Top-Ten neuer Arten Bizarre Fische, Leuchtpilze und wilde Webmeister

Jedes Jahr entdecken Biologen Tausende bis dato unbekannter Tierarten. Die zehn spektakulärsten Fälle des Jahres 2010 hat nun das International Institute for Species Exploration vorgestellt.

Louisiana State Univ./ Prosanta Chakrabarty

Ein Bakterium vom Rumpf der "Titanic", ein bizarrer Pfannkuchen-Fisch und ein Pilz, dessen Stängel leuchtet, gehören zu den besonders ungewöhnlichen neu entdeckten Arten des Jahres 2010. Eine noch nicht wissenschaftlich erfasste Antilopenart entdeckten Forscher sogar auf einem Markt in Westafrika, auf dem mit Fleisch gehandelt wurde.

Die Top-Ten-Liste haben Biologen am International Institute for Species Exploration (IISE) der Arizona University in Tempe zusammengestellt. Sie wählten dazu aus den Tausenden Spezies, die im vergangenen Jahr erstmals wissenschaftlich beschrieben wurden, zehn besonders spektakuläre aus.

"Nach den besten Schätzungen stellen die seit dem Jahr 1758 beschriebenen Arten nur 20 Prozent des wirklichen Artenreichtums an Pflanzen und Tieren der Erde dar", sagt Quentin Wheeler, Insektenforscher und Leiter des IISE. Forscher müssten noch zehn Millionen Arten entdecken, benennen und klassifizieren, um die Vielfältigkeit und Komplexität der Biosphäre gänzlich begreifbar zu machen.

Die meisten Menschen wüssten nicht, wie unvollständig das Wissen über die verschiedenen Arten noch sei - und dass Taxonomen es nach und nach erweitern. Das Ranking soll mehr Aufmerksamkeit auf diesen Forschungszweig richten.

Wie viele Arten es tatsächlich gibt, lässt sich daher nur grob schätzen, meist wird von um die zwölf Millionen ausgegangen, manche Schätzungen nennen jedoch auch 100 Millionen. Wissenschaftlich klassifiziert sind etwa zwei Millionen Arten. Die Wissenslücken sind nicht in allen Bereichen gleich groß. So nimmt man an, dass noch Millionen von Insektenarten unentdeckt sind. Dagegen kam kürzlich eine Studie zum Ergebnis, dass nur noch rund 160 an Land lebende Säugetierarten unbekannt seien, rund 5400 sind dagegen klassifiziert.

Anlass der Präsentation sind gleich zwei Daten: Zum einen der alljährliche Uno-Tag der Artenvielfalt am 22. Mai. Zum anderen der Geburtstag des Erfinders der modernen biologischen Systematik, des schwedischen Biologen Carl von Linné (1707-1778), am 23. Mai. Er schuf ein System, in das alle Pflanzen und Tiere eingeordnet werden konnten. In vielen Teilen hat es bis heute Bestand.

wbr/dpa



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Holledauer, 24.05.2011
1. Bei dem abgebildeten Fisch handelt es sich um
ein verunglücktes Produkt einer englischen Fish & Chips-Bude;-)!
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