
Ich muss meinen Post von eben korrigieren. Offensichtlich haben Sie die Texte und zum Teil die Bilder ausgetauscht!
fritz:o:mat 23.05.2013
3. Wow
gute Idee. Leuchtendes Gemächt. Ich wusste gar nicht was weibliche Wesen alles beeindruckt...
Gluehweintrinker 23.05.2013
4. Skurril findet die nur der Mensch
Die Arten selbst und alles andere, was kreucht, fleucht, schwimmt oder trabt, hat hierzu sicher keine so spezielle Meinung.
sillyvalley 24.05.2013
5. Ok und wieviel Spezies entstehen neu jedes Jahr?
Das dürften doch einige sein.
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